Skip to main content
Jetzt spenden
Coal power plant Buschhaus and windmills
Paul Langrock/Zenit/Greenpeace

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

RECS - eine internationale Organisation, der auch Energieriesen wie E.ON, RWE, Vattenfall oder verschiedene Stadtwerke angehören - funktioniert wie eine große Tauschbörse. Produzenten von Ökostrom erhalten pro 1.000 Kilowattstunden aus ihrem Kraftwerk ein Zertifikat, das sie an andere Unternehmen weiterverkaufen können.

Ein Unternehmen wie E.ON kann beispielsweise Zertifikate eines norwegischen Wasserkraftwerks erwerben. Diese berechtigen den Konzern, einen Teil seines konventionellen Stromangebots aus Atom- und Kohlekraftwerken als Ökostrom anzubieten. Im Gegenzug muss das Wasserkraftwerk seinen sauber produzierten Strom in konventionellen umbenennen.

Die großen Energiekonzerne etikettieren so ohne Wissen der Kunden ihren dreckigen Kohle- und Atomstrom um und waschen ihr Image grün, kritisiert Greenpeace-Sprecher Jan Haase. Und das auch noch für wenig Geld. An der Börse kann sich ein Unternehmen günstigen Strom aus ungeklärter Herkunft kaufen, den es dann mit dem Kauf eines RECS-Zertifikats für nur 0,05 Cent in Ökostrom umwandelt.

Das ist hochgradige Verbrauchertäuschung, so Haase weiter. Verbraucher, die Ökostrom von Anbietern beziehen, die RECS-Zertifikate nutzen, können nur sicher sein, dass ihre verbrauchte Strommenge irgendwo in Europa mit erneuerbaren Energien hergestellt wird. Eine Verpflichtung, Kraftwerke für erneuerbare Energien zu bauen, gibt es nicht.

Wer mit der Stromrechnung auch den Bau neuer Wind- oder Wasserkraftanlagen fördern will, muss Versorger wählen die nicht am RECS teilnehmen und den Neubau solcher Anlagen in ihre Kriterien schreiben, sagt Jan Haase.

So lehnt der Stromversorger Greenpeace Energy den Schmu mit sogenannten RECS-Zertifikaten ab. Ziel eines echten Ökostromanbieters muss auch sein, den Marktanteil erneuerbarer Energien zu erweitern und den Anteil von gefährlichen Atom- und Kohlekraftwerken zurückzudrängen, erklärt Marcel Keiffenheim, Sprecher von Greenpeace Energy. Greenpeace Energy setzt dafür besonders hohe Maßstäbe: Wir versorgen jeden Kunden nach maximal fünf Jahren ganz aus neuen Anlagen, wobei wir viele der dafür benötigten Öko-Kraftwerke sogar selber bauen.

Mehr zum Thema

Anti-Atom-Protest bei der CSU in München

Energiewende in Bayern

  • 05.04.2023

Die Energiewende könnte Bayern günstigen und klimafreundlichen Strom bringen und den Wirtschaftsstandort sichern. Doch seit Jahren arbeitet die Staatsregierung gegen den Ausbau der Windkraft.

mehr erfahren
Windpark bei Altentreptow in Mecklenburg-Vorpommern

Windkraft

  • 04.04.2023

Windkraft – zweitliebste Energieform in Deutschland. Sie spielt beim grundlegenden Umbau der deutschen Energieversorgung sowohl an Land als auch auf dem Meer eine herausragende Rolle.

mehr erfahren
Licht fällt aus einem Dachfenster

Wärmewende

  • 23.02.2023

Auch Gebäudewärme muss schnell klimaneutral erzeugt werden, wollen wir die Klimaziele schaffen und unabhängig vom Import fossiler Energien werden. Eine Wärmewende muss her, und Greenpeace sagt, wie.

mehr erfahren
Sonnenblume und Windmühle in der Nähe von Wismar in Brandenburg.

Ökostromanbieter

  • 16.12.2022

Wie finde ich den richtigen Stromanbieter? Diese Frage stellen sich viele. Denn Stromgewinnung aus fossiler Energie schädigt das Klima und die Umwelt.

mehr erfahren
Heavy Rain Disaster in Southwest Germany

Ein Jahr nach der Flutkatastrophe

  • 15.07.2022

Im Juli 2021 erlebte das Ahrtal eine beispiellose Flut, die viele Todesopfer forderte. Rainer Doemen hat die Katastrophe erlebt und setzt sich für einen nachhaltigen Wiederaufbau der Region ein.

mehr erfahren
Arbeiter installieren Photovoltaikanlage auf Dach vor Reichstag in Berlin

Viel hilft viel

  • 21.10.2021

Die älteste Leier der deutschen Klimapolitik? „Man darf die Wirtschaft nicht überfordern.“ Nun zeigt eine Greenpeace-Studie: Mehr Klimaschutz schafft Jobs und Wachstum.

mehr erfahren