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Refill Action Day in Chemnitz
© Iona Dutz / Greenpeace

Refill Day

Die beste Eigenschaft von Plastik ist gleichzeitig seine schlechteste: Es ist extrem widerstandsfähig. In der Umwelt baut es sich über Jahrzehnte nicht ab, es verschmutzt die Meere und gelangt in unsere Lebensmittel. Ein Großteil des weltweiten Kunststoffabfalls stammt aus Einwegverpackungen – und die werden immer mehr. Das Verpackungsmüllaufkommen in Deutschland ist 2019 auf insgesamt 5,9 Millionen Tonnen gestiegen. In der Coronakrise ist es sogar erneut um ein Zehntel gewachsen – unter anderem aus vorgeschobenen Hygienegründen, die von der Verpackungsindustrie nur zu gerne weiterverbreitet werden. Vollkommen zu Unrecht, wie Expert:innen sagen.

Es ist an der Zeit, Stopp zu sagen. Beim Refill Day am 16. Juni zeigen Umweltschützer:innen auf der ganzen Welt, dass Einkaufen auch ohne Plastik geht: In vielen Geschäften können sich Kund:innen ihre Lebensmittel in mitgebrachte Behälter füllen lassen – wer beim Einkaufen ein wenig vorausdenkt, spart eine Menge Verpackungsmüll.

Verpackungsgesetz greift zu kurz

Im Sommer vergangenen Jahres trat das neue Verpackungsgesetz in Kraft, mit dem Plastikmüll verringert werden soll. Doch die großen Baustellen wurden dabei ausgespart. Lediglich Cafés, Imbissbuden und Restaurants werden ab 2023 verpflichtet, für Essen und Getränke zum Mitnehmen auch Mehrwegalternativen zu Einwegverpackungen anzubieten, oder das Einkaufen in eigenen Behältern zu ermöglichen. Supermärkte sind davon ausgenommen. Doch gerade die müssten ihr ihr Sortiment radikal umstellen, denn 40 Prozent unseres Plastikmüll ins Deutschland besteht aus Verpackungsmüll: Käse in Plastikschalen, Obst in Folie und so weiter.

„Gegen die Plastikkrise hilft nur eine komplette Mehrwegpflicht für Deutschland“, sagt Viola Wohlgemuth, Greenpeace-Expertin für Plastik und Konsum. „Supermärkte müssen Einweg-Verpackungen drastisch reduzieren, Pfandsysteme ausbauen und auf flächendeckende Systeme zum unverpackten Einkaufen umstellen.“ 

Vogel über Müllberg

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