Skip to main content
Jetzt spenden

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Großbritannien deckt 18 Prozent seines Stromverbrauchs mit Atomkraft. Die derzeit 19 Kraftwerke stammen aus den Sechziger- und Siebzigerjahren. Die meisten sollen bis 2023, das letzte 2035 abgeschaltet werden. Die ersten AKW der neuen Generation können voraussichtlich frühestens 2017 ans Netz gehen.

Atomkraft sei eine erprobte, saubere und sichere Form der CO2-armen Energieerzeugung, sagte Wirtschaftsminister John Hutton vor dem Parlament. Doch das ist Augenwischerei. Neue AKW zu bauen, dauert viele Jahre und kostet horrendes Geld. Welche Probleme dabei entstehen, zeigt aktuell das Beispiel des EPR im finnischen Olkiluoto: Fristen für den Bau sind längst überschritten und die Kosten laufen aus dem Ruder.

Die Scheinlösung für das Klima stellt eine schwere Hypothek für kommende Generationen dar. Auch die britische Regierung musste zugeben, dass sie keine Lösung für den strahlenden Müll hat - ob es um den Müll aus dem laufenden Betrieb der Anlagen geht oder den aus dem Rückbau alter Anlagen.

Diese Probleme bestätigt auch Atomexperte Heinz Smital von Greenpeace: Die Nuklearindustrie kostet die Steuerzahler immer Milliarden mehr als angekündigt und hinterlässt Müll, der auf Millionen Jahre tödlich bleiben wird.

Zig Milliarden Euro werden also für eine Technologie verschwendet, die das Leben unsicherer macht, dem Klima nicht hilft und ungeheure Investitionssummen bindet. Dieses Geld wäre in den klimawirksamen und sicheren erneuerbaren Energien und in Maßnahmen zur Energieeffizienz wesentlich besser angelegt.

John Huttons Erklärung, Großbritannien könne seinen wachsenden Energiebedarf nicht durch erneuerbare Energien und höhere Effizienz decken, ist nicht schlüssig.

Ein Beispiel: In Deutschland stieg die Stromproduktion aus erneuerbaren Energien von 64,35 Milliarden Kilowattstunden im Jahr 2005 auf 71,5 Milliarden im Jahr 2006. Die Steigerung liegt damit deutlich über der jährlichen Stromproduktion beispielsweise des Atomkraftwerkes Brunsbüttel (wenn es denn laufen würde). Der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch stieg von 10,5 Prozent im Jahr 2005 auf 11,6 Prozent im Jahr 2006.

Heinz Smital: In Großbritannien haben 2005 alle Atomreaktoren zusammen 82 Milliarden Kilowattstunden erzeugt - nur wenig mehr als die erneuerbaren Energien 2006 in Deutschland. Und Wind zum Beispiel gibt es auf der Insel mehr als genug. Statt also auf ein nukleares Abenteuer zu setzen, sollte auch Großbritannien den Weg der erneuerbaren Energie gehen.

  • nucl. power plant Dounreay

    nucl. power plant Dounreay

    Überspringe die Bildergalerie
Ende der Gallerie
Atomkraft und Klimaschutz

Atomkraft und Klimaschutz

4 | DIN A4

190.79 KB

Herunterladen

Jetzt mitmachen

Du willst Teil der Energiewende sein?

Menschen stellen die Energiewende dar - von der Atomkraft zur Windkraft 15.04.2011

Dann besuche in unserer Mitmach-Community Greenwire die Energiewende-Themengruppe und tausche dich mit Anderen aus, finde weitere Mitmachangebote und erfahre mehr über unsere Kampagnen.

Hier lang zur Themengruppe-Energiewende

Themengruppe auf

Menschen stellen die Energiewende dar - von der Atomkraft zur Windkraft 15.04.2011

Mehr zum Thema

Shut Down of Nuclear Power Plants: AKW Dinosaur in Berlin

Am Ende der Atomkraft

  • 15.04.2023

Welche Wirkung die Gnadenfrist für deutsche Atomkraftwerke hatte, zeigt eine Studie im Auftrag von Greenpeace und Green Planet Energy: kaum eine. Der Abschied von der Atomkraft fällt leicht.

mehr erfahren
Last Resistance Party in Gorleben, Germany

Adieu, Atomkraft

  • 14.04.2023

Nach Jahrzehnten des Protestes steigt Deutschland endlich aus der Atomkraft aus. Roland Hipp, geschäftsführender Vorstand von Greenpeace Deutschland, blickt zurück - und mit Freude in die Zukunft.

mehr erfahren
Projection for Final Shutdown at Neckarwestheim NPP

Die Mär von der Renaissance der Atomkraft

  • 05.04.2023

Auch wenn vielerorts eine “Renaissance der Atomkraft” herbeigeredet wird, die Fakten sprechen dagegen: Atomenergie ist in Deutschland, im Rest Europas und weltweit auf dem absteigenden Ast.

mehr erfahren
Projektion zum Atomausstieg am AKW Isar 2

Atomkraftwerke abschalten

  • 03.04.2023

Atomkraft ist nicht nur riskant, sondern auch keine Lösung für die Energiekrise. Vor dem Jahrestag der Fukushima-Katastrophe fordern Greenpeace-Aktivist:innen, die deutschen AKW endlich abzuschalten.

mehr erfahren
"Shut Down"-Projektion am AKW Emsland

Atomausstiegsfest

  • 03.04.2023

Die Vorfreude steigt: Nach jahrzehntelangem Einsatz vieler mutiger Menschen steigt Deutschland endlich aus der Atomkraft aus. Diesen Erfolg wollen wir mit euch feiern. In München und Berlin!

mehr erfahren
Balloons on the 'Plein' at The Hague

Scheinlösung Kernfusion

  • 27.03.2023

Ein technologischer Meilenstein, aber kein Modell für die Zukunft: Warum der gelungene Versuch der Kernfusion nicht die Probleme der Gegenwart löst.

mehr erfahren