Skip to main content
Jetzt spenden
Gesammelte Kunststoffabfälle in Deutschland
© Dennis Reher / Greenpeace

Offener Brief zur EU-Plastikabgabe

Seit dem 1. Januar 2021 müssen alle EU-Mitgliedsstaaten für jedes Kilo Plastikmüll, das nicht recycelt wird, eine Abgabe von 80 Cent an die EU bezahlen. Das ist die sogenannte “Plastiksteuer” – auch wenn sie rechtlich gesehen gar keine Steuer ist, sondern eine Abgabe. Für Deutschland sind das im Jahr rund 1,3 Milliarden Euro, bezahlt aus dem Staatshaushalt. Die Zahlungen sollen Anreize schaffen, Einwegplastik zu vermeiden, und den Weg zu einer Kreislaufwirtschaft ebnen. 

Doch in der jetzigen Form ist die Plastiksteuer dazu nicht geeignet, sagt das Bündnis “Wege aus der Plastikkrise”, an dem auch Greenpeace beteiligt ist. In einem offenen Brief wendet sich der Zusammenschluss unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppen an die demokratischen Parteien im Bundestag. Ihre Forderung: Die für die Müllflut verantwortlichen Unternehmen müssen die Plastiksteuer zahlen, nicht Steuerzahlerinnen und Steuerzahler.

2 Euro pro Kilo Plastik

Die Unterzeichner:innen des Briefes kritisieren, dass die Plastiksteuer keinerlei Lenkungswirkung entfalten kann, wenn sie nicht von den Verursachenden entrichtet wird: Bislang bezahlen Bürgerinnen und Bürger für die Versäumnisse der Plastikindustrie, für schlechte Recyclingquoten und fehlende Konzepte zur Kreislaufwirtschaft. Stattdessen muss die Abgabe dort erhoben werden, wo Kunststoffe in den Verkehr gebracht werden. Eine faire Plastiksteuer muss gestaffelt sein nach Recyclingfähigkeit der Produkte und dem Anteil an recyceltem Material darin. Das heißt auch: Neues Plastik wird für die Produzenten am teuersten. Das Bündnis schlägt 2 Euro für das Kilo Kunststoff vor.

Martin Kaiser, geschäftsführender Vorstand von Greenpeace Deutschland, wendet sich in dem offenen Brief nicht nur an die Industrie, sondern nimmt auch die kommende Regierungskoalition in die Pflicht: “Für die Herstellung von Einweg-Verpackungen, die sich nur noch zum Verbrennen eignen, sind die Unternehmen verantwortlich, nicht die Verbraucherinnen und Verbraucher. Die nächste Bundesregierung muss dafür sorgen, dass die Verpackungsindustrie die Plastiksteuer zahlt. Nur dann kann sie wirken und die Unternehmen dazu bringen, die Menge an Einwegverpackungen erheblich zu verringern.” 

Dass ein Großteil der verkauften Einwegverpackungen noch immer nicht recyclingfähig sind, und damit häufig in die “thermische Verwertung” gehen (das heißt: verbrannt werden), sei ein Skandal: „In der Klimakrise darf man nicht länger Plastikverpackungen und damit fossile Rohstoffe verbrennen. Das ist unsinnig und widerspricht dem Klimaurteil des Bundesverfassungsgerichts.”

>>> Fordern Sie von den Spitzenkandidat:innen: Wer Müll produziert, muss auch dafür zahlen! Nur dann entfaltet die Plastiksteuer ihre müllreduzierende Wirkung! 

Mehr zum Thema

Clothes Swapping Party in Hamburg

Größte Kleidertausch-Party

  • 03.04.2023

Tauschen statt Kaufen: Die größte Kleidertausch-Party von Greenpeace findet vom 28. - 30. April 2023 in Hamburg statt.

mehr erfahren
Waste and Reusable for Food To Go

Mehrweg ist Pflicht für die Gastronomie

  • 29.03.2023

Recherche zeigt: Besonders Fastfood-Ketten und Lieferdienste setzen die Mehrweg-Angebotspflicht zum Mitnehmen von Speisen und Getränken nicht um. Greenpeace startet deshalb ein Meldeportal.

mehr erfahren
Produktfoto von verschiedenen Kunststoffartikeln, darunter Gabeln, Löffel, Flaschen und Verschlüsse, Verpackungen und Strohhalme aus Kunststoff.

10 Tipps für weniger Plastik

  • 15.03.2023

Verpackungsfolien, Einweggeschirr, Abreißtüten: Plastik ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken – und doch gar nicht so schwer zu vermeiden. Wir haben dazu ein paar Tipps.

mehr erfahren
Aktivist:innen vorm Bundeskanzleramt

Umweltschutz und Menschenrechte im Lieferkettengesetz

  • 06.12.2022

Sowohl das deutsche als auch das europäische Lieferkettengesetz bleibt weit hinter den Forderungen von Greenpeace und anderen Organisationen zurück. Aktivist:innen übergaben in Berlin eine Petition.

mehr erfahren
Plastik am Kopf einer Schildkröte unter Wasser

Auf dem Weg zu einem globalen Plastik-Vertrag

  • 01.12.2022

Eine historische Chance: Die UN-Verhandlungen über ein verbindliches globales Abkommen gegen Plastikverschmutzung starten in Uruguay.

mehr erfahren
Protestierende mit Googlemaps-Pin vor Amazon Konzernzentrale am Black Friday

Black Friday: Amazon befeuert Klima- und Artenkrise

  • 25.11.2022

Naturzerstörung als Geschäftsmodell – das ist Amazons Motto. Am Black Friday, dem Symbol und Höhepunkt des Konsum-Irrsins, protestieren Greenpeace-Aktivist:innen dagegen.

mehr erfahren