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Detox-Erfolg zum Fest

Gute Nachrichten zum Weihnachtsfest: Die Rewe-Group mit ihrem Discounter Penny verpflichtet sich, saubere Textilien herzustellen.

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Zuerst Tchibo, dann Lidl – und jetzt auch die Unternehmen der Rewe-Group. Sie alle wollen umwelt- und gesundheitsgefährdende Chemikalien aus der Textilproduktion verbannen. Ein Trend, der in die richtige Richtung geht.

Denn Labortests, die Greenpeace in Auftrag gegeben hatte, wiesen gefährliche Chemikalien in Kinderschuhen des Rewe-Group-Discounters Penny nach. Weitere Tests bescheinigten Mängel beim Rohstoffeinsatz, der Prozess-Chemie und Wiederverwertbarkeit der Textilien. Das bedeutet: Auch die Rewe-Group ist für die Verschmutzung von Gewässern mitverantwortlich. Denn die beim Färben und Imprägnieren eingesetzten Chemikalien gelangen ins Wasser und in die Nahrungskette – vor allem in den asiatischen Produktionsländern. Aber auch bei uns lassen sich viele der Schadstoffe im Abwasser nachweisen.

Bald ohne gefährliche Chemikalien

Nach Bekanntgabe der Testergebnisse reagiert die Rewe-Group, zweitgrößter deutscher Lebensmittelhändler, nun und verpflichtet sich, eine giftfreie Textilproduktion Schritt für Schritt einzuführen. „Eine Gegenbewegung zeichnet sich ab“, sagt Manfred Santen, Chemie-Experte von Greenpeace. „Statt schlechter Massenware wollen Tchibo und die Rewe-Group saubere, wiederverwertbare Textilien produzieren. Das ist eine gute Nachricht für Umwelt und Konsumenten.“

So will die Rewe-Group vier der elf gefährlichsten Chemikaliengruppen bis Ende Juni 2015 durch sichere Alternativen ersetzen. Per- und polyfluorierte Chemikalien, von denen einige das Immunsystem und die Fortpflanzung schädigen können, müssen bis spätestens Ende Dezember 2016 aus Textilien, Schuhen und Heimtextilien verschwinden. Damit die Menschen im Umfeld der Fabriken erfahren, welche Schadstoffe in die Gewässer gelangen, verpflichtet sich Rewe, 80 Prozent der Abwasserdaten aus Nassprozessen bis Ende 2015 zu veröffentlichen. Außerdem will sich die Gruppe um saubere Rohstoffe und Wiederverwertbarkeit der Textilien kümmern. Ein erstes Recycling-Projekt soll bis Ende 2015 umgesetzt werden.

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