Jetzt spenden
Das Grundstück von Greenpeace im Gorlebener Forst  21.03.2012
Dörthe Hagenguth / Greenpeace

Ergebnisse

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Auch 60 Jahre nach der ersten Kernspaltung gibt es weltweit kein betriebsbereites Endlager für hochradioaktiven Atommüll. Das einzige, was man bis jetzt weiß, ist, dass es ein wirklich sicheres Endlager für den Jahrtausende strahlenden Müll nie geben wird.

Die geologischen Sicherheitsprobleme sind in allen Ländern ähnlich. Eine wirksame Abschirmung der Biosphäre vor radioaktiven Nukliden kann durch Kontakt zu Grundwasser führenden Gesteinsschichten, Gebirgsklüfte und seismische Aktivität unabhängig vom Wirtsgestein in keinem Land für viele Tausend Jahre garantiert werden.

Die Umweltschützer forderten deshalb ihre Regierungen auf, die Produktion von radioaktiven Abfällen sofort zu stoppen. Die angestrebten Isolationszeiträume rangieren von 10.000 Jahren (USA) bis 1 Mio. Jahre (Deutschland). Russland setzt dem gegenüber auf die langfristige Verdünnung der radioaktiven Stoffe aus dem Lagerort in die Umwelt.

Beim Vergleich der Endlagerpläne in den verschiedenen Ländern stellten die Teilnehmer viele Parallelen fest. Sicherheitskriterien spielten bei der Auswahl der Standorte keine große Rolle. Vielmehr mussten Betreiber und Regierung mit dem Akzeptanzproblem in der Bevölkerung fertig werden.

Deshalb handelt sich bei den bisher ausgewählten Standorten meist um dünnbesiedelte und wirtschaftlich schwach entwickelte Regionen. Die Regierungen hoffen hier auf weniger Widerstand bei der Bevölkerung zu treffen. Häufig wählen die Verantwortlichen auch Bauplätze in unmittelbarer Nähe von bereits bestehenden Atomanlagen aus und setzen hier auf den Gewöhnungseffekt bei der Bevölkerung. Zum Teil sind die betroffenen Gebiete durch alte radioaktive Emissionen oder Nuklearwaffentests so verstrahlt, dass nach Ansicht der Regierungen an den Orten ein Endlager nur noch eine unwesentliche weitere radioaktive Belastung der sowieso schon verseuchten Umwelt dar stellt.

Treffen die Endlagerpläne auf Widerstand in der Bevölkerung, zahlen Betreiber und Regierungen in vielen Ländern großzügige Akzeptanzgelder an die betroffenen Gemeinden. Mit Schwimmbädern, Altersheimen und beleuchteten Bürgersteigen soll die Zustimmung zu den Endlagern erkauft werden.

Online-Mitmachaktion

https://act.greenpeace.de/warmewende-jetzt

Wärmewende jetzt!

Die Bundesregierung will die Wärmewende ausbremsen - doch das wäre fatal und würde neue Unsicherheiten schaffen. Wir fordern: keine Abschwächung des Gesetzes, faire Förderung und Schutz für Mieter:innen!

Petition unterzeichnen
0%
vom Ziel erreicht
0
haben mitgemacht
0%
Thermography of Wasted Heat in Germany

Mehr zum Thema

In einem Kindergarten liegen die Spielsachen so, wie sie nach der Katastrophe zurückgelassen wurden. Die Gasmaske eines Kindes neben einer Puppe ist nur ein weiteres grausames Paradoxon: Eine Woche vor dem Atomunfall wurden die Kinder darin geschult, die Sicherheitsausrüstung gegen die atomare Gefahr zu benutzen. Doch am Tag des Unfalls wurde auf Anweisung der Parteiführung keine einzige Gasmaske benutzt.

Tschornobyl

1986 ereignete sich in Tschornobyl eine Katastrophe: Das Atomkraftwerk explodierte, eine radioaktive Wolke verseuchte die Region und zog über Europa. Am 26. April jährt sich der Super-GAU zum 40. Mal.

mehr erfahren über Tschornobyl
Tschornobyl Tour zum 30. Jahrestag

Der Sarkophag in Tschornobyl

Seit 2016 schützte ein neuer, teurer Sarkophag die Umwelt vor des Strahlen Tschornobyls. 2025 beschädigte ihn ein russischer Drohnenangriff schwer. Ein neuer Report zeigt: er ist jetzt undicht.

mehr erfahren über Der Sarkophag in Tschornobyl
Projektion zum Atomausstieg am AKW Isar 2

Zwei Jahre ohne Atomkraft

Atomkraft ist nicht nur riskant, sondern auch keine Lösung für die Energiekrise. Am 15. April 2023 wurden die deutschen Atomkraftwerke darum endgültig abgeschaltet. Und das ist gut so!

mehr erfahren über Zwei Jahre ohne Atomkraft
Karte der Region Fukushima in Japan, die die Ausbreitung der Strahlung nach der Atomkatastrophe im März 2011 im Kernkraftwerk Fukushima Daiichi zeigt.

Fukushima 15 Jahre später

Der 11. März 2011 versetzte Japan in einen Ausnahmezustand, die Folgen sind bis heute zu spüren. Die dreifache Katastrophe von Erdbeben, Tsunami-Flutwelle und Super-GAU traf das Land bis ins Mark.

mehr erfahren über Fukushima 15 Jahre später
Projektion für den Atomausstieg am Atomkraftwerk Isar 2 bei Nacht

9 Fakten über Atomkraft

Auch wenn immer wieder eine „Renaissance“ herbeigeredet wird: die Fakten sprechen gegen Atomkraft. Denn sie ist und bleibt unsicher, unzuverlässig, gefährlich, dreckig und teuer. Punkt. Aus.

mehr erfahren über 9 Fakten über Atomkraft
Der Erkundungsbereich im Salzstock Gorleben 01/21/2011

Salzstock Gorleben: Zum Endlager erkoren

Ein maroder Salzstock im niedersächsischen Gorleben war jahrzehntelang als Endlageroption für hoch radioaktiven Müll ausersehen. Aus politischen Gründen. Denn fachlich war klar: sicher ist er nicht.

mehr erfahren über Salzstock Gorleben: Zum Endlager erkoren