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Als Eisbär verkleideter Aktivist vor beklebtem Shell-Plakat.
Joerg Modrow / Greenpeace

Mit Aufklebern auf Shell-Werbeplakaten für Arktisschutz

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Die roten Buchstaben auf gelbem Grund fallen ins Auge. Der Botschaft kann sich kaum jemand entziehen. Seit Wochen klebt der Ölkonzern Shell die Werbetafeln der Republik mit seiner Kampagne zu: „Das Leben ist zu kurz, um Benzinpreise zu vergleichen“ steht in großen Lettern auf den Plakaten an Bushaltestellen, Bahnhöfen und den konzerneigenen Tankstellen.  Dass Shell zu den teuersten Anbietern von Kraftstoff gehört, spielt offenbar keine große Rolle. Werbung ist halt keine Wahrheit. Was neben den hohen Benzinpreisen ebenfalls unter den Tisch fällt, ist Shells unverantwortliches Verhalten in der Arktis.

Dass Shell dort riskant handelt, haben Greenpeace-Aktivisten jetzt der aktuellen Reklame des Konzerns hinzugefügt: Sie klebten grüne Aufkleber mit der Botschaft „Die Arktis ist zu kostbar, um Ölunfälle zu riskieren“ auf die Plakate des Ölmultis: Kaum war das Bild in den sozialen Medien geteilt worden, kamen viele unterstützende Kommentare. Und auch in den Medien wurde die Aktion aufgegriffen.

Shells Familienfreundlichkeit – eine Farce

Vor der Küste Alaskas bohrt Shell seit diesem Sommer nach Öl.  Sollte der Konzern fündig werden und mit der Förderung beginnen, liegt dem US-„Bureau of Ocean Energy Management“ zu Folge die Wahrscheinlichkeit für mindestens einen schweren Unfall während des Förderzeitraums bei 75 Prozent. „Die Ölausbeutung der Arktis ist unberechenbar“, sagt Lisa Maria Otte, Greenpeace-Expertin für die Arktis. „Die extremen Klimabedingungen können jederzeit die Technik versagen lassen und zu einer Umweltkatastrophe führen. In der Webekampagne präsentiert Shell sich als familienfreundlich und naturverbunden – das Gegenteil ist der Fall. Shell ist es ganz offensichtlich egal, wenn den nächsten Generationen von der Arktis nichts mehr bleibt.“

Welche Risiken vor Ort drohen, zeigt das Beispiel des Eisbrechers Fennica, der für Shell an der Ölsuche teilnimmt. Bereits Tage bevor Shells Flotte an der Bohrstelle ankam, zwang ein rund ein Meter langer Riss im Rumpf das Schiff zur Umkehr; es musste für mehrere Tage in eine Werft in Portland.

Mit der Havarie der Fennica setzte sich Shells Pannenserie von 2012 fort. Beim damaligen ersten Versuch Shells, die Arktis auszubeuten, kam es zu mehreren schweren Unfällen vor der Küste Alaskas. Unter anderem lief die Kulluk-Bohrplattform während eines Sturms auf Grund; auch das Bohrschiff Noble Discoverer wäre fast havariert. In Folge dessen musste der Konzern in den vergangenen beiden Jahren die Probebohrungen aussetzen.

„All diese Vorfälle zeigen, wie unverantwortlich Shell in der Arktis handelt“, so Otte. „Wenn das Unternehmen so weitermacht, ist es nur eine Frage der Zeit, bis es zu einer riesigen Ölkatastrophe in der Arktis kommt.“

>>> Protestieren auch Sie gegen Shells Ölbohrungen in der Arktis! Fordern Sie den Deutschland-Chef von Shell auf, die Bohrungen des Konzerns in der Arktis sofort einzustellen. 

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