Jetzt spenden
Brigitte Behrens
Samuel Zuder/Greenpeace

Greenpeace fordert massive Finanzmittel für eine grüne Revolution

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Mit Spekulationen hat die Finanzwirtschaft bisher den Wettlauf um natürliche Ressourcen angeheizt und vom Raubbau an der Natur profitiert. Die Konferenz in Washington muss Regeln dagegen setzen und die Finanzwirtschaft zum Motor für eine grüne Revolution der Weltwirtschaft machen. Wenn die Rettung der Banken wichtig ist, dann muss die Rettung des Planeten noch wichtiger sein, so Behrens.

Die Finanz- und Wirtschaftskrise ist eine gewaltige Chance, Maßnahmen gegen die viel bedrohlichere Klima- und Umweltkrise zu ergreifen. Denn wenn nicht sofort Investitionen gegen den Klimawandel erfolgen, werden die Schäden Experten zufolge bis zu 20 Prozent des Weltsozialprodukts (GDP) kosten - das wären derzeit rund 7,5 Billionen Euro jährlich. Nichtstun beim Klimaschutz wird uns in wenigen Jahren eine Dauerfinanzkrise bescheren, warnt Brigitte Behrens. Mit sofortigen Investitionen in den Klimaschutz von nur einem Prozent des GDP - derzeit rund 410 Milliarden Euro pro Jahr - könnten dagegen die schlimmsten Folgen noch vermieden werden.

Für die Finanzkrise und die Klimakrise gibt es eine gemeinsame Lösung: massive Investitionen in Erneuerbare Energien, den Erhalt der Urwälder als natürliche Kohlenstoffspeicher, umweltfreundlichen Verkehr und nachhaltige Landwirtschaft, so Brigitte Behrens. 2030 könnten Erneuerbare Energien bereits die Hälfte des Strombedarfs decken. Den hierfür nötigen Investitionen von rund sieben Billionen Euro stehen eingesparte Brennstoffkosten für Öl, Kohle und Gas von 14 Billionen Euro gegenüber, wie der neue Greenpeace-Report energy (r)evolution beweist. Mit 23 Milliarden Euro Investitionen jährlich könnte die Abholzung der Wälder gestoppt werden, die 20 Prozent der globalen CO2-Emissionen verursacht. Die Schäden der Weltwirtschaft durch Waldverlust schätzen die UN auf 1,5 Billionen Euro jährlich.

{image}Greenpeace verurteilt zugleich staatliche Hilfen für Industrien, die Klima und Umwelt zerstören. Autoindustrie und Energiekonzerne in Deutschland machen auch im Jahr der Finanzkrise wieder Milliardengewinne mit klimaschädlichen Produkten wie Geländewagen und Kohlekraftwerken. Und die Bundeskanzlerin wirft ihnen noch Milliarden in Form von Steuerbefreiungen und Ausnahmeregeln hinterher, so Brigitte Behrens. Deutschland zahlt nach Berechnungen von Greenpeace und des Umweltbundesamtes jährlich bis zu 42 Milliarden Euro umweltschädliche Subventionen.

Die Folgen der Finanzkrise sind reparabel, und die schlimmsten Folgen des Klimawandels können wir noch stoppen. Alle Fakten liegen auf dem Tisch. Was noch fehlt, sind Staaten, die den Mut aufbringen voranzugehen, so Brigitte Behrens.

  • climate projection Helgoland

    climate projection Helgoland

    Überspringe die Bildergalerie
Ende der Gallerie

Online-Mitmachaktion

https://act.greenpeace.de/mobbing-klagen-stoppen

Mobbing-Klagen stoppen

Greenpeace USA soll 660 Millionen Dollar "Schadensersatz" an Energy Transfer zahlen! So genannte SLAPP-Klagen gefährden unser Recht auf Meinungsfreiheit. Deutschland muss jetzt ein Anti-SLAPP-Gesetz erlassen.

Petition unterzeichnen
0%
vom Ziel erreicht
0
haben mitgemacht
0%
Rally against Corporations Trying to Sue Critics into Silence in Oakland

Mehr zum Thema

Portrait of Sarah Zitterbarth

“Für Europa kann das ein Katalysator sein”

Per Dekret ordnet US-Präsident Donald Trump den Austritt der USA aus einer Reihe internationaler Abkommen an. Was bedeutet das für Klimaschutz weltweit? Ein Interview mit Greenpeace Klimaexpertin Sarah Zitterbarth.

mehr erfahren über “Für Europa kann das ein Katalysator sein”
Vor dem Bundesverfassungsgericht präsentieren mehrere Kläger:innen Klimaschutz-Banner und die Zahl der Zukunftskläger:innen: 54.000

Klimawissenschaft unterstützt Zukunftsklage

Greenpeace und Germanwatch haben gemeinsam mit über 54.000 Mitkläger:innen Klima-Verfassungsbeschwerden eingereicht. Die Bundesregierung ignoriert wissenschaftliche Erkenntnisse und lehnt die Klimaklagen ab.

mehr erfahren über Klimawissenschaft unterstützt Zukunftsklage
Gletscherschmelze: der Gurgler 1932 - 2025

Gletscherschmelze: Berge ohne Eis

Neue erschreckende Bilder zeigen, wie die Erderhitzung Gletscher in Deutschland, Österreich und der Schweiz zerstört.

mehr erfahren über Gletscherschmelze: Berge ohne Eis
Protest in Dry River in the Amazon in Brazil

Dürre Zeiten

In Europa und weltweit leiden immer mehr Regionen an Trockenheit. Heiße Sommer lassen Böden, Wälder und Gewässer leiden, auch andere Jahreszeiten bleiben inzwischen oft zu trocken.

mehr erfahren über Dürre Zeiten
Martin Kaiser, Executive Director of Greenpeace Germany

Scheinsieg der Fossilen

Die UN-Klimakonferenz gab keine Antwort, wie wir schneller CO2-Emissionen senken und den Amazonas retten können. Und doch sieht Martin Kaiser, geschäftsführender Vorstand bei Greenpeace, Fortschritte.

mehr erfahren über Scheinsieg der Fossilen
Flut in Günzburg 2.6.24

Extremwetter - Wetterextreme

Überschwemmungen, Stürme und Dürren werden immer schlimmer. Im Sommer 2024 versank Europa mehrfach in sogenannten "Jahrhundertfluten", die Zahl der Hitzetoten steigt. Die Klimakrise ist längst da.

mehr erfahren über Extremwetter - Wetterextreme