Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Debatte zur UN-Biodiversitätskonferenz von Protesten begleitet

40 Greenpeace-Aktivisten haben in Berlin für die Finanzierung von Urwaldschutzgebieten protestiert. Die Greenpeacer entrollten einen überdimensionalen Geldschein auf der Treppe vor dem Bundestag. Derweil fand im Bundestag eine Debatte zur UN-Biodiversitätskonferenz (CBD) statt.

  • /

Auf der riesigen 2-Milliarden-Euro-Banknoten ist ein Bild von Angela Merkel zu sehen. Greenpeace fordert die Kanzlerin auf, sich aktiv für den Urwaldschutz einzusetzen. Als Gastgeberin der diesjährigen CBD soll sie mit gutem Beispiel voran gehen und zwei Milliarden Euro für den Urwaldschutz bereitstellen.

Bisher ist keine Initiative Merkels gegen die Unterfinanzierung der Biodiversitäts-Konvention bemerkbar. Nach Auffassung von Experten müssten die Industrieländer jedoch jährlich 15 Milliarden Euro für ein weltweites Netz von Schutzgebieten investieren.

Auch Deutschland kann zu der Finanzierung beitragen. Dazu Martin Kaiser, Greenpeace-Urwaldexperte: Allein durch den Abbau von klimaschädlichen Subventionen beispielsweise beim Flug- und Autoverkehr könnte die Kanzlerin zwei Milliarden Euro pro Jahr ohne Belastung des Haushaltes für den Biodiversitätsschutz bereit stellen.

Die CBD findet ab dem 19. Mai in Bonn statt. Rund 5000 Delegierte aus 189 Staaten werden erwartet. Zu den umstrittensten Themen gehört auch die Finanzierung von Naturschutzgebieten. Umweltminister Gabriel sagte, die Regierung könnte ein Scheitern der Konferenz nicht ausschließen. Aber weder er noch die Kanzlerin haben gesagt, wie die Bundesregierung dieses Scheitern verhindern will, berichtet Kaiser.

Schon vor sechs Jahren wurde die Ausbremsung des Verlustes von Arten und Lebensräumen bis 2010 auf dem Umweltgipfel von Johannesburg beschlossen. Doch bisher sind die Hauptursachen wie die Urwaldabholzung nicht gestoppt. Gelinge es in Bonn nicht, die Hauptverursacher zu bremsen, könne das Ziel nicht mehr erreicht werden, so Kaiser. Wenn in Bonn nichts passiere, würden auch die Probleme um Klimaerwärmung, Biodiversitätsverlust aber auch um Hunger und Armut dramatisch verschärft.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Mehr zum Thema

Weltweite Waldbrände

Ob Norden oder Süden – auf der Welt lodern erneut großflächig Waldbrände, die nicht oder nicht ausreichend bekämpft werden. Zum Beispiel in Brasilien und Russland.

Gefahr für Mensch und Umwelt

Das geplante Handelsabkommen zwischen der EU und den vier südamerikanischen Mercosur-Staaten hat schädliche Folgen, wie eine Studie zeigt.

Hilfe im Anflug

„Eine Pandemie erfordert Solidarität und Mitgefühl. Wir sitzen alle im selben Boot, unser Hilfsprojekt ist ein Zeichen der Hoffnung." Carol Marçal von Greenpeace Brasilien.