Jetzt spenden
Greenpeace-Aktivist mit Banner "Klimakanzler:in gesucht"
Anne Barth / Greenpeace

Riesige Stellenanzeige am Berliner Hauptbahnhof

Noch neun Tage bis zur Bundestagswahl. Zur Abstimmung steht, wer in den kommenden vier Jahren die Leitlinien der deutschen Politik bestimmt – und damit entscheidet, ob die Bundesregierung schnellstmöglich die notwendigen Schritte für eine klimaneutrale Zukunft einleitet. Wer könnte das sein? Greenpeace hat darauf bislang keine zufriedenstellende Antwort gefunden und deshalb in überregionalen Tageszeitungen und Onlinemedien eine Stellenanzeige geschaltet: Klimakanzler:in gesucht.

Am Berliner Hauptbahnhof haben Greenpeace-Aktivist:innen heute Morgen ein Banner mit derselben Stellenausschreibung aufgehängt, sozusagen auf dem Dienstweg der Parlamentarier:innen. Die wichtigste Aufgabe der neuen Regierungsspitze: Deutschlands Klimaziele ohne Wenn und Aber in Einklang mit dem Pariser Klimaabkommen bringen; das heißt, Deutschland muss endlich seinen Beitrag leisten, die Erderhitzung auf das kritische 1,5-Grad-Celsius-Limit zu begrenzen – durch Sofortmaßnahmen, die den CO2-Ausstoß schnell und wirkungsvoll senken. Keine der im Bundestag vertretenen Parteien stellt in ihren jeweiligen Wahlprogrammen zufriedenstellende Lösungen in Aussicht. In anderen Worten: Tut uns leid, Ihre Bewerbung entspricht leider nicht unserem Anforderungsprofil.

Alle Parteien müssen eine Schippe drauflegen

Laut einer aktuellen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) im Auftrag der Stiftung Klimaneutralität schneiden insbesondere CDU/CSU und FDP schlecht ab, wenn es um Pläne zur Senkung der CO2-Emissionen geht. „Beim Klimaschutz müssen alle Parteien eine Schippe drauflegen“, sagt Greenpeace-Klimaexpertin Lisa Göldner. „Deutschland braucht dringend eine Kanzlerin oder einen Kanzler, die oder der den Klimaschutz entschlossen anpackt und den Herausforderungen der Klimakrise gewachsen ist.“ 

Die nächste Bundesregierung wird die letzte sein, die noch entscheidende Weichen im Kampf gegen die Klimakrise stellen kann. Für die jüngere Generation ist das gleichbedeutend mit der Frage, ob sie ein Leben in Sicherheit und Freiheit führen kann. Dass die bisherige bundesdeutsche Politik dafür nicht ausreichend Sorge trug, hat die aufsehenerregende Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts bestätigt. Das Klimaschutzgesetz wurde nachgebessert, ist aber noch immer nicht ausreichend, um die schlimmsten Folgen der Klimakrise noch zu verhindern. Das Analyseprojekt Climate Action Tracker (CAT) stellt Deutschland in seinem neuesten weltweiten Ranking zur Einhaltung der Klimaziele sogar das Zertifikat „ungenügend“ aus. Wir brauchen mehr, und wir brauchen es jetzt.

Klimastreik am 24.9.

Die Aktion findet eine Woche vor dem Globalen Klimastreik von Fridays For Future statt, den Greenpeace unterstützt. In mehr als 370 Städten und Gemeinden in ganz Deutschland werden am 24. September Menschen für den Schutz des Klimas auf die Straße gehen und auch dort maximalen Klimaschutz von der künftigen Regierung fordern. Ein:e Klimakanzler:in steht zwar bislang nicht auf dem Wahlzettel – aber auch für diesen Job gibt es Fortbildungsmöglichkeiten. Greenpeace hilft dabei gerne weiter.

  • Riesige Stellenanzeige an der Fassade des Berliner Hauptbahnhofs: “Klimakanzler:in gesucht"

    Bewerbungen willkommen

    Überspringe die Bildergalerie
Ende der Gallerie

Online-Mitmachaktion

https://act.greenpeace.de/bigtech

Für eine bessere digitale Zukunft

Eine Handvoll Tech-Konzerne kontrolliert unser digitales Leben – mit fatalen Folgen für Demokratie, Privatsphäre und Klima. Wir holen uns das Internet zurück.

Ich bin dabei
Rosa Wolken mit Glitches

Mehr zum Thema

Flut in Günzburg 2.6.24

Extremwetter - Wetterextreme

Überschwemmungen, Stürme und Dürren werden immer schlimmer. Im Sommer 2024 versank Europa mehrfach in sogenannten „Jahrhundertfluten“, die Zahl der Hitzetoten steigt. Die Klimakrise ist längst da.

mehr erfahren über Extremwetter - Wetterextreme
Protest vor dem AWS-Summit

AWS & Co.: Die Macht hinter der Cloud

Wer die Cloud kontrolliert, kontrolliert uns alle. Greenpeace fordert faire Standards für digitale Infrastruktur – für Klima und Demokratie.

mehr erfahren über AWS & Co.: Die Macht hinter der Cloud
Floods in Homa Bay County in Kenya

Riesige Klimaschäden durch Superreiche

Neuer Greenpeace-Report: 0,01 Prozent der reichsten Menschen der Welt erzeugen durch ihre Investitionen Klimaschäden von 1.000 Milliarden US-Dollar. Wie Superreiche die Klimakrise massiv verschärfen.

mehr erfahren über Riesige Klimaschäden durch Superreiche
Hitzewelle in Bordeaux, Frankreich, Sommer 2020: Menschen spazieren im Wasser.

7 Tipps gegen die Hitze

Die Klimakrise ist da, die Sommer werden immer heißer. Vor allem Städte werden im Sommer oft zu glühenden Backöfen. Hier ein paar Tipps, wie unsere Städte und wir besser durch die heißen Tage kommen.

mehr erfahren über 7 Tipps gegen die Hitze
Links: Korallenbleiche, rechts: Die Korallen vor der Bleiche

El Niño und die Klimakrise

Durch die zu erwartende El-Niño-Periode könnten 2026/27 die mit Abstand heißesten Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnungen werden. Was das bedeutet.

mehr erfahren über El Niño und die Klimakrise
Klimaland Bavaria 2040 - Keep the word- Protest Munich

Klimaziel Bayern in Gefahr

Große Klappe, nix dahinter: Söder und Aiwanger wollen nicht mehr, dass Bayern bis 2040 klimaneutral wird. Ein entsprechendes Gesetz wird eingebracht. Greenpeace appelliert, dem nicht zuzustimmen.

mehr erfahren über Klimaziel Bayern in Gefahr