Skip to main content
Jetzt spenden
Greenpeace-Aktivist mit Barack-Obama-Maske, Arktis
Christian Åslund / Greenpeace

US-Regierung will neue Bohrlizenzen vergeben

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

In den USA geht das Poker um Öl weiter. Knapp fünf Jahre nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko sind weitere Bohrungen für die Vereinigten Staaten offenbar kein Tabu mehr: Die Regierung hat neue Regionen für die Vergabe von Bohrlizenzen vorgeschlagen.

>>> Helfen Sie die Arktis zu schützen: Schreiben Sie eine Protestmail an Präsident Obama!

Die USA setzen neben dem Golf von Mexiko und der Atlantikküste vor allem auf den Arktischen Ozean. Ein in Washington vorgestellter Plan zur Energieförderung für die Jahre 2017 bis 2022 sieht vor, dass in zwei ebenso abgelegenen wie sensiblen Meeresgebieten nach Öl gesucht werden darf: in der Beaufort- und der Tschuktschensee nördlich von Alaska. In diesen Regionen wären nur kleine Gebiete von der Lizenzvergabe ausgenommen und somit geschützt.

Wahrscheinlichkeit für Ölunfall: 75 Prozent

Beide Regionen verfügen weder über eine ausreichende Präsenz der Küstenwache noch über die nötige Infrastruktur, um angemessen auf ein mögliches Ölunglück zu reagieren. Dabei schätzt die US-Regierung die Wahrscheinlichkeit für einen oder sogar mehrere schwere Unfälle bei Bohrungen auf 75 Prozent. „Es ist unverantwortlich, angesichts dieser enormen Risiken weitere Gebiete der Arktis für die Ölindustrie freizugeben“, sagt Lisa Maria Otte, Greenpeace-Expertin für die Arktis. Erst 2012 hatte Shell mit einer unvergleichlichen Pannenserie in den Gewässern Alaskas gezeigt, dass weder Konzerne noch Regierung den Herausforderungen der Arktis gewachsen sind. „Obama muss Shell jetzt eine Absage für die Arktis-Bohrungen  in diesem Jahr erteilen!“, so Otte.

Der Präsident hatte sich erst zu Beginn dieser Woche in einer Videobotschaft für einen verstärkten Schutz von rund fünf Millionen Hektar Land im „Arctic National Wildlife Refuge“ ausgesprochen. „Mit der Ausweitung der Ölbohrungen im Arktischen Ozean macht er sich nun absolut unglaubwürdig“, so Otte.

Regierungspläne untergraben Klimaschutz

Damit unterläuft die US-Regierung auch ihre eigenen Bemühungen für einen verstärkten Klimaschutz. Eine erst kürzlich in der Fachzeitschrift Nature veröffentlichte wissenschaftliche Studie bestätigt: Wenn wir dem Klimawandel entgegensteuern und dafür den Temperaturanstieg unter zwei Grad Celsius halten wollen, muss das Öl aus dem Arktischen Ozean im Boden bleiben.

Würde die Regierung ihre Pläne allerdings durchsetzen, könnten sich Ölfirmen schon ab 2017 um Bohrlizenzen bewerben. Dabei gingen bereits den heute veröffentlichten Vorschlägen für Bohrregionen mehr als 500.000 Stellungnahmen verschiedener Interessensvertreter voraus, unter ihnen auch Greenpeace. Und auch künftig hat die Öffentlichkeit noch mehrere Gelegenheiten zum Widerspruch.

Doch es gibt auch Hoffnung auf eine Trendwende bei der Ausbeutung arktischer Ressourcen: Vor Grönland verlassen Ölfirmen gerade die Arktis und  geben ihre Bohrlizenzen zurück. Die Konzerne haben erkannt, dass ihre Öl-Ambitionen dort nicht profitabel sind. Bleibt zu hoffen, dass auch Shell zur Einsicht kommt und seine Pläne für Alaska aufgibt.

Helfen Sie uns beim Schutz der Arktis! Schreiben Sie eine Protestmail an US-Präsident Obama und fordern Sie Obama auf, keine neuen Ölbohrungen zuzulassen.

  • Junge Seebären, St.-Paul-Insel, Beringsee, Alaska

    Heimat in Gefahr

    Überspringe die Bildergalerie
  • Vogel auf Eisscholle, Tschuktschensee

    Eiszeit für die Arktis

    Überspringe die Bildergalerie
Ende der Gallerie

Jetzt mitmachen

Du willst Teil der Energiewende sein?

Menschen stellen die Energiewende dar - von der Atomkraft zur Windkraft 15.04.2011

Dann besuche in unserer Mitmach-Community Greenwire die Energiewende-Themengruppe und tausche dich mit Anderen aus, finde weitere Mitmachangebote und erfahre mehr über unsere Kampagnen.

Hier lang zur Themengruppe-Energiewende

Themengruppe auf

Menschen stellen die Energiewende dar - von der Atomkraft zur Windkraft 15.04.2011

Mehr zum Thema

In einem letzten Gefecht kletterten die Demonstranten auf den 125 m langen Fackelausleger der Plattform und schwenkten ein Transparent mit der Aufschrift „Bohren stoppen“. Fangen Sie an zu bezahlen.“ Unterdessen segelten fünf weitere Aktivisten unter der Leitung von Yeb Saño, Executive Director von Greenpeace Südostasien, an Bord des 8 Meter langen Tanker Tracker-Bootes von Greenpeace Nordic aus, um das 51.000 Tonnen schwere White Marlin-Schiff abzufangen, das von Shell unter Vertrag genommen wurde, als es

Aktive beenden Protest auf Ölplattform in 125 Höhe

  • 12.02.2023

Der Protest auf der Shell-Ölplattfrom wurde heute nach knapp zwei Wochen und einer Seereise von 4000 Kilometern in Haugesund, Norwegen, beendet.

mehr erfahren
Freiwillige helfen, die Strände von den Verschmutzungen zu befreien.

Ölkatastrophe in Israel

  • 03.03.2021

Die größte Ölkatastrophe in der Geschichte Israels ist auch ein Versagen der Politik. Satellitenbilder vom Mittelmeer zeigen, dass die Gefahr rechtzeitig zu erkennen gewesen wäre.

mehr erfahren
Die Esperanza fährt vor der Andrew-Plattform vorbei

Ölverschmutzung in der Nordsee

  • 17.08.2020

Eine starke Ölverschmutzung bei einer Plattform in der Nordsee dokumentierten Aktivistinnen und Aktivisten des Greenpeace-Schiffes Esperanza. Sie meldeten den Vorfall den Behörden.

mehr erfahren
Christian Bussau im Schlauchboot vor der Esperanza. Das Greenpeace-Schiff Esperanza fährt vor der von Shell betriebenen Ölplattform Brent-C (Charlie) im Hintergrund vorbei.

Deswegen sind wir wieder hier

  • 17.08.2020

Immer wieder protestiert Christian Bussau gegen Shell im Brent-Ölfeld. Der Protest gegen die Versenkung der Brent Spar war der größte Erfolg. Er erzählt, warum er heute da ist.

mehr erfahren
Portrait Christian Bussau

Umweltkatastrophe in Arktis

  • 15.06.2020

Was bedeutet die Ölkatastrophe in Russland für Mensch, Tier und Umwelt – und wie hängt das alles mit der Klimakrise zusammen? Ein Interview mit Dr. Christian Bussau von Greenpeace.

mehr erfahren
Greenpeace-Aktivisten vor BP-Hauptquartier in London

Weg vom Öl

  • 05.02.2020

Erster Tag im Amt, und schon Ärger mit Greenpeace: Auch vom neuen Chef des Ölkonzerns BP fordern die Umweltschützenden, endlich den Kurs auf Klimarettung zu stellen.

mehr erfahren