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Ein Kind springt vor Freude in die Luft (Hintergrund: weiß)
© Greenpeace

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Tchibo will in Zukunft ohne giftige Chemikalien produzieren. Zudem sollen die Produkte recycelbar werden. Diese Verpflichtung gilt im ersten Schritt für Kleidung und Schuhe, langfristig aber für das gesamte Sortiment. So weit gehen die Zusagen anderer Textilunternehmen nicht.

Reaktion auf Greenpeace-Report

„Tchibo nimmt mit dieser Entscheidung eine Vorreiterrolle bei den deutschen Kleidungshändlern ein“, sagt Kirsten Brodde, Textilexpertin bei Greenpeace. „Wir erwarten, dass Aldi, Lidl und Penny dem Beispiel des Konzerns folgen und nachziehen“

Tchibo reagiert mit seiner Verpflichtung auf einen Labortest von Greenpeace. Dessen Ergebnisse wiesen in Kinderkleidung aus dem Sortiment des Hamburger Kaffeerösters und in Produkten von Discountern wie Aldi, Lidl und Penny gefährliche Chemikalien nach.

Ambitionierter Plan

Tchibo-Kunden können sich künftig darauf verlassen, dass weder die Umwelt noch ihre Gesundheit durch gefährliche Chemikalien belastet werden. Das gilt dann für Kinderschuhe, Outdoor-Jacken, und später auch für Bratpfannen, IT-Zubehör und buntes Bastelpapier.

Und nicht nur das: Die Kunden werden ihre gebrauchten Produkte auch zum Recyceln zurückgeben können. Tchibo strebt an, künftig nur noch vollständig wiederverwertbare Artikel anzubieten. Das Unternehmen übernimmt damit die Verantwortung für den gesamten Lebensweg von Produkten - das sollte eigentlich für alle Händler eine Selbstverständlichkeit sein.

Discounter tragen besondere Verantwortung

Besonders wichtig ist es allerdings bei Aldi, Lidl und Co: Händler, mit einem wöchentlich wechselnden preisgünstigen Sortiment und gewaltigen Absatzmengen. Für wenig Geld bekommen Kunden dort große Warenmengen – ein Angebot, Kleidung und andere Produkte als Wegwerfware zu betrachten.  Tchibo kündigt nun an, Qualität statt Quantität zu verkaufen - auch im  ökologischen Sinne. Brodde lobt: „Vor allem will das Unternehmen auch Verantwortung dafür übernehmen, was nach dem Tragen mit der Kleidung passiert. Das ist ein großer Schritt nach vorne.“

Die Tchibo-Verpflichtung ist ein weiterer Erfolg der Detox-Kampagne, mit der Greenpeace sich für die giftfreie Herstellung von Kleidung einsetzt. Insgesamt 21 Modehersteller nehmen nun teil. Im letzte Woche veröffentlichten Discounter-Einkaufsratgeber schnitten vor allem Aldi, Lidl und Penny/Rewe schlecht ab. Beim Chemikalieneinsatz und in der Wiederverwertbarkeit von Textilien sowie bei Sozialstandards in der Fertigung rangiert Aldi auf dem letzten Platz („miserabel“), Lidl erhielt die Note„schlecht“. Rewe/Penny wollen nachziehen, doch der Weg hin zu giftfreien Produkten ist noch weit.  

Chemikalien belasten Mensch und Umwelt

Doch ein Einlenken aller Händler ist dringend nötig. Denn die in der Textilherstellung eingesetzten Chemikalien belasten nicht nur die menschliche Gesundheit, sondern auch die Umwelt:. Sie verseuchen Gewässer und Trinkwasser in den Produktionsländern. Aber auch deutsche Verbraucher müssen vor den möglichen Auswirkungen der Schadstoffe geschützt werden:  Weichmacher, lösungsmittelhaltige Stoffe und auch Fluorchemie. Sie gelten als krebserregend, schädigen die Fortpflanzung oder die Leber und können das Immunsystem beeinträchtigen. Höchste Zeit also für Detox in Discountern.

Factsheet Detox: Welche Firmen machen mit?

Factsheet Detox: Welche Firmen machen mit?

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