Jetzt spenden
windmill and AKW Brunsbuettel
Paul Langrock Agentur Zenit

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Der Windkraft wird oft vorgeworfen, dass sie für die Stromversorgung ausfällt, sobald kein Wind weht. Was wir in Schleswig-Holstein gerade mit der angeblich so zuverlässigen Atomkraft erleben, geht über eine kurze Windflaute weit hinaus.

Seit vielen Monaten sind die beiden norddeutschen AKW nicht in der Lage, Strom zu produzieren. Mehr noch, auch die Aussagen zum Wiederanfahren sind unzuverlässig. Der Termin wird immer wieder verschoben, weil laufend neue Mängel entdeckt werden. Erst hieß es Ende September, dann Oktober, Dezember und so fort. Auch die jetzt genannten Termine sind unsicher.

Die Unsicherheit der Kraftwerke zeigt sich also nicht nur in der Möglichkeit, einen Super-GAU auszulösen, der ganze Regionen existenziell bedroht. Sie zeigt sich nicht nur am potenziellen Terrorrisiko und am Atommüllproblem, das eine Sicherheitsgarantie für eine Million Jahre erfordert. Aktuell kommen zwei weitere Risiken hinzu.

Da ist zum einen die mögliche Gesundheitsgefährdung: Das Risiko für Kinder, an Krebs zu erkranken, ist deutlich erhöht, je näher sie an einem Atomkraftwerk wohnen. Und da ist zum zweiten das Versorgungsrisiko: Überraschend und ohne Vorwarnung fallen zwei Atomkraftwerke aus und bleiben auf unabsehbare Zeit vom Netz.

Brunsbüttel und Krümmel sind keine Einzelfälle. Auch die beiden Blöcke im hessischen Biblis haben über ein Jahr lang wegen schwerwiegender Defekte keinen Strom geliefert. Der Fehler liegt in der Konzentration auf wenige große Kraftwerksblöcke. Atomkraft ist ein Versorgungsrisiko.

Die gute Nachricht: Erneuerbare Energien haben das Potenzial, die maroden Atomkraftwerke zu ersetzen. Nicht im Wunschdenken von Umweltschützern, sondern nach harten Fakten. Die Stomerzeugung der Erneuerbaren Energien steigerte sich von 2005 mit 63,5 Terawattstunden (TWh) über 2006 mit 73,0 TWh bis zu 86,7 TWh im Jahr 2007. Das ist weit mehr als der Ausfall von Krümmel und Brunsbüttel im Jahr 2007.

Dazu Heinz Smital, Atomexperte von Greenpeace: Die gute Planungssicherheit durch den Atomausstieg und das EEG hat hierfür die Voraussetzungen geschaffen. Der Atomausstieg und der Zuwachs der Erneuerbaren Energien sind eine Erfolgsstory, die nicht durch einige ewig Gestrige kaputtgeredet werden sollte.

Risiko Atomkraft. Warum der Ausstieg aus der Atomkraft der einzig richtige Weg ist

Risiko Atomkraft. Warum der Ausstieg aus der Atomkraft der einzig richtige Weg ist

25 | DIN A4

3.05 MB

Herunterladen

Petition

https://act.greenpeace.de/eu-verbot-fossile-energien

Offener Brief: Neue fossile Energieprojekte in Europa verbieten

Wir alle müssen jetzt den klimatischen und ökologischen Notstand als die existenzielle Krise behandeln, die er ist. Unser Leben hängt davon ab. Deshalb fordern wir die EU-Institutionen dazu auf: Stoppt neue Öl- und Gasprojekte!

Jetzt unterzeichnen
0%
vom Ziel erreicht
0
haben mitgemacht
0%
Datum
Protesters holding yellow banner that says "defend the climate - not fussil fuels"

Mehr zum Thema

Atommeiler in Cattenom
  • 19.06.2024

Atomenergie ist ein volkswirtschaftliches Risiko, so eine aktuelle Greenpeace-Studie. Die Rechnung für unkontrollierte Kostensteigerungen und massive Verzögerungen begleichen die Steuerzahlenden.

mehr erfahren
Nuclear Action at EnBW in Germany
  • 24.05.2024

Tausende von Jahren sollte das „Versuchsendlager“ im ehemaligen Salzbergwerk Asse II sicher sein. Knapp vier Jahrzehnte später säuft es durch Wassereinbrüche ab, die Schachtanlage droht einzustürzen.

mehr erfahren
In einem Kindergarten liegen die Spielsachen so, wie sie nach der Katastrophe zurückgelassen wurden. Die Gasmaske eines Kindes neben einer Puppe ist nur ein weiteres grausames Paradoxon: Eine Woche vor dem Atomunfall wurden die Kinder darin geschult, die Sicherheitsausrüstung gegen die atomare Gefahr zu benutzen. Doch am Tag des Unfalls wurde auf Anweisung der Parteiführung keine einzige Gasmaske benutzt.
  • 26.04.2024

Am 26. April 1986 erschüttert eine Explosion das Atomkraftwerk Tschornobyl. Eine radioaktive Wolke verseucht die Region und zieht über Europa. Ursache sind menschliches Versagen und technische Mängel.

mehr erfahren
Greenpeace and BUND Naturschutz Celebrate Nuclear Phase-out in Munich
  • 12.04.2024

Vor einem Jahr ging das letzte AKW in Bayern vom Netz. Strom aus erneuerbaren Energien hat deutschlandweit Atomstrom ersetzt. Nur der Freistaat hinkt hinterher. Warum ist das so?

mehr erfahren
Projektion für den Atomausstieg am Atomkraftwerk Isar 2 bei Nacht
  • 09.04.2024

Happy Birthday, Atomausstieg! Auch wenn ein Jahr nach dem deutschen Ausstieg vielerorts eine “Renaissance der Atomkraft” herbeigeredet wird, laut einer aktuellen Studie sprechen die Fakten dagegen.

mehr erfahren
Karte der Region Fukushima in Japan, die die Ausbreitung der Strahlung nach der Atomkatastrophe im März 2011 im Kernkraftwerk Fukushima Daiichi zeigt.
  • 11.03.2024

Der 11. März 2011 versetzte Japan in einen Ausnahmezustand, der bis heute anhält. Die dreifache Katastrophe von Erdbeben, Tsunami-Flutwelle und Super-GAU traf das Land bis ins Mark.

mehr erfahren