Skip to main content
Jetzt spenden

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

In Paks war es am 10. April zum Austritt radioaktiver Gase in die Umwelt gekommen, als Kernbrennstäbe gereinigt werden sollten und dabei schwer beschädigt wurden. Im rund 100 Kilometer entfernten Budapest maßen zwei Universitäten unabhängig voneinander um 17 und 26 Prozent höhere Radioaktivitätswerte als normal. Durch den Unfallbericht kam jetzt heraus, dass im Rauchfang von Block 2 der Einbau von Filtern unterblieben ist, obwohl diese EU-weit und seit 1997 auch nach ungarischem Gesetz vorgeschrieben sind.

Auch das Überhitzen der Brennelemente und nachfolgende Zerbrechen der Brennelementbehälter ist dem Bericht zufolge einem grundsätzlichen Mangel zuzuschreiben. Eine Pumpe für die Zirkulation des Kühlwassers im Abklingbecken ist um das Zehnfache zu klein ausgelegt. Eine Ersatzpumpe für den Notfall existiert nicht. Kuriosum: Als Kommissar zur Überprüfung der Unfallserie wurde ausgerechnet Attila Aszodi eingesetzt. Aszodi arbeitet in leitender Position für die Organisation Jugend für die Atomenenergie, welche in Schulen und an der Technischen Universität für den Aufbau einer starken europäischen Atomindustrie wirbt.

Greenpeace fordert, dass die Betriebsgenehmigung für Paks überprüft und notfalls ganz entzogen wird. Außerdem müssen unabhängige internationale Experten den Pannenreaktor untersuchen. Atomlobby und Kontrollinstanzen dürfen nicht miteinander verquickt sein. Diesen Mangel im ungarischen System hat schon das EU-Generalsekretariat 1999 in seinem Bericht zur Erweiterung der Europäischen Union beanstandet.

Mehr zum Thema

Martin Kaiser, Executive Director of Greenpeace Germany

Atomkraft – keinen Tag länger!

  • 04.10.2022

Warum wir weiter für den Atomausstieg am 31.12.2022 sind.

mehr erfahren
Exit Projection at the Isar 2 NPP

Atomkraftwerke abschalten

  • 28.09.2022

Atomkraft ist nicht nur riskant, sondern auch keine Lösung für die Energiekrise: deutsche AKW sind unsicher, leergebrannt und derzeit nicht einsetzbar. Die Fakten.

mehr erfahren
Fukushima Map

Fukushima

  • 23.09.2022

Der 11. März 2011 versetzte Japan in einen Ausnahmezustand, der bis heute anhält. Die dreifache Katastrophe von Erdbeben, Tsunami-Flutwelle und Super-GAU traf das Land bis ins Mark.

mehr erfahren
Staff Portrait of Gianna Martini

Atomausstieg: Keinen Tag länger

  • 29.08.2022

Ich will, dass deutsche Atomkraftwerke am 31.12. vom Netz gehen. Und keinen Tag später. Denn Atomkraft ist gefährlich - und hilft uns in der derzeitigen Gasmangellage nicht weiter.

mehr erfahren
So funktioniert ein Druckwasserreaktor, Grafik

Wie funktioniert ein AKW?

  • 24.08.2022

Atomkraftwerke nutzen die Energie von Wasserdampf, um an Stromgeneratoren gekoppelte Turbinen anzutreiben. Die Wärme entsteht durch die Kernspaltung.

mehr erfahren
Transporter vor AKW-Kühlturm

Greenpeace radiation investigation at Chornobyl

  • 18.07.2022

Near the ruins of the Chornobyl nuclear power plant, an international team of radiation experts led by Greenpeace Germany is examining abandoned Russian positions for radioactive contamination.

mehr erfahren