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Es tut sich etwas in Indonesien

Indonesiens Präsident Yudhoyono hat Mittwoch, 26.5.2010 erneut Anlass zur Hoffnung gegeben. Auf einer Pressekonferenz in Oslo kündigte er ein Moratorium auf die Umwandlung von Torfwäldern und Wäldern an. Allerdings soll die Maßnahme nur für zukünftige Konzessionen gelten, nicht für die schon vergebenen.

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Die norwegische Regierung will Indonesien eine Milliarde US-Dollar (gut 800 Millionen Euro) für den Urwaldschutz zur Verfügung stellen. Damit ist Norwegen das erste Land, das nach dem gescheiterten UN-Klimagipfel in Kopenhagen ernst macht mit REDD (Reducing Emissions from Deforestation and Degradation) - durch Waldschutzprojekte in Entwicklungs- und Schwellenländern den Klimaschutz zu fördern.

Jetzt kommt es darauf an, wie verantwortlich Indonesien das Geld aus Norwegen einsetzt. Indonesien hat heute einen großen Schritt in Richtung Schutz des Waldes und Rettung der Orang-Utans getan, sagt Greenpeace-Urwaldexpertin Corinna Hölzel. Ganz zügig müssen jetzt allerdings auch die schon vergebenen Konzessionen in das Moratorium eingefügt werden. Sonst wird das Roden und Vernichten weitergehen.

Hölzel fordert, dass die Ankündigung des indonesischen Präsidenten in einer Verordnung festgehalten wird, die für die Palmöl- und Zellstoffindustrie bindend ist. Sie müssen vordergründig intakte und naturnahe Wälder, insbesondere die Torfwälder schützen, anstatt das Anlegen von Plantagen oder Aufforstungsprogramme zu fördern. Der Schutz der bestehenden Wälder hat den größten Effekt für den Klimaschutz und die Erhaltung der Artenvielfalt.

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