Jetzt spenden
Stein am Grund des Sylter Außenriffs, Mai 2009
Peter Jonas / Greenpeace

Sylter Außenriff: Greenpeace-Steine bewahren Schutzgebiet

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Die von Greenpeace-Aktivisten vor Sylt versenkten Steine schützen die Artenvielfalt vor zerstörerischen Fischereimethoden. Dies ist das Ergebnis eines am Dienstag veröffentlichten Gutachtens. Im August 2008 hatten Aktivisten 320 Naturfelsen zum Schutz vor der Schleppnetz-Fischerei am Sylter Außenriff versenkt. 

Greenpeace-Taucher hatten in den vergangenen Wochen den Zustand der Steine in 30 Meter Wassertiefe kontrolliert und Proben genommen. Die Auswertung eines unabhängigen Gutachterbüros kommt zu dem Schluss, dass die Steine ein vielfältiges Leben ermöglichen.

Seenelken und Moostierchen siedeln sich an, Butterfisch und Zwergbutt wird Nahrung und Schutz geboten, Tintenfische legen hier ihren Laich ab. Die Taucher konnten sogar Schweinswale, die zur Paarung und Geburt in das Schutzgebiet kommen, beobachten. Im Außenriff können sich Schollen und Seezungen erholen und zukünftig außerhalb des Schutzgebietes wieder vermehrt gefangen werden.

Die Untersuchung der Steine zeigt auch, dass dort im letzten Jahr keine Schleppnetz-Fischerei mehr stattgefunden hat. Das ist der Grund, warum zahlreiche Arten die mehr als 300 Tonnen Felsgestein besiedeln können.

Bei unseren Meeresschutz-Steinen bleibt die Natur sich selbst überlassen, sagt Greenpeace-Meeresbiologe Thilo Maack. Schutzgebiete wirken wie eine Atempause für die übernutzten Meere. Hier können sich Fischbestände und Lebensräume erholen.

Das Sylter Außenriff ist eines der seltenen Steinriffe in der Nordsee. Obwohl das 5300 Quadratkilometer große Gebiet vor Sylt und Amrum schon vor fünf Jahren als Schutzgebiet ausgewiesen wurde, werfen Fischer dort ihre Schleppnetze aus und pflügen den Meeresboden um.

Beim Fang von Schollen, Seezungen und Krabben landen auch junge Fische und andere Meerestiere in den Maschen und werden als Beifang tot wieder über Bord geworfen. Zudem bedrohen schwere Saugbagger für den Abbau von Sand und Kies die Artenvielfalt im Schutzgebiet. Greenpeace fordert daher die Bundesregierung auf, für echte Schutzgebiete zu sorgen.

Denn bis heute hat die Bundesregierung keinen Finger krumm gemacht, um das als Natura 2000-Schutzgebiet gemeldete Sylter Außenriff zu sichern. Statt dessen hat sie die Greenpeace-Schutzmaßnahme für illegal erklärt und verboten.

Anders sieht das die schwedische Regierung. Sie erkennt den Nutzen von Natursteinen zum Schutz des Meeres an. Um die Fischbestände in den Gewässern vor Schweden zu schützen, wird Greenpeace ab August in zwei Schutzgebieten Steine versenken.

Online-Mitmachaktion

https://act.greenpeace.de/echter-meeresschutz-jetzt

Echter Schutz für mindestens 30% unserer Ozeane!

Das Herz unseres Planeten ist in Gefahr! Trotz neuem UN-Schutzabkommen bedrohen Überfischung und Tiefsee-Bergbau unsere Ozeane. Ein Vertrag allein rettet keine Wale – wir müssen jetzt Druck machen! Unterschreibe auch du die Petition „Mission 30x30: Lebensraum Meer“ Danke!

Jetzt unterzeichnen
0%
vom Ziel erreicht
0
haben mitgemacht
0%
Beluga Wale

Mehr zum Thema

Water Sampling at Chempark Dormagen

Zu viel PFAS in Flüssen und Meerestieren

Das Niedrigwasser des Rheins führt zu einer stärkeren Belastung des Flusses mit PFAS. Deutschland muss den Umgang mit diesen gesundheitsgefährlichen Chemikalien besser regulieren.

mehr erfahren über Zu viel PFAS in Flüssen und Meerestieren
Greenpeace-Experte Julios Kontchou auf einem Schiff mit Wasserprobe in der Hand

Tote Zonen in Strandnähe

Vor der Ostseeküste lässt Sauerstoffmangel Meeresorganismen absterben. Das liegt vor allem an der Gülleflut aus der Landwirtschaft, zeigen die Ergebnisse der jüngsten Greenpeace-Messtour.

mehr erfahren über Tote Zonen in Strandnähe
"Listen to the Science" Banner in the Arctic

Raubbau an der Tiefsee

Die ISA-Verhandlungen enden ohne klare Regeln. Die Allianz der Gegner wächst, gleichzeitig nutzt die Industrie neue Wege, um die ISA als Regulator auszubremsen. Die Tiefsee ist weiter in Gefahr.

mehr erfahren über Raubbau an der Tiefsee
SY Witness Meets the Expedition Vessel in Norway

Heimliche Superhelden der Tiefsee

Wer bei „Schwamm“ zuerst an die gelbe Abwaschhilfe denkt, wird überrascht sein: Meeresschwämme sind uralt, faszinierend – und manchmal sogar kleine Serienkiller.

mehr erfahren über Heimliche Superhelden der Tiefsee
Seespinne (männlich) mit Jungtieren, entdeckt bei Greenpeac-Arktisexpedition in der Tiefsee

Expedition in die arktische Tiefsee

In bis zu 3.000 Metern Tiefe auf einer Reise ins Unbekannte: Die Deep Arctic Expedition erforscht die arktische Tiefsee – und zeigt, was wir verlieren könnten. Jetzt liegen erste Bilder vor.

mehr erfahren über Expedition in die arktische Tiefsee
Rescue operation for a stranded humpback whale in the Baltic Sea - March 28

Verirrter Buckelwal in der Ostsee

Der Buckelwal, der sich in die Ostsee verirrt hatte und mehrfach gestrandet war, ist tot. Der Einsatz für seine Lebensräume geht weiter.

mehr erfahren über Verirrter Buckelwal in der Ostsee