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Greenpeace-Jugendliche protestieren vor der Hauptversammlung von Daimler in Berlin 04/08/2009
Paul Langrock / Zenit / Greenpeace

Greenpeace-Jugendliche fordern Mercedes-Benz zum Klimaschutz auf

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Vor der Hauptversammlung der Daimler AG demonstrieren rund 30 Jugendliche von Greenpeace gegen die klimaschädliche Modellpolitik von Mercedes-Benz. In der Kritik steht der Erfinder des Automobils, weil er sich im Jahr 2009 noch immer über Fahrzeuge definiert, die zu schwer und übermotorisiert sind. Auf der Versammlung selbst wird einer der Jugendlichen Herrn Zetsche auffordern, in die Zukunft der Jugend zu investieren und endlich leichtere und spritsparende Autos zu bauen. 

Die Jugendlichen richten ihren Protest an den Vorstandsvorsitzenden der Daimler AG, Dieter Zetsche. Dieser Mensch entscheidet immerhin über unsere Zukunft! Mir kommt es so vor, als würde ihn das gar nicht interessieren. Für Herrn Zetsche zählt im Endeffekt nur der kurzfristige Gewinn, so der 18-jährige Kölner Richard Brand. Für mich ist das unverständlich und zum Verzweifeln ungerecht. Kann sich ein Manager von Mercedes eigentlich vorstellen, was im Kopf eines Jugendlichen vorgeht?

Auch die 16-jährige Friederike Thomas aus Oldenburg findet die Modellpolitik unverantwortlich: Wie kann Mercedes weiterhin auf Autos setzen, die unnötig viel CO2 in die Luft blasen? Herr Zetsche muss doch einsehen, dass er als Chef eines riesigen Autokonzerns Verantwortung für den Schutz der Umwelt und unsere Zukunft trägt, sagt sie. Maßloses Tempo, Leistung und Übermotorisierung sind einfach nicht mehr zeitgemäß!

Tatsächlich schneidet Mercedes-Benz beim Klimaschutz im Vergleich zu den anderen großen deutschen Autoherstellern am schlechtesten ab. Laut Kraftfahrtbundesamt lag 2008 der durchschnittliche Kohlendioxidausstoß der Neufahrzeuge bei 184 Gramm (entspricht 7,3 Liter Spritverbrauch auf 100 Kilometern). Klimaschutzmaßnahmen werden hingegen nur in einzelnen Modellen gegen Aufpreis eingebaut. Damit hält sich der Konzern nicht mal an seine eigene Verpflichtungserklärung aus dem Jahr 1998, wonach Neuwagen im Jahr 2008 nur noch 140 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer (entspricht 5,5 Litern Spritverbrauch pro 100 Kilometer) ausstoßen dürften.

Ein Umlenken hin zu einer klimafreundlicheren Modellpolitik ist bisher nicht in Sicht, kritisieren die Jugendlichen. Mercedes-Benz verhindere seit Jahren die Einführung verbindlicher CO2-Grenzwerte für Neuwagen. Auch die ursprünglich recht ambitionierten CO2-Grenzwerte der EU würden durch Druck der Automobil-Lobby auf die Politik boykottiert und verwässert. Da wurde vor allem deutlich, dass auch die Politik, allen voran die selbst ernannte Klimakanzlerin im Endeffekt zu Gunsten der Industrie entscheidet, anstatt den Klimaschutz ernst zu nehmen, so das Fazit von Richard Brand.

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