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CITES: Auch kein Schutz für Haie

In der vergangenen Woche läuteten die Teilnehmer der CITES-Konferenz das Ende des Köngis der Meere ein: Sie entschieden sich gegen ein Handelsverbot von Rotem Thunfisch. Heute fanden auch die vorgeschlagenen Handelsbeschränkungen für verschiedene Haiarten, wie Hammer- oder Weißspitzenhaie, nicht die notwendige Mehrheit.

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Das ist ein Schlag ins Gesicht - noch dazu im offiziellen Jahr der Biodiversität, sagt Greenpeace-Meeresbiologe Thilo Maack. Was muss passieren, damit der Schutz der Artenvielfalt mehr ist als ein Schlagwort? Angesichts der fast 80 Millionen Haie, die jedes Jahr dem Meer entrissen und mit abgeschnittenen Flossen, bewegungsunfähig, zurück ins Meer geworfen werden, ist die CITES-Entscheidung nicht nachvollziehbar.

Letztendlich konnte sich kein einziger Vorschlag für die Beschränkung des Handels mit Meerestierarten durchsetzen. Dafür hat unter anderem die japanische Regierung gesorgt. Sie hat sich in den vergangenen Wochen die Unterstützung von armen Entwicklungshilfenationen gesichert. Offensichtlich fürchtet man sich vor einem Präzedenzfall, der der rücksichtslosen Ausbeutung des Meeres etwas entgegensetzen würde, so Maack.

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