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Krebs in Plastikbecher unter Wasser
Greenpeace

Gegen die Plastikflut: Greenpeace-Schiff Rainbow Warrior III auf Tour in Südostasien

Plastik ist ein weltweites Problem. Doch nicht überall ist es derart sichtbar wie an den Stränden der Philippinen. Die Crew der Rainbow Warrior III ist vor Ort – und fordert Taten.

Die wachsende Verschmutzung durch Plastikmüll ist für Deutsche oft das Problem anderer Leute: Die Nord- und Ostseestrände sind vergleichsweise sauber, man lobt sich als „Weltmeister der Wiederverwertung“ und beruhigt mit jedem Gang zur Gelben Tonne sein grünes Gewissen. Eine Recherche des Spiegel hat zu Beginn des Jahres eine Delle in dieses Selbstverständnis gehauen. Unter Umständen ist die Recyclingquote in Deutschland eklatant niedriger als die seit Anfang 2019 vom Gesetzgeber vorgegebenen 58,5 Prozent für Verpackungsmüll.

Der Abfallexperte Henning Wilts vom Wuppertal-Institut für Klima, Umwelt und Energie setzt die Zahl in der Spiegel-Titelgeschichte eher bei 5,6 Prozent an – weil die offizielle Statistik etwa Müllexporte herausrechnet, für die nicht nachgewiesen werden muss, was damit passiert, ob sie verbrannt oder wiederverwertet werden. So landet deutscher Verpackungsmüll beispielsweise in Rumänien oder Malaysia. Und ist dort dann tatsächlich das Problem anderer Leute.

 

Knöcheltief im Müll

 

Wenn nicht einmal ein wirtschaftlich starkes Land wie Deutschland ein funktionierendes Kreislaufsystem für Plastik auf den Weg kriegt – wie sollen da andere, ärmere Ländern sich der Plastikflut erwehren? Ein Blick auf die mit Plastikmüll bedeckten Strände in Manila Bay auf den Philippinen gibt bereits die Antwort. Im vergangenen Jahr räumten deutsche Greenpeace-Aktivist: innen mit Einheimischen den Strand auf, wieder und wieder: Eine langwierige Arbeit, die nur kurz etwas bewirkte – nach wenigen Tagen standen die Helfer: innen an selber Stelle wieder knöcheltief im Müll. Hier gibt es kein Duales System, auch kein „aus den Augen, aus dem Sinn“. Welchen anhaltenden Schaden der weltweite Plastikkonsum unseren Meeren zufügt, wird hier unmittelbar sichtbar, unabhängig von Prozentzahlen, Recyclingquoten und Tonnenangaben.

 

Erneut ist Greenpeace vor Ort. Die Crew des Aktionsschiffs Rainbow Warrior III macht bei ihrer diesjährigen Tour vor allem auf die Verantwortung der Plastikproduzenten aufmerksam. Nach der vergangenen Aufräumaktion wertete Greenpeace aus, wer für die Abfallmassen an den Stränden verantwortlich ist; internationale Firmen wie Nestlé, Unilever und Procter & Gamble landeten unter den Top Ten der Plastikmüllerzeuger.

 

Das Motto 2019 lautet: „Ship it back“ – schick es zurück. Denn wo keine Infrastruktur da ist, um der Müllmassen Herr zu werden, sind die Hersteller noch stärker in der Pflicht und müssen sich Lösungen für die fachgerechte Entsorgung ihrer Einwegverpackungen einfallen lassen. Oder besser noch Alternativen für eben solche Verpackungen anbieten. Das ist keine weltfremde Forderung. In Richtung der weltweit verschmutzenden Großkonzerne sagte im Januar der Abfallexperte Wilts gegenüber dem Spiegel: „Für eine leere Flasche am Strand von Myanmar muss ich denen eine Rechnung schicken können.“

 

Mikroplastik bis in tiefste Tiefen

Die Kosten der Plastikflut trägt der ganze Planet. Plastik, das in die Meere gelangt, bleibt dort über Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunderte: Nichts an Kunststoffen wie PVC oder PET, die der Mensch bislang produziert hat, hat sich bislang abgebaut; alles ist noch in irgendeiner Form im Umlauf. In den Ozeanen wird der Kunststoffabfall allmählich zu Mikroplastik zerrieben: Kleinste Teilchen, an denen sich Giftstoffe anlagern, die über die Nahrungskette schließlich auf unseren Tellern laden.

Das Problem ist allgegenwärtig. In der Nordsee konnte Mikroplastik in Speisefischen nachgewiesen werden, Forscher: innen haben winzige Plastikpartikel sogar an einem der entlegensten Orte der Welt gefunden: im Marianengraben, dem tiefsten Punkt der Erde.

Ganz ohne Plastik wird es auch in Zukunft nicht gehen. Aber so eben auch nicht. Hersteller von Einwegverpackungen können nicht Unmengen an Verpackungsmüll produzieren und ihre Konsument: innen mit dem Problem alleine lassen. Das lernen bereits Kinder: Wer für den Dreck verantwortlich ist, muss ihn auch wieder wegmachen. Darum fordert Greenpeace von Konzernen wie Nestlé oder Unilever, ihre Verpackungen kreislauffähig zu machen und Alternativen zu Plastik zu finden: Einweg ist eine ökologische Sackgasse.

>>> Machen Sie mit Greenpeace den Plastikproduzenten Druck – damit die Verpackungsflut bereits an der Quelle aufgehalten wird!

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