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G7: Action in Germany for Independence from Fossil Fuels to Secure Peace
© Julius Schrank / Greenpeace

G7: Gasverbrauch in drei Jahren um 18 Prozent senken!

In der Gasbranche herrscht Goldgräberstimmung: Um die Importe fossilen Gases aus Russland zu reduzieren, planen europäische Regierungen, diese durch LNG (Liquid Natural Gas, verflüssigtes Erdgas) und Erdgas aus anderen Quellen zu ersetzen. Neben einer Renaissance des extrem umweltschädlichen Fracking in den USA droht auch in anderen Ländern die Erschließung zusätzlicher Gasvorkommen – die Gaskonzerne wittern das große Geschäft. Doch um die Klimakrise aufzuhalten, dürfen keinesfalls Gasvorkommen neu erschlossen werden. Im Gegenteil: Der Gasverbrauch muss jetzt schnell sinken, um zumindest im Stromsektor bis 2035 komplett auf fossiles Gas zu verzichten. Nur so lässt sich die Erderhitzung noch bei 1,5 Grad Celsius stoppen. Neue Infrastruktur für fossile Energieträger dagegen würde zu einem Lock-In-Effekt führen, also einer weiteren Bindung an Erdgas, Kohle und Öl auf Jahrzehnte.

Studie belegt: Gasverbrauch der G7 lässt sich in drei Jahren um ein Fünftel senken

Greenpeace hat anlässlich des G7-Gipfels unter deutscher Ratspräsidentschaft das Beratungsunternehmen DIW Econ beauftragt, das Gas-Einsparpotential der G7  auszurechnen, ohne das Gas durch andere fossile Energieträger ersetzt wird und ohne Reduzierung der Industrieproduktion. Das Ergebnis der Studie: Wenn die G7 jetzt konsequent Maßnahmen auf den Weg bringen, könnte ihr Gasverbrauch im Jahr 2025 um 264 Milliarden Kubikmeter niedriger sein als 2020. Das entspricht einer Einsparung um 18 Prozent. Zum Vergleich: Russland exportiert jährlich rund 210 Milliarden Kubikmeter fossiles Gas. 

Studie: G7 - Gas Reduction Plan

Studie: G7 - Gas Reduction Plan

Potenziale zur Senkung des Gasverbrauchs in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada und den USA

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Zweites G7-Treffen vor dem Gipfel Ende Juni

Nach dem Auftakttreffen der G7-Außenminister:innen Mitte Mai steht vom 25. bis 27. Mai die Runde der G7-Energie-, Umwelt- und Klimaminister:innen in Berlin an. Bundeswirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck und Bundesumweltministerin Steffi Lemke (beide Bündnis 90/Die Grünen) stellen hier die Weichen für den G7-Gipfel Ende Juni im bayerischen Elmau. Deutschland hat zusätzlich zu den bisherigen Arbeitsschwerpunkten unter anderem die „Beschleunigung des globalen Kohleausstiegs“ und die „forcierte Dekarbonisierung der Sektoren“ auf die Agenda gesetzt.

G7: Action in Germany for Independence from Fossil Fuels to Secure Peace

Am 13. Mai demonstrierten Greenpeace-Aktivist:innen anlässlich der G7-Außenminister:innenkonferenz für einen raschen Ausstieg aus Öl, Kohle und Gas.

„Die G7-Staaten können einen großen Teil ihres Gasverbrauchs einsparen, so das Klima schützen und die Welt sicherer machen”, sagt Greenpeace-Klimaexpertin Lisa Göldner. „Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für die sieben Industriestaaten, dem Rest der Welt zu zeigen, dass sie das 1,5-Grad-Ziel ernst nehmen und mit ganzer Kraft weg von fossilen Energien und hin zu den Erneuerbaren gehen.”

„Die G7 müssen jetzt so schnell wie möglich ihre Importe von Gas, Kohle und Öl aus Russland stoppen und ihre Stromproduktion bis 2035 komplett auf erneuerbare Energien umstellen. Nur so können die schlimmsten Folgen der Klimakrise abgewendet und Putin der Geldhahn zugedreht werden”, so Lisa Göldner.

 

Martin Kaiser: "Keine neuen Langzeit-Deals"

New Strategy for Bavaria Presentation in Munich

Martin Kaiser, geschäftsführender Vorstand von Greenpeace Deutschland

Nach dem Treffen der Klima-, Energie-, und Umweltminister:innen kommentierte Martin Kaiser, geschäftsführender Vorstand von Greenpeace Deutschland, die Ergebnisse des Gipfels: “Die G7-Minister:innen haben heute, zum Abschluss ihres Treffens in Berlin, einen wichtigen Schritt in Richtung des globalen Klimaschutzes gemacht. So ist der Beschluss zum Ausstieg aus fossilem Strom bis 2035 ein starkes und notwendiges Signal, ebenso wie die Absicht, ärmere Länder beim Ausstieg aus den fossilen Energien und der Bewältigung klimabedingter Schäden und Verluste zu unterstützen.

Damit aus diesen Erklärungen konkrete Vorgaben für die fossilen Industrien werden, müssen sich Kanzler Scholz und die G7 Staats-und Regierungschefs zu einem verbindlichen Ausstieg aus Kohle bis spätestens 2030 verpflichten sowie festschreiben, dass bis 2030 neuverkaufte PKW vollständig elektrisch sein müssen.

Nur mit klaren Verpflichtungen der reichsten Wirtschaftsnationen kann Olaf Scholz den G7-Gipfel in Elmau zum Erfolg führen und damit fossiler Energieabhängigkeit von Putin und der Klimakrise eine glaubwürdige Antwort geben. Zuhause ist es wichtig, dass Olaf Scholz jetzt den Energieverbrauch insgesamt reduziert statt neue Langzeit-Deals und eine fossile Überkapazität von LNG durch den Bau zwölf neuer Terminals zu produzieren."

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