Jetzt spenden

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Laut Energiekonsens von 2001 hätte das AKW Stade noch bis Ende 2004 in Betrieb bleiben dürfen - 23 Milliarden Kilowattstunden lang. Dass ein Jahr früher Schluss ist, hat dem Betreiber E.ON zufolge rein wirtschaftliche Gründe. Die 23 Milliarden Kilowattstunden dürfen nun in einem anderen Atomkraftwerk produziert werden.

Die vielen Milliarden Kilowattstunden Strom, die im AKW Stade während seiner rund 30-jährigen Laufzeit erzeugt wurden, haben eine Kehrseite: 550 Tonnen hochradioaktiven Atommülls, für den es bislang keine sichere Entsorgungsmöglichkeit gibt. Er wird noch Hunderttausende von Jahren lang strahlen.

Die Abschaltung des letzten deutschen Atomkraftwerks wird ungefähr für das Jahr 2020 erwartet. Doch ob es tatsächlich so weit kommt, hängt womöglich von den nächsten Bundestagswahlen ab. Oppositionsführerin Angela Merkel (CDU) hat bereits angekündigt, dass eine unionsgeführte Bundesregierung den Atomausstieg rückgängig machen werde.

Die Energiekonzerne würden sich wohl kaum sträuben. Schon sind Laufzeiten bis zu 60 Jahren im Gespräch. Klar: Für die Betreiber ist es auf einem liberalisierten Strommarkt immer besser, ein Kraftwerk bis ans Ende seiner Lebensdauer zu fahren, sagt Greenpeace-Atomexpertin Susanne Ochse und warnt davor, sich zu früh zu freuen. Auch wenn wir die Abschaltung von Stade natürlich begrüßen - zu feiern gibt es nichts.

18 Atomkraftwerke sind derzeit noch am Netz. Nur eines davon, das 34 Jahre alte AKW Obrigheim, wird innerhalb der nächsten drei Jahre abgeschaltet. Selbst wenn der Ausstieg aus der Risikotechnologie Atomkraft wie im Atomkonsens vorgesehen stattfinden sollte, bis 2020 und in den Folgejahren werden noch viele Atommülltransporte durchs Land rollen.

Online-Mitmachaktion

https://act.greenpeace.de/warmewende-jetzt

Wärmewende jetzt!

Die Bundesregierung will die Wärmewende ausbremsen - doch das wäre fatal und würde neue Unsicherheiten schaffen. Wir fordern: keine Abschwächung des Gesetzes, faire Förderung und Schutz für Mieter:innen!

Petition unterzeichnen
0%
vom Ziel erreicht
0
haben mitgemacht
0%
Thermography of Wasted Heat in Germany

Mehr zum Thema

In einem Kindergarten liegen die Spielsachen so, wie sie nach der Katastrophe zurückgelassen wurden. Die Gasmaske eines Kindes neben einer Puppe ist nur ein weiteres grausames Paradoxon: Eine Woche vor dem Atomunfall wurden die Kinder darin geschult, die Sicherheitsausrüstung gegen die atomare Gefahr zu benutzen. Doch am Tag des Unfalls wurde auf Anweisung der Parteiführung keine einzige Gasmaske benutzt.

Tschornobyl

1986 ereignete sich in Tschornobyl eine Katastrophe: Das Atomkraftwerk explodierte, eine radioaktive Wolke verseuchte die Region und zog über Europa. Am 26. April jährt sich der Super-GAU zum 40. Mal.

mehr erfahren über Tschornobyl
Tschornobyl Tour zum 30. Jahrestag

Der Sarkophag in Tschornobyl

Seit 2016 schützte ein neuer, teurer Sarkophag die Umwelt vor des Strahlen Tschornobyls. 2025 beschädigte ihn ein russischer Drohnenangriff schwer. Ein neuer Report zeigt: er ist jetzt undicht.

mehr erfahren über Der Sarkophag in Tschornobyl
Projektion zum Atomausstieg am AKW Isar 2

Zwei Jahre ohne Atomkraft

Atomkraft ist nicht nur riskant, sondern auch keine Lösung für die Energiekrise. Am 15. April 2023 wurden die deutschen Atomkraftwerke darum endgültig abgeschaltet. Und das ist gut so!

mehr erfahren über Zwei Jahre ohne Atomkraft
Karte der Region Fukushima in Japan, die die Ausbreitung der Strahlung nach der Atomkatastrophe im März 2011 im Kernkraftwerk Fukushima Daiichi zeigt.

Fukushima 15 Jahre später

Der 11. März 2011 versetzte Japan in einen Ausnahmezustand, die Folgen sind bis heute zu spüren. Die dreifache Katastrophe von Erdbeben, Tsunami-Flutwelle und Super-GAU traf das Land bis ins Mark.

mehr erfahren über Fukushima 15 Jahre später
Projektion für den Atomausstieg am Atomkraftwerk Isar 2 bei Nacht

9 Fakten über Atomkraft

Auch wenn immer wieder eine „Renaissance“ herbeigeredet wird: die Fakten sprechen gegen Atomkraft. Denn sie ist und bleibt unsicher, unzuverlässig, gefährlich, dreckig und teuer. Punkt. Aus.

mehr erfahren über 9 Fakten über Atomkraft
Der Erkundungsbereich im Salzstock Gorleben 01/21/2011

Salzstock Gorleben: Zum Endlager erkoren

Ein maroder Salzstock im niedersächsischen Gorleben war jahrzehntelang als Endlageroption für hoch radioaktiven Müll ausersehen. Aus politischen Gründen. Denn fachlich war klar: sicher ist er nicht.

mehr erfahren über Salzstock Gorleben: Zum Endlager erkoren