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Stoppt Gasbohrungen in Bayern
Stoppt Gasbohrungen in Bayern

Kein neues Gas in Bayern!

Neue fossile Projekte bedrohen unsere Umwelt und unser Klima

Im idyllischen Oberbayern darf ein kanadisches Unternehmen nach Gas bohren. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger hat die Suche und erste Bohrung in Reichling erlaubt. Klimapolitischer Irrsinn, findet Greenpeace!

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In Bayern ist der Schlamm der Klima-Flut im Juni 2024 kaum getrocknet, da befeuert die Landesregierung aus CSU und Freien Wählern die Erd-Erhitzung  durch das Fördern von Gas weiter. Konkret plant ein Firmengeflecht rund um kanadische Investoren, in der oberbayerischen 1700-Gemeinde Reichling Gas aus 3000 Meter Tiefe zu fördern. Zum Auftakt wird dort voraussichtlich im September ein Bohrturm  für eine Erkundungsbohrung errichtet werden. Diese hat das Bergamt Bayern Ende Juni 2024 genehmigt. Eine sogenannte Erdgas-Exploration - also das Suchen nach diesem klimaschädlichen Brennstoff -  hatte Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) zuvor erlaubt. Weitere Gas-Projekte in der idyllischen Ammersee-Region und im Landkreis Miesbach könnten folgen.

Unter der Devise “Kein neues Gas” ist Greenpeace Bayern seit Mai 2024 aktiv gegen Gas-Bohrungen in Bayern. Gemeinsam mit der „Bürgerinitiative Reichling Ludenhausen – gegen die Ausbeutung unserer Heimat“ will Greenpeace, Bohrungen in Reichling, aber auch in anderen Gemeinden in Bayern, verhindern. 

"Ein Schritt in die völlig falsche Richtung"

Das unter Reichling befindliche Gasfeld könnte nach Schätzungen zwischen 300 und 500 Millionen Kubikmeter Gas enthalten. Gewissheit über Größe und Qualität des Vorkommens soll eine sogenannte Erkundungsbohrung in bis zu 3000 Meter Tiefe mit Einsatz des 40 Meter hohen Bohrturms liefern. Diese wurde am 26. Juni 2024 vom Bergamt Süd, eine dem bayerischen Wirtschaftsministerium unterstellte Behörde, erteilt.

Saskia Reinbeck, Energie-Expertin von Greenpeace Bayern, kritisiert diese Entscheidung. "Nur wenige Wochen nach dem verheerenden Hochwasser in Bayern lässt das Wirtschaftsministerium es zu, dass in Bayern nach Gas gebohrt werden darf. Dabei haben uns die Fluten Anfang Juni gezeigt, wie unsere Zukunft aussieht, wenn wir weiter klimaschädliches Gas verbrennen. Diese Genehmigung ist ein verstörender Schritt in eine völlig falsche Richtung."

Aktionen gegen Gas-Bohrungen in Bayern

  • Demonstration against Gas Drilling in Bavaria

    Mit einem mehr als vier Meter hohen X protestieren Aktive von Greenpeace und Mitglieder der Bürgerinitiative Reichling Ludenhausen am 4.7.2024 gegen die geplante Gasbohrung in Reichling. Der Bohrplatz befindet sich direkt hinter den Demonstranten, dort wo der Wald bereits gerodet ist. Das X steht seit fast 30 Jahren für Widerstand gegen Fehlentwicklungen der Energiepolitik - erst bei den Anti-AKW-Protesten im Wendland, nun beim Ausstieg aus fossilen Energieträgern.

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  • Demonstration against Gas Drilling in Bavaria

    Saskia Reinbeck, Energie-Expertin von Greenpeace Bayern, mit der zentralen Forderung an Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger. Jetzt neue Gas-Bohrungen in Bayern zu genehmigen, sei "klimapolitischer Irsinn" sagt Saskia Reinbeck.

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  • Demonstration against Gas Drilling in Bavaria

    Protest im Zeichen des X: Ein Presse-Fotograf fotografiert Vertreter der Bürgerinitiative Reichling Ludenhausen vor dem Emblem, das Greenpeace dort errichtet hat.

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  • Demonstration against Gas Drilling in Bavaria

    Stoppt Gasbohrungen in Bayern! Aktive von Greenpeace sprechen sich dafür aus, dass Erdgas-Unternehmen sich im Freistaat schleunigst vom Acker machen sollten.

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  • Demonstration against Gas Drilling in Bavaria

    Quer stellen! Die Kundgebung fand direkt am Grundstück statt, auf dem das Rohstoff-Unternehmen Genexco nach Gas bohren will.

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  • Demonstration against Gas Drilling in Bavaria

    Mit Humor gegen Investor: Dieser Teilnehmer der Kundgebung am 4.7.2024 in Reichling brachte mit dem Slogan "Bohrt lieber in der Nase!" seinen Protest gegen die geplante Gasbohrung zum Ausdruck.

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  • Protest against Gas Drilling in Bavaria

    Protest gegen geplante Gasbohrungen im oberbayerischen Reichling: Am 13. Juni 2024 demonstrieren Greenpeace-Aktive und Mitgliedern der Reichlinger Bürgerinitiative vor dem Staatsministerium für Wirtschaft und Energie in München.

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  • Protest against Gas Drilling in Bavaria

    Die zur kanadischen Firma MCF gehörende Genexco GmbH will über eine Tochterfirma eine Probebohrung in der 1700-Einwohner-Gemeinde (Landkreis Landsberg am Lech) durchführen. Aiwanger hatte die Erkundung erlaubt, die Genehmigung der Gasbohrung könnte in Kürze erfolgen. Der Bohrplatz, der in unmittelbarer Nähe zu zwei Schutzgebieten und der Trinkwasserquelle von Reichling liegt, wurde bereits gerodet. Hier soll laut Betriebsplan ein 40 Meter hoher Bohrturm errichtet werden.

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  • Protest against Gas Drilling in Bavaria

    Mit dabei: Franz Osterrieder von der „Bürgerinitiative Reichling Ludenhausen – gegen die Ausbeutung unserer Heimat“, hier im Gespräch mit Greenpeace-Sprecher Georg Thanscheidt.

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  • Protest against Gas Drilling in Bavaria

    Dazu errichten sie einen mehr als vier Meter hohen, aufblasbaren Bohrturm vor dem Dienstsitz des bayerischen Wirtschaftsministers Hubert Aiwanger (Freie Wähler).

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Portraits of Stefan Krug
„Bayern plant, die Klimakrise mit Gasbohrungen weiter anzuheizen. Gasvorkommen auszubeuten, schadet Natur und Klima und ist zudem überflüssig. Es gibt keinen Gasmangel in Deutschland.“

Stefan Krug

Leiter des Greenpeace-Landesbüros Bayern

Portraits of Stefan Krug
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„Bayern plant, die Klimakrise mit Gasbohrungen weiter anzuheizen. Gasvorkommen auszubeuten, schadet Natur und Klima und ist zudem überflüssig. Es gibt keinen Gasmangel in Deutschland.“
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Stefan Krug
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Leiter des Greenpeace-Landesbüros Bayern

Bürger:innen fürchten um ihr Trinkwasser

Mit den Greenpeace-Aktiven gehen bei der ersten Aktion gegen Gas-Bohrungen in Bayern am 13. Juni 2024 auch Mitglieder der „Bürgerinitiative Reichling Ludenhausen – gegen die Ausbeutung unserer Heimat“ auf die Straße. Sie fürchten, dass in ihrer Gemeinde im Landkreis Landsberg am Lech noch in diesem Sommer ein 40 Meter hoher Bohrturm stehen könnte

Sie haben Angst um ihr Trinkwasser. Denn der Bohrplatz liegt direkt neben einem sogenannten FFH-Schutzgebiet. Hier findet man nicht nur seltene Tiere und Pflanzen, hier liegen auch die Quellen, die Reichling und den Gemeindeteil Ludenhausen mit Wasser versorgen. „Es geht um unsere kostbarsten Güter: Trinkwasser, Luft und Boden. Wir haben Angst um unsere Gesundheit und die kommender Generationen“, sagt Franz Osterrieder von der Bürgerinitiative. „Der Protest der Bürgerinnen und Bürger gegen dieses Wahnsinnsprojekt ist verständlich”, sagt Stefan Krug, Leiter des Greenpeace-Landesbüro Bayern. “Diese Bohrungen belasten die Menschen vor Ort mit Lärm, Schmutz und Umweltrisiken. Der Profit aber geht nach Mülheim, Berlin und Kanada.“ 

Denn es ist ein kanadisches Unternehmen, das das Gas-Projekt in Reichling maßgeblich vorantreibt: Die Firma MCF aus Vancouver ist seit der Übernahme der Berliner Firma Genexco zu 20 Prozent an dessen Tochterfirma Genexco Gas beteiligt. Und dieses Unternehmen aus Mülheim an der Ruhr hat die Erlaubnis zur Erdgas-Exploration im Wirtschaftsministerium beantragt - und erhalten. Nun darf die Firma auch die sogenannte Erkundungsbohrung vornehmen.

Petition

https://act.greenpeace.de/eu-verbot-fossile-energien

Offener Brief: Neue fossile Energieprojekte in Europa verbieten

Wir alle müssen jetzt den klimatischen und ökologischen Notstand als die existenzielle Krise behandeln, die er ist. Unser Leben hängt davon ab. Deshalb fordern wir die EU-Institutionen dazu auf: Stoppt neue Öl- und Gasprojekte!

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Protesters holding yellow banner that says "defend the climate - not fussil fuels"

Gas ist extrem klimaschädlich!

Fossiles Erdgas besteht hauptsächlich aus Methan, chemisch CH4. Methan erhitzt das Klima über 20 Jahre etwas 84 mal stärker als CO2, ist also viel klimaschädlicher. Aus Methanleckagen an Bohrstellen, beim Transport oder aus undichten Stellen in Pipelines entweicht es über die gesamte Lieferkette in großen Mengen in die Atmosphäre. Die CO2- Emissionen bei der Verbrennung kommen als zusätzliche Klimabelastung noch obendrauf. Erdgas ist damit ein echter Klimakiller, dessen Förderung weltweit schleunigst ein Ende haben sollte.

Bohrtürme am Ammersee?

Diese Erkundungsbohrung wäre mutmaßlich die erste in diesem Jahrhundert in Bayern. Weitere könnten folgen: Die Genexco GmbH, die im Besitz des kanadischen Unternehmens MCF ist und die die Bohrung in Reichling vorantreibt, hält die Konzession an einem zehn Mal größeren Feld namens „Lech Ost“ (ca. 100 km2). Dies erstreckt sich gen Osten bis zum Ammersee. Auch hierfür hat Minister Hubert Aiwanger die „gewerbliche Bergbauerlaubnis“ bereits erteilt. 

Weiter im Osten - im Landkreis Miesbach - hat das Ministerium am 1.6.24. die "gewerbliche Bergbauerlaubnis" für das Feld "Mühlleite" und die  "großräumige Bergbauerlaubnis" für das Feld „Egmating“ gewährt. Hier sucht das Unternehmen Terrain Energy nach einem geeigneten Bohrplatz in Holzkirchen - gegen den Widerstand vor Ort. „Wir stehen auch weiteren Anträgen offen gegenüber“, hatte Minister Aiwanger erklärt, als er die Erdgas-Exploration in Reichling genehmigte.

Aber gegen die Pläne des bayerischen Wirtschaftsministers formiert sich wachsender Widerstand in der Region. Die neu gegründete Bürgerinitiative in Reichling sammelt Unterschriften gegen die Gas-Bohrung 800 Meter vom Dorfkern entfernt. Die ersten Listen füllten sich schnell, als die BI Reichling Ludenhausen am 28. Juni 2024  zu einem Expertengespräch über Gasbohrungen mit Bernd Ebeling, einem Ingenieur für Wasserwirtschaft, ins Pfarrheim St. Nikolaus geladen hatte. Mehr als 150 Menschen drängten sich im und vor dem Saal. Der Informationsbedarf war groß - und die Ablehnung des Projekts einhellig.

Grund genug für die Bürger-Initiative, den nächsten Schritt zu gehen - eine Demonstration gegenüber dem geplanten Bohrloch. Am 4. Juli 2024 fand die Kundgebung mit Unterstützung von örtlichen Grundstücksbesitzern, Greenpeace Bayern, Bund Naturschutz und Fridays for Future statt und setzte mit einem mehr als vier Meter hohen gelben X ein sehr sichtbares Zeichen gegen die geplante Ausbeutung der Gas-Vorkommen an dieser Stelle. Ein Signal mit Tradition: Das gelbe X symbolisierte bereits den Widerstand geben Atommüll-Lagerung in Gorleben , kam in dieser großen Ausführung bei Aktionen zum Kohle-Ausstieg in Lützerath zum Einsatz und verkörpert seitdem die Forderung nach dem Ausstieg aus fossiler Energie.

"Das ist klimapolitischer Irrsinn"

Mehr als 100 Menschen versammelten sich vor dem X und dem bereits gerodeten Bohrplatz, um gegen die geplante Probebohrung zu demonstrieren. "Heute noch neue Gasbohrungen zu erlauben, ist klimapolitischer Irrsinn", sagte Saskia Reinbeck, Klima-Expertin bei Greenpeace Bayern. "Ein solches Vorhaben zementiert Bayerns Abhängigkeit von fossilem Gas und verhindert, dass der Freistaat, wie von der Landesregierung beschlossen, bis 2040 klimaneutral wird." Die Forderung von Greenpeace:  Hubert Aiwanger darf keine neuen Gasbohrungen in Bayern genehmigen - weder in Reichling oder am Ammersee noch in Holzkirchen!
Das große gelbe X steht seit dem 4. Juli 2024 auf einer Wiese in Reichling, zwischen der Kreisstraße nach Rott und dem Platz, an dem Aiwanger nach Gas bohren lassen will.

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