Jetzt spenden
Tempolimit-Aktion in Berlin: Greenpeace Aktivist:innen stellen Verkehrsschilder vor dem Verkehrsministerium auf.
© Greenpeace / Andreas Schoelzel

Machen Sie Tempo beim Limit, Herr Tiefensee

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Mehr als 60 Prozent der deutschen Bevölkerung sind für ein Tempolimit auf der Autobahn. Damit könnten die Emissionen der Treibhausgase durch PKW auf Autobahnen sofort um neun Prozent pro Jahr verringert werden. Gleichzeitig würden rund 1,35 Milliarden Liter Benzin und Diesel eingespart. Keine andere direkte Maßnahme hat ein annähernd großes Potenzial.

Darum haben heute morgen 20 Aktivist:innen von Greenpeace vor dem Verkehrsministerium in Berlin protestiert. Sie haben 27 überdimensionale Verkehrsschilder aufgebaut, auf denen die Ergebnisse einer Unterschriftensammlung zum Schutz des Klimas durch ein Tempolimit zu sehen sind. Eine klare Mehrheit der Unterzeichner hat sich für Tempo 120 ausgesprochen. Auf einem Banner steht: Machen Sie Tempo beim Limit, Herr Tiefensee! Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) blockiert bislang eine Geschwindigkeitsbeschränkung.

Die Dauer-Blockade von Minister Tiefensee passt nicht zu den Anstrengungen der Bundesregierung, das Klima zu schützen, sagt Marc Specowius, Verkehrsexperte von Greenpeace. Dabei ist Tempo 120 die schnellste und kostengünstigste Maßnahme, um Treibhausgase zu verhindern.

Rund ein Drittel aller PKW-Kilometer werden auf 12.300 Kilometern Autobahn in Deutschland gefahren. Auf zwei Dritteln der Strecken gibt es nach Angaben der Bundesregierung keine Geschwindigkeitsbeschränkung. PKW tragen in Deutschland mit rund 12 Prozent zum Ausstoß von Kohlendioxid(CO2) bei.

Ein Tempolimit könnte die Treibhausgase schnell verringern. Deshalb hat Greenpeace schon seit April auf Autobahn-Teilstücken Tempo-120-Schilder aufgestellt. In sechs Bundesländern auf insgesamt 120 Autobahn-Kilometern wurde eine Geschwindigkeitsbeschränkung für den Klimaschutz eingeführt.

Dimas versus Tiefensee: Einer wird handeln

Zusätzlich wäre ein Tempolimit das Signal an die deutsche Autoindustrie, endlich leichtere Fahrzeuge mit sparsameren und damit klimafreundlicheren Motoren zu bauen. Der Aufwand wäre gering, der Effekt groß. Innerhalb kürzester Zeit könnten durch dieses Downsizing der Fahrzeuge die CO2-Emissionen von PKW halbiert werden.

Am Dienstag beginnt in Frankfurt die 62. Internationale Automobilausstellung. Die meisten der dort gezeigten Modelle sind von ihren Herstellern mit mehr Leistung und einer höheren Endgeschwindkeit als ihre Vorgängermodelle ausgestattet worden.

Mit diesem Vorgehen bugsiert sich die deutsche Autoindustrie langsam selbst ins Abseits. Momentan blasen die Neufahrzeuge der deutschen Autobauer im Durchschnitt 160 Gramm pro Kilometer in die Atmosphäre. Und das obwohl sich die europäischen Autobauer verpflichtet haben, den CO2-Ausstoß bis 2008 auf 140 Gramm zusenken.

Die EU wird an ihrem Ziel - ein durchschnitlicher CO2-Ausstoß von 120 Gramm je Kilometer für ab 2012 gebaute Neuwagen - festhalten. Das hat Umweltkommissar Stavros Dimas noch einmal bekräftigt. Wenn also Tiefensee die deutschen Autobauer nicht mittels Tempolimit zum Umdenken zwingt, wird es hoffentlich die EU tun.

Ende der Gallerie

Online-Mitmachaktion

https://act.greenpeace.de/klimanotstand

Klimanotstand jetzt!

Klimanotstand jetzt! Bundeskanzler Merz muss uns gegen Hitze, Flut und Dürre schützen: Ausstieg aus fossilen Brennstoffen, mehr Naturschutz und finanzielle Hilfe für Städte und Kommunen.

Petition unterzeichnen
0%
vom Ziel erreicht
0
haben mitgemacht
0%
Gruppe von Jugendlichen auf historischem Platz schützen sich mit Regenschirmen vor der Sonn

Mehr zum Thema

Protest at Petersberg Climate Dialogue in Berlin

Alles zur Weltklimakonferenz COP31

Internationale Klimapolitik ist gerade schwierig – was kann die Klimakonferenz in Antalya da liefern? Die Klimakrise drängt: Werden neue Staaten vorangehen und den Weltmarkt klimafreundlich gestalten?

mehr erfahren über Alles zur Weltklimakonferenz COP31
Zwei große Bilder nebeneinander auf einem Lkw: eines düster „Power the apocalypse“, das andere mit Windrad „Power the future“.

Nvidia: Die Klimakosten des KI-Booms

Eine Greenpeace-Analyse zeigt: Der Aufstieg des Chipkonzerns Nvidia geht mit massiv steigenden CO2-Emissionen einher. Greenpeace-Aktive protestierten bei einer Konferenz in Berlin.

mehr erfahren über Nvidia: Die Klimakosten des KI-Booms
Floods in Homa Bay County in Kenya

Riesige Klimaschäden durch Superreiche

Ein neuer Greenpeace-Report zeigt: Die größten Klimaschäden der Superreichen entstehen nicht nur durch Privatjets und Luxusvillen, sondern durch Beteiligungen und Finanzanlagen.

mehr erfahren über Riesige Klimaschäden durch Superreiche
Klimaland Bavaria 2040 - Keep the word- Protest Munich

Klimaziel Bayern in Gefahr

Große Klappe, nix dahinter: Söder und Aiwanger wollen nicht mehr, dass Bayern bis 2040 klimaneutral wird, ein entsprechendes Gesetz wird eingebracht. Greenpeace zeigt mit einer neuen Berechnung die Folgen, die dieses Gesetz hätte.

mehr erfahren über Klimaziel Bayern in Gefahr
Ein kleiner Schatten eines Straßenbaums auf versiegeltem Boden

Mehr Raum für Stadtnatur

Verformte Straßenbahngleise, Tropennächte, Unwetter – das sind nur ein paar Folgen des Hitzesommers in Deutschland. Greenpeace zeigt, wie sich Städte besser schützen können.

mehr erfahren über Mehr Raum für Stadtnatur
Messballon zur Beobachtung des Ozonlochs am nördlichen Polarkreis, Juni 1988

Ursache und Wirkung des Ozonlochs

Der 16. September ist Tag zum Schutz der Ozonschicht. Das Ozonloch beschäftigt Wissenschaftler:innen seit Jahrzehnten. Wir erklären, worum es sich dabei handelt und betrachten seinen aktuellen Zustand.

mehr erfahren über Ursache und Wirkung des Ozonlochs