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Protest at Petersberg Climate Dialogue in Berlin
© Anne Barth / Greenpeace

Alles zur Weltklimakonferenz COP31

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Die Lösungen für grünen Strom, nachhaltige Wärme und sauberen Verkehr sind da, dem Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas steht technisch nichts im Wege. Doch weltweit steigt der Ausstoß an Treibhausgasen weiter, während Regierungen fossile Geschäftsmodelle fördern und sich Öl-Multis die Taschen mit Übergewinnen vollstopfen. Die Weltklimakonferenz COP 31, die vom 9. bis 20. November 2026 im türkischen Antalya stattfindet, muss diesen Widerspruch auflösen.

Die Warnung ist deutlich: Selbst wenn die bislang beschlossenen Klimaschutzmaßnahmen umgesetzt werden, steuert die Welt laut UN-Umweltprogramm UNEP auf eine Erhitzung um 2,8 Grad bis zum Ende des Jahrhunderts zu. Und das sogar, wenn die beschlossenen Klimaschutzmaßnahmen umgesetzt werden. 

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Martin Kaiser

geschäftsführender Vorstand von Greenpeace

„Öl-, Gas- und Kohlekonzerne heizen den Planeten mit erschreckendem Tempo auf. Ohne einen klaren Kurswechsel der Industrie- und Schwellenländer wird sich der schon jetzt katastrophale Temperaturanstieg weltweit mehr als verdoppeln. Damit wäre der jüngste Extremsommer mit Notschlachtungen, Ernteausfällen und über 15.000 Hitzetoten allein in Deutschland nur ein leiser Vorgeschmack für deutlich dramatischere Klimafolgen.“
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„Öl-, Gas- und Kohlekonzerne heizen den Planeten mit erschreckendem Tempo auf. Ohne einen klaren Kurswechsel der Industrie- und Schwellenländer wird sich der schon jetzt katastrophale Temperaturanstieg weltweit mehr als verdoppeln. Damit wäre der jüngste Extremsommer mit Notschlachtungen, Ernteausfällen und über 15.000 Hitzetoten allein in Deutschland nur ein leiser Vorgeschmack für deutlich dramatischere Klimafolgen.”
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Martin Kaiser
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Dabei geht es auch um Sicherheit und ein bezahlbares Leben. Fossile Energien machen abhängig von internationalen Krisen, Preissprüngen und autoritären Regimen. Dezentrale erneuerbare Energien bieten einen Weg aus dieser Abhängigkeit.

Erneuerbare Energien machen unabhängig

Sowohl der Irankrieg als auch der Ukrainekrieg haben die Energiemärkte belastet, Ressourcen verknappt und die Preise in die Höhe getrieben. Schmerzlich erleben wir unsere Abhängigkeit von Öl und Gas – und von den Ländern und Regierungen, die diese Ressourcen kontrollieren.

Die Folgen der fossilen Abhängigkeit zeigen sich zuletzt immer deutlicher im Portemonnaie: Heizöl, Benzin und Diesel sind durch den Krieg in Iran deutlich teurer geworden. Die Energiepreise treiben die Inflation. Auch deshalb muss die anstehende Weltklimakonferenz in der Türkei die Unabhängigkeit der Länder von Kohle, Öl und Gas voranbringen. Die Lösungen sind weltweit verfügbar und erfolgreich: Erneuerbare Energien, Wärmepumpen, kleine E-Autos und so weiter.

Doch bei den Klimaverhandlungen tritt derzeit eine rückwärtsgewandte Macht auf: Länder wie Saudi-Arabien, Russland, China und Indien bremsen die Arbeit des Weltklimarats (IPCC). Damit wird das Ziel gefährdet, wichtige Erkenntnisse des neuen IPCC-Berichts bis zur COP 32 im Jahr 2028 verfügbar zu machen. Offenbar fürchten diese Länder um ihre Gewinne. Noch immer basieren zwei Drittel der weltweiten Energieerzeugung auf der Verbrennung von Öl, Gas und Kohle. Kein Wunder also, dass Ölstaaten wie Saudi-Arabien die rechtzeitige Veröffentlichung wissenschaftlicher Bewertungen durch den Weltklimarat blockieren. Bei der anstehenden Weltklimakonferenz in der Türkei müssen Deutschland und die EU den fossilen Lobbyinteressen entschlossen entgegenhalten.

Die Energiewende läuft

 

Längst gibt es einen Wettstreit um die globalen Zukunftsmärkte, Technologien und Innovationen. Bei vielen davon führt derzeit China. Europa darf hier den Anschluss nicht verlieren.

Unternehmen entwickeln Energiespeicher, Handwerksbetriebe installieren Solaranlagen und Wärmepumpen, Menschen steigen auf Elektroautos um oder erzeugen gemeinsam ihren eigenen Strom. Sie zeigen, wie eine Wirtschaft mit erneuerbarer Energie funktionieren kann.

Elektrifizierung ist dafür der entscheidende Hebel: Elektromotoren und Wärmepumpen nutzen Energie besonders effizient. Damit erneuerbarer Strom fossile Brennstoffe im Verkehr, beim Heizen und in Teilen der Industrie ersetzt, braucht es leistungsfähige Netze, Speicher und einen sparsameren Umgang mit Energie.

Was fehlt, ist ein verlässlicher politischer Kurs. Unternehmen brauchen Planungssicherheit für Investitionen und neue Arbeitsplätze. Wer Klimaziele infrage stellt und fossile Geschäftsmodelle künstlich verlängert, bremst diesen Wandel.

Kein Steuergeld für fossile Abhängigkeit

Solange Staaten Öl, Gas und Kohle subventionieren oder steuerlich begünstigen, finanzieren sie die Ursachen der Klimakrise mit. Greenpeace fordert klare Fristen für das Ende fossiler Subventionen. Die frei werdenden Mittel müssen den Umstieg erleichtern und sozial gerecht gestalten: mit bezahlbarer klimafreundlicher Wärme, günstigem erneuerbarem Strom, einem besseren öffentlichen Nahverkehr und gezielter Unterstützung für Menschen mit geringem Einkommen.

Ein gerechter Übergang braucht außerdem Perspektiven für Beschäftigte und Investitionen in betroffene Regionen. Ob der Wandel gelingt, darf nicht vom Einkommen oder Wohnort abhängen.

Was die COP31 liefern muss

Mit dem US-Präsidenten Donald Trump und dem Ausstieg der USA aus dem Pariser Klimaschutzabkommen sind gerade keine leichten Zeiten für den Klimaschutz. Trotzdem ist die Klimakonferenz so wichtig wie nie. 

Die Weltklimakonferenz muss den fossilen Ausstieg für die zahlreichen Länder konkret machen und beschleunigen, die längst auf dem Weg sind: mit überprüfbaren nationalen Fahrplänen, dem Abbau fossiler Subventionen und einer verlässlichen Finanzierung des gerechten Übergangs. Der Ausbau erneuerbarer Energien muss Kohle, Öl und Gas ersetzen und tatsächlich verdrängen.

Deutschland und die EU müssen dabei vorangehen – mit konsequentem Klimaschutz zu Hause und Unterstützung für Länder, denen die finanziellen Mittel für den Umbau fehlen. Denn Staaten mit hoher historischer Verantwortung bei der Verschmutzung der Atmosphäre müssen mehr beitragen. 

Diese Finanzierung von Klimaschutz und der Anpassung an die schlimmsten Folgen der Klimakrise in Ländern mit niedrigen und mittleren Einkommen dürfen nicht als Belastung für andere Bereiche des öffentlichen Lebens verstanden werden – sie sind Investitionen in eine solidarische Welt, die auch bei uns Sicherheit stärkt und die boomenden Green Tech Branchen weiter antreibt. Sie werden Deutschland und Europa helfen, ein Netzwerk von wertebasierten Ländern aufzubauen, die einen Gegenentwurf zu Autokraten wie Putin und Trump entwickeln.

Die Technologien sind da. Unternehmen, Kommunen und Millionen Menschen treiben den Wandel voran. Jetzt müssen Regierungen den Weg freimachen: für eine erneuerbare, elektrische Zukunft und ein Ende der fossilen Abhängigkeit.

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„Um die Folgen der Erhitzung zu bremsen, muss der Ausstoß an Treibhausgasen in den kommenden Jahren laut UNEP doppelt so schnell sinken, wie bisher geplant. Bundeskanzler Merz muss jetzt seinen Kurs radikal korrigieren: Statt Klimaschutz in Deutschland und der EU zu bremsen, muss er diesen zur Leitplanke für Wirtschaft und soziale Gerechtigkeit entwickeln.“
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“Um die Folgen der Erhitzung zu bremsen, muss der Ausstoß an Treibhausgasen in den kommenden Jahren laut UNEP doppelt so schnell sinken, wie bisher geplant. Bundeskanzler Merz muss jetzt seinen Kurs radikal korrigieren: Statt Klimaschutz in Deutschland und der EU zu bremsen, muss er diesen zur Leitplanke für Wirtschaft und soziale Gerechtigkeit entwickeln.”
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Projektion auf das Kohlekraftwerk Bobov dol in Bulgarien
© Mitja Kobal / Greenpeace

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