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Ein Nadelwald leuchtet Orange vor Feuer
Julia Petrenko / Greenpeace

Waldbrände sind schneller und gefährlicher

In Russland erreichen die Brände neue, katastrophale Ausmaße. Greenpeace unterstützt weiter bei den Löscharbeiten.

Update vom 18. August: 

Seit Anfang Juli überschlagen sich erneut die Nachrichten über Brände aus allen Teilen der Welt. Langanhaltende Hitze und Trockenheit bieten den Flammen einen idealen Nährboden. In Russland hat bislang eine Fläche von 17 Millionen Hektar gebrannt - das entspricht etwa zwei Mal der Größe Österreichs. Zum Vergleich: in Deutschland gibt es etwa 11 Millionen Hektar Wald. Seit Beginn der Aufzeichnungen wurde noch nie so eine Größe in Russland erreicht - ein trauriger Rekord.

Greenpeace schickte bereits Anfang Juli freiwillige Helfer:innen zum Beispiel in den Osten Sibiriens. In Jakutien seien die Feuer in diesem Jahr früher als sonst ausgebrochen, teilte Greenpeace mit. „Sie entwickeln sich schneller und sind gefährlicher als in vorherigen Jahren.“ 

Auch in der Region Leningrad ist eine Gruppe von Freiwilligen im Einsatz und hat zuletzt im Juli erfolgreich einen von vier brennenden Torfbränden in der Nähe des Dorfes Naziya gestoppt. Die Brände dort sind dutzende Hektar groß. Das Team räumte den Schutt von der einzigen Straße, über die Löschfahrzeuge zum Feuer gelangen konnten. Danach füllten sie trockenen Rinnen und zwei provisorische Dämme rund um den Brandherd mit Wasser, um zu verhindern, dass sich das Feuer weiter ausbreitet. Das Feuer und die Rauchentwicklung konnte eingedämmt werden, aber die Löscharbeiten gehen weiter. Sie werden nun von der örtlichen Feuerwehr fortgesetzt und könnten bis zum Spätherbst andauern.

Ausgelöst wurden die Brände durch eine langanhaltende Hitze und einhergehende Dürre in den Wäldern. Die Situation in Russland hat sich wegen der Klimakrise über die letzten Jahre zudem weiter verschärft. Bereits in den letzten beiden Jahren standen große Teile in Flammen. 

Dürre, Hitze und Feuer auch in Nordamerika

Währenddessen hat die Hitzewelle in Nordamerika etwas nachgelassen. Durch die anhaltende Trockenheit ist die Gefahr für weitere Brände jedoch groß. Nach der Rekordhitze im Juli waren im westlichen Kanada starke Feuer ausgebrochen. Hunderte Menschen starben eines plötzlichen Todes. Tausende verloren durch die Brände ihr Zuhause. 

Teile der Vereinigten Staaten befinden sich unter der gleichen Hitzekuppel wie Kanada. Die Temperatur am Portland International Airport in Oregon erreichte am 28. Juni 46,1 Grad Celsius. Zum Vergleich: Die durchschnittliche Höchsttemperatur an diesem Flughafen liegt laut Meteorologen zu dieser Jahreszeit bei etwa 22,8 Grad Celsius. Auch in Kalifornien stellen Waldbrände erneut eine Bedrohung für viele Bewohner:innen der Städte dar. Sie haben mit einer Dürre zu kämpfen, die bereits vor der Hitzewelle begann. 

Die Klimaforschung spricht von einem “fast biblischem” Ausmaß. Die anhaltenden Hitzerekorde werden zunehmend mitverursacht durch die Veränderungen des mäandernden und stockenden Jetstreams, einem Windsystem, das für das Wetter auf der nördlichen Hemisphäre eine wichtige Rolle spielt. Dieser gilt auch als eines der Kippsysteme des globalen Klimas. Stockt dieser große Wirbel um die Arktis in mäandernder Ausführung, führt dies zu stärkeren Temperatur- und Niederschlagsabweichungen in Nordamerika und Europa und in den nördlichen Regionen Asiens. Sogenanntes Feuerwetter führt dann zu den verheerenden Bränden.   

Noch nie dagewesene Gefahren werden zur neuen Normalität, wenn wir nicht dringend Maßnahmen ergreifen um Emissionen in allen Sektoren zu minimieren, um die Klimakrise zu stoppen. Die rekordverdächtigen Hitzewellen gefährden rund um den Globus Leben und Lebensgrundlagen. Die steigenden Temperaturen sind nicht nur für die Gesundheit des Einzelnen gefährlich, sondern setzen auch ganze Ökosysteme und Gemeinden einem erhöhten Risiko durch Waldbrände und Ausfälle der Stromnetze aus.

Das ist auch für Deutschland relevant und wichtig. “Wir müssen daher alles dafür tun, dass sich Wälder und andere Ökosysteme möglichst naturnah und widerstandsfähig entwickeln können,” sagt Greenpeace-Kampaigner Jannes Stoppel. “Die industrielle Übernutzung muss dafür stark eingeschränkt werden und darf nicht mehr durch Staatsgelder gefördert werden. Nur Maßnahmen, die widerstandsfähige, biodiverse und gesunde Wälder fördern, dürfen auch Förderung zum Schutz unserer Lebensgrundlagen erhalten.” 

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