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Greenpeace-Aktivisten protestieren am Jahrestag der Tschernobyl-Katastrophe, Juni 2007
Pierre Gleizes / Greenpeace

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Büroräume des Konzerns wurden bereits von der Staatsanwaltschaft durchsucht, bestätigte EdF über die Nachrichtenagentur AFP. Das genaue Ausmaß der Spionage-Aktivitäten ist noch unklar. Es zeichnete sich laut Medienberichten ab, dass EdF im Rahmen ihrer Sicherheitsstrategien eine private Agentur damit beauftragte. Wir sind bestürzt darüber, dass Greenpeace in Frankreich offenbar systematisch bespitzelt worden ist, sagt Thomas Breuer, Leiter des Energiebereichs von Greenpeace in Deutschland. Der Atomstromkonzern EdF versucht anscheinend, über illegale Methoden seine schärfsten Gegner auszuschalten. Damit tritt der Konzern nicht nur Greenpeace, sondern auch demokratische Grundwerte mit Füßen.

Seit Jahren arbeitet Greenpeace gegen das Vorhaben des größten französischen Atomstromkonzerns EdF, in Flamanville (Nordfrankreich) ein neues Atomkraftwerk zu bauen. Es wäre das erste seit 18 Jahren. Die Risiken von Atomkraft, so die Kritik, haben sich seither nicht wesentlich verringert. Immer noch sind die Gefahren von radioaktiven Verseuchungen durch Störfälle oder durch die Wiederaufarbeitungsanlage von La Hague aktuell.

Einen Beleg für die Risiken des neuen Atommeilers fanden die Umweltschützer bei den Betreibern selbst: 2006 deckte Greenpeace auf, dass das geplante AKW nach einem Bericht des Unternehmens gegen Flugzeugabstürze nicht hundertprozentig geschützt sei. Mit einem Pagojet, einem motorisierten Drachen, gelang es den Aktivisten denn auch, die Sicherheitszone zu überfliegen.

Statt sich demokratisch mit den Argumenten ihrer Kritiker wie Greenpeace auseinanderzusetzen, zieht EdF offenbar Stasi-Methoden vor, so Breuer. Es ist erschreckend, dass in unserer Industriegesellschaft Großkonzerne es offensichtlich zunehmend für normal halten, ihre Mitarbeiter und zivilgesellschaftliche Organisationen auszuspionieren. Dem muss ein Riegel vorgeschoben werden.

Am 2. April soll der ehemalige Kampagnen-Leiter von Greenpeace Frankreich, Yannick Jadot, seine Aussage vor Gericht zu Protokoll geben.

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