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Greenpeace Online: Wie sieht die Situation vor Ort aus?

Jörg Feddern: Ich stehe hier auf der sogenannten Besucherplattform und kann von oben direkt auf das Geschehen blicken. Immer noch treten weißer Rauch und Wasserdampfschwaden aus dem betroffenen Gebäude aus. Und die Luft ist geschwängert mit einem unangenehmen Geruch wie von verschmorrten Plastikteilen. Der verbreitet sich über das Gelände und die Umgebung.

Die Feuerwehr scheint die Sache unter Kontrolle zu haben. Aber immer wieder treten leichte Schwelbrände auf. Die Mitteilung des Betreibers Vattenfall von gestern, dass der Brand gelöscht sei, war wohl etwas vorschnell.

Da in dem Gebäude noch Temperaturen von 700 Grad Celsius herrschen, können die Experten noch nicht nach der Brandursache suchen. Frühestens in zwei Tagen kann man das Gebäude wieder betreten.

Greenpeace Online: Der Reaktor ist nicht in Mitleidenschaft gezogen worden, kann man davon sprechen, dass es ein harmloser Brand war, wie er auch bei Kohlekraftwerken auftreten könnte?

{image_r}Jörg Feddern: Nein, harmlos ist ein Brand in einem AKW niemals. Solche Störfälle können immer auch das Reaktorgebäude in Mitleidenschaft ziehen. Nur mal angenommen, ein solcher Brand nimmt Ausmaße an, dass das Notkühlsystem des Reaktors beeinträchtigt würde.

Zwischen dem Reaktorgebäude und anderen Gebäuden auf dem Gelände gibt es viele Verbindungen wie beispielsweise Kabelschächte. Durch sie kann ein Brand auch in den Reaktor eindringen.

Wie ich von der Besucherplattform aus erkennen kann, steht das in Brand geratene Betriebsgebäude neben einem, wo aus dem öffentlichen Netz Strom für den Betrieb des AKW angeliefert wird. Wenn der Brand nun von einem Gebäude aufs andere übergegriffen hätte, hätte auch die Stromversorgung für den Betrieb des AKW und der Sicherheitsanlagen gefährdet werden können.

Greenpeace Online: Sollte man davon ausgehen, dass die Störfälle in Brunsbüttel und Krümmel zufällig waren und es keinen Zusammenhang mit dem Alter der Anlagen gibt?

Jörg Feddern: Allein in Krümmel gab es im vergangenen Jahr 15 meldepflichtige Ereignisse. Krümmel ist seit 1984 am Netz und damit eine Altanlage, genau wie Brunsbüttel. Studien belegen, dass die Störanfälligkeit bei Altanlagen deutlich ansteigt. Dann kommt es vermehrt zu Kurzschlüssen wie im AKW Brunsbüttel.

Greenpeace Online: Was für Konsequenzen müssen jetzt gezogen werden?

Jörg Feddern: Weil die Atomkraftwerke so gefährlich sind, müssen wir den Atomausstieg umsetzen. Diese alten AKW müssen so schnell wie möglich weg.

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