Skip to main content
Jetzt spenden

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Deshalb gab Bundesumweltminister Trittin 1999 ein wissenschaftlich fundiertes Verfahren für die Suche nach einem Endlagerstandort in Auftrag. Doch auf das mehrfach öffentlich versprochene Endlagersuchgesetz wartet man bisher vergeblich. Stattdessen entwarf das Bundesumweltministerium die Gorleben-Veränderungssperren- Verordnung (GorlebenVSpV).

Damit wurde eine politische Verpflichtung aus dem Atomkonsens vom Juni 2000 erfüllt. Die Verordnung mit dem sperrigen Namen ist am 4. Mai 2005 von der Bundesregierung beschlossen worden und liegt derzeit dem Bundesrat zur Zustimmung vor. Sie untersagt im Gebiet um Gorleben Arbeiten in tieferen Schichten des Erdreichs. Der Salzstock und die darüberliegenden Gesteinsschichten sollen ab einer Tiefe von 50 bzw. 100 Metern vor allen Veränderungen bewahrt werden.

Damit würde eine wirtschaftliche Nutzung durch die Salinas Salzgut GmbH verhindert werden. Dies käme einer Vorfestlegung auf ein Endlager für hochradioaktiven Atommüll im Salzstock Gorleben gleich. Im Auftrag von Greenpeace hat der Rechtsanwalt Dr. Ulrich Wollenteit eine Stellungnahme zur GorlebenVSpV verfasst, die mehrere rechtliche Probleme aufzeigt.

Lesen Sie hier eine Zusammenfassung der Stellungnahme...

1. Es bestehen erhebliche Zweifel, ob die gesetzlichen Voraussetzungen für den Erlass der Veränderungssperre vorliegen. Das Atomgesetz erlaubt eine Sicherung des Standortes nur während einer Erkundung bzw. für eine Fortsetzung einer Erkundung. Nach den politischen Erklärungen zur Endlagersuche liegen aber weder die erste noch die zweite Voraussetzung vor.

2. Die Rechtmäßigkeit der Veränderungssperre erscheint vor dem Hintergrund der herrschenden verwaltungsgerichtlichen Rechtsprechung fragwürdig. Es fehlt an der geforderten Absehbarkeit einer Fortsetzung der Standorterkundung in Gorleben, wenn man die behauptete angestrebte Standortsuche ernst nimmt.

3. Ebenso verlangt die Rechtsprechung das Vorliegen einer positiven Planungskonzeption. Solange aber nicht feststeht, dass die Standorterkundung in Gorleben fortgesetzt wird, kann von einer sicherungsfähigen, positiven Planungsvorstellung nicht ausgegangen werden.

4. Mit der von der Bundesregierung übernommenen Verpflichtung (im Atomkonsens) eine Veränderungssperre zu erlassen, werden nicht nur Verpflichtungen zwischen den Vertragspartnern (Bundesregierung und Stromkonzerne) erzeugt, sondern es werden zugleich grundrechtlich geschützte Positionen Dritter, nämlich des betroffenen Grundeigentümers, sowie betroffener Wirtschaftsunternehmen, wie der Salinas GmbH, erheblich gefährdet. Es liegt die typische Konstellation eines Vertrages zu Lasten Dritter vor, der generell als unzulässig anzusehen ist. (Autorin: Ute Szczepanski)

Jetzt mitmachen

Du willst Teil der Energiewende sein?

Menschen stellen die Energiewende dar - von der Atomkraft zur Windkraft 15.04.2011

Dann besuche in unserer Mitmach-Community Greenwire die Energiewende-Themengruppe und tausche dich mit Anderen aus, finde weitere Mitmachangebote und erfahre mehr über unsere Kampagnen.

Hier lang zur Themengruppe-Energiewende

Themengruppe auf

Menschen stellen die Energiewende dar - von der Atomkraft zur Windkraft 15.04.2011

Mehr zum Thema

Shut Down of Nuclear Power Plants: AKW Dinosaur in Berlin

Am Ende der Atomkraft

  • 15.04.2023

Welche Wirkung die Gnadenfrist für deutsche Atomkraftwerke hatte, zeigt eine Studie im Auftrag von Greenpeace und Green Planet Energy: kaum eine. Der Abschied von der Atomkraft fällt leicht.

mehr erfahren
Last Resistance Party in Gorleben, Germany

Adieu, Atomkraft

  • 14.04.2023

Nach Jahrzehnten des Protestes steigt Deutschland endlich aus der Atomkraft aus. Roland Hipp, geschäftsführender Vorstand von Greenpeace Deutschland, blickt zurück - und mit Freude in die Zukunft.

mehr erfahren
Projection for Final Shutdown at Neckarwestheim NPP

Die Mär von der Renaissance der Atomkraft

  • 05.04.2023

Auch wenn vielerorts eine “Renaissance der Atomkraft” herbeigeredet wird, die Fakten sprechen dagegen: Atomenergie ist in Deutschland, im Rest Europas und weltweit auf dem absteigenden Ast.

mehr erfahren
Projektion zum Atomausstieg am AKW Isar 2

Atomkraftwerke abschalten

  • 03.04.2023

Atomkraft ist nicht nur riskant, sondern auch keine Lösung für die Energiekrise. Vor dem Jahrestag der Fukushima-Katastrophe fordern Greenpeace-Aktivist:innen, die deutschen AKW endlich abzuschalten.

mehr erfahren
"Shut Down"-Projektion am AKW Emsland

Atomausstiegsfest

  • 03.04.2023

Die Vorfreude steigt: Nach jahrzehntelangem Einsatz vieler mutiger Menschen steigt Deutschland endlich aus der Atomkraft aus. Diesen Erfolg wollen wir mit euch feiern. In München und Berlin!

mehr erfahren
Balloons on the 'Plein' at The Hague

Scheinlösung Kernfusion

  • 27.03.2023

Ein technologischer Meilenstein, aber kein Modell für die Zukunft: Warum der gelungene Versuch der Kernfusion nicht die Probleme der Gegenwart löst.

mehr erfahren