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Esperanza auf Artkis Expedition: Meereis in der Chukchi Sea. Juli 2012
© Jiri Rezac / Greenpeace

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Die Meereisfläche in der Arktis - also jene Fläche, die zu mindestens 15 Prozent mit Eis bedeckt ist - schwankt erheblich zwischen den Sommer- und den Wintermonaten. Während für gewöhnlich im März - das heißt gegen Ende des Winters - das Maximum erreicht wird, ist mit dem Tiefstwert im September zu rechnen. Das bedeutet, dass der Rekordwert, den die NSIDC nun bekannt gegeben hat, in den nächsten zwei bis drei Wochen vermutlich noch ein gutes Stückchen weiter nach unten korrigiert werden muss.

Der Geschäftsführer von Greenpeace International, Kumi Naidoo, findet für diesen traurigen Rekord klare Worte: Diese Zahlen sind keiner Laune der Natur zuzuschreiben, sondern Folge der globalen Erwärmung, die durch unsere Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen verursacht wird, so Naidoo, der just an Protestaktionen gegen Gazprom-Ölförderungen in der russischen Arktis teilnahm, als der NSIDC die Meldung bekannt gab.

Das Verschwinden des Meereises könnte zu einer Verschärfung des Klimawandel-Phänomens beitragen. Je kleiner die Eisfläche, desto weniger Sonnenstrahlung wird reflektiert und desto mehr Energie wird von nunmehr freiliegenden Wasserflächen aufgenommen. Dem daraus resultierende Anstieg der Wassertemperatur wiederum trauen Wissenschaftler eine immense und schwer abzuschätzende Wirkung auf globale Wettersysteme zu.

Das Antlitz der Erde wird verändert

Seit dem Jahr 1979 wertet das NSIDC Satellitendaten zum arktischen Meereis aus. Die Geschwindigkeit, mit der das Eis schmilzt, hat in den letzten Jahren signifikant zugenommen. Auf der Webseite des NSIDC kommentiert Wissenschaftler Walt Meier diese Entwicklung: Für sich genommen ist es nur eine Zahl; Rekorde sind da, um gebrochen zu werden. Aber im Kontext dessen, was in den letzten Jahren passiert ist und was die Satellitendaten festhalten, ist die Zahl ein Indikator dafür, dass die Meereisschicht in der Arktis sich fundamental wandelt.

Das Abschmelzen der Arktis verändert das Antlitz unseres Planeten - vergleichbar mit der Abholzung und Rodung riesiger Waldflächen im Zuge der Industrialisierung im 19. Jahrhundert. Ölkonzerne nutzen diese Veränderungen, um bisher unerreichbare Ölreservoirs ins Visier zu nehmen. Auf der Seite savethearctic.org fordern weltweit über 1,5 Millionen Menschen die Einrichtung eines internationalen Schutzgebietes in der Arktis sowie Verbote gegen Ölförderungen in arktischen Gewässern.

Um den Zustand des Meereises in der Arktis zu beurteilen, wird neben der Eisfläche noch ein weiteres Kriterium berücksichtigt: das Eisvolumen. Erst kürzlich hat eine Auswertung der neuesten Daten des Satelliten CryoSat ergeben, dass innerhalb des letzten Jahres 900 Kubikkilometer Eis verloren gegangen sind. Einige Wissenschaftler befürchten, dass die Arktis bereits in zehn Jahren im Sommer eisfrei sein könnte, sollten sich die beobachteten Trends fortsetzen.

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