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Die auf Grund gelaufene Bohrinsel, Januar 2013
US Coast Guard / Greenpeace

Mit einem Fuß in der Arktis

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US-Präsident Obama hat mit der Entscheidung eine Lizenzvergabe aus dem Jahr 2008 für die Öl- und Gasförderung in der arktischen Tschuktschensee für rechtmäßig erklärt. Damit ist Shell seinem Ziel, im Sommer 2015 wieder Probebohrungen vor der Küste Alaskas durchzuführen, einen großen Schritt näher gekommen. 

Neustart nach Pannenserie?

Nachdem es bei Shells Arktis-Projekt im Jahr 2012 zu mehreren schweren Pannen und Unfällen gekommen war, musste der Konzern in den vergangenen zwei Jahren seine Probebohrungen aussetzen. Dies lag unter anderem an dem Urteil eines US-Berufungsgerichts in San Francisco, in dem das US-Innenministerium angewiesen wurde, die für die Tschuktschensee vor Alaska ausgestellten Lizenzen für Öl- und Gasbohrungen („lease 193“) nochmals zu überprüfen. Das ist mit Obamas Entscheidung nun erfolgt, jetzt muss das Innenministerium noch die Anträge von Shell für die diesjährige Bohrsaison prüfen. Ein Ergebnis wird bis Ende April erwartet. Wenn das Innenministerium grünes Licht gibt, könnte Shell bereits in 100 Tagen mit den Probebohrungen beginnen. Helfen Sie uns mit einer Protestmail an US-Präsident Obama, das noch zu verhindern.

„Diese Entscheidung ist absolut wahnwitzig. Bei allem was wir bereits über den Klimawandel und die Risiken von Ölbohrungen in der Arktis wissen, ist es schlichtweg verantwortungslos, dass Präsident Obama diese Chance nicht genutzt hat, um Shell Ölbohrungen vor der Küste Alaskas zu untersagen“, so Larissa Beumer, Greenpeace-Expertin für die Arktis. 

Eine 6 Milliarden teure Fehlinvestition

Shell hat bereits rund 6 Milliarden US-Dollar in sein Arktis-Projekt gesteckt. 2012 plante der Konzern die Erschließung der in der Tschuktschensee vermuteten Reserven mit sogenannten Erkundungsbohrungen. Geplant waren insgesamt 10 Bohrungen in zwei Jahren. Shell hatte für das Vorhaben eine Bohrplattform, die „Kulluk“, und ein Bohrschiff, die „Noble Discoverer“, vorgesehen. Doch aus den Plänen wurde nichts.

Widrige Wetterbedingungen, fehlende Genehmigungen und ein katastrophales Management führten dazu, dass Shell 2012 keine einzige Ölbohrung durchführen konnte. Nachdem die vorgeschriebene Notfallausrüstung zur Bekämpfung von Ölaustritten bei einem behördlichen Test kläglich versagte, durfte Shell nur oberflächliche Bohrungen durchführen. Das Bohrschiff Noble Discoverer, das weder nationale noch internationale Standards erfüllte, havarierte fast; in Dutch Harbour brach zudem ein Feuer an Bord aus. Die Kulluk-Bohrplattform lief am 1. Januar 2013 auf ihrem Rückweg aus der Arktis während eines schweren Sturms in der Nähe von Kodiak Island, Alaska, auf Grund und erlitt einen Totalschaden.

Die Shell-Flotte zieht sich zusammen

Obwohl Shell für diesen Sommer noch auf die endgültige Genehmigung durch die US-Innenbehörde warten muss, zieht das Unternehmen jetzt schon eine Arktis-Flotte in Seattle zusammen, um von dort in die Tschuktschensee aufzubrechen. Wieder mit dabei: die Noble Discoverer. Statt der Kulluk, die inzwischen verschrottet wurde, befindet sich jetzt die Bohrplattform „Polar Pioneer“ auf dem Weg nach Seattle. Es wird erwartet, dass Shell 2015 eine weitere Milliarde US-Dollar in das Arktis-Projekt investiert. 

Sollte Shell in der Tschuktschensee Öl finden und mit der Förderung beginnen, schätzt die US-Regierung die Wahrscheinlichkeit für einen oder mehrere schwere Unfälle während des vorgesehenen Förderzeitraums von 51 Jahren auf 75 Prozent. Noch immer sind an der Küste Alaskas die Ölreste des letzten schweren Unfalls von vor 25 Jahren nachweisbar. Die Folgen der Havarie der Exxon Valdez haben deutlich gemacht, dass die Arktis zu den ökologisch sensibelsten Regionen auf unserem Planten gehört und welchen Schaden Öl hier anrichten kann.

Autorin: Larissa Beumer

Shell in der Arktis

Shell in der Arktis

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