Greenpeace-Studie: RWEs Braunkohletagebau trocknet Hambacher Wald aus

​Hambi braucht Schutzzone

Dem Hambacher Wald droht Gefahr von allen Seiten: von RWE, vom Klimawandel — und auch von den Braunkohletagebauen. Sie trocknen den Wald aus, zeigt eine Greenpeace-Studie.

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Im Sommer flirrt die Luft über dem Tagebau Hambach. Gerade in den letzten zwei Hitzesommern betrug die Bodentemperatur oft 45 Grad.  Dass es im angrenzenden Hambacher Wald unter dem Blätterdach zur gleichen Zeit angenehme 23 Grad kühl ist, hilft dem umkämpften Hambacher Wald nur wenig. Wie eine riesige Abzugshaube wirken die Temperaturunterschiede. Die Hitze über den Tagebauflächen saugt die Feuchtigkeit aus dem nahegelegenen Wald, trocknet ihn aus. Gerade an den Rändern sterben immer mehr Bäume deshalb ab.

Zu diesem Ergebnis kommt die heute von Greenpeace veröffentlichte Studie „Hambacher Forst in der Krise“ eines Teams um den Biologen und Waldforscher Professor Pierre Ibisch. Satellitengestützte Auswertungen  zeigen, dass die Tagebaue und vor allem der Tagebau Hambach der Hitzepol der Region sind; und dass der Wald gerade an seinen Rändern bereits stark davon betroffen ist. „Die mikroklimatischen Randeffekte, die vom Tagebau ausgehen, sind ein bislang unterschätztes Problem“, so Ibisch.

500 Meter Pufferzone gefordert

Die Experten von der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde und dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung mahnen in der Studie, dass die weitere Abbaggerung hin Richtung Hambacher Wald sofort gestoppt werden muss, wenn man den Wald erhalten will. Außerdem fordern sie eine „thermische Pufferzone“: Rund um den Hambacher Wald soll eine Zone von 500 Metern wiederbewaldet werden, um für Kühle zu sorgen und um vor dem Austrocknen zu bewahren.

NRW-Ministerpräsident Laschet will Hambacher Forst nun retten

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) bekräftigte vergangenen Sonntag in einem Interview erneut: „Wir wollen den Hambacher Forst retten, wie es der Kohlekompromiss vorsieht.“ Doch unternommen hat Laschet bislang nichts, um RWEs Kohlekurs zu stoppen. Seit dem Beschluss des Kompromisses zum Kohleausstieg im Januar haben sich RWEs Bagger immer weiter an den Hambacher Wald herangraben, teilweise bis auf rund 50 Meter. Damit  gefährden sie nicht nur den Wald, sondern auch den errungenen Kohlekompromiss immer wieder aufs Neue. Greenpeace fordert, noch in diesem Jahr vier Braunkohleblöcke in Neurath und Niederaußem abzuschalten. Das würde das Klima und den wertvollen Hambacher Wald schützen.

Publikationen

Hambacher Forst in der Krise

Der Hambacher Wald ist gefährdet - nicht nur durch die Bagger von RWE, sondern auch durch Hitze und Trockenheit. In der Studie untersuchen Wissenschaftler der Universität Eberswalde und vom Potsdam Institut für Klimaforschung, wie Klimawandel, das Mikroklima und die Lage am Rand riesiger Braunkohletagebaue sich gegenseitig negativ verstärkten.

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