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Detox Flashmob Striptease in Berlin im Juli 2011
Gordon Welters / Greenpeace

Neuer Einkaufsratgeber für giftfreie Mode

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Kennen Sie das schmutzige Geheimnis Ihrer Kleidung? Egal ob billig oder teuer – Kleidung wird mit viel Chemie traktiert, bevor sie auf dem Bügel hängt. Der neue Textilratgeber von Greenpeace zeigt, welche Label dem Verbraucher wirklich schadstofffreie Kleidung bieten – und welche nur Feigenblättchen sind.

In unserer Kleidung sind etliche Substanzen, die selbst in kleinsten Mengen Umwelt und Gesundheit schädigen. Vor allem die kostbare und rare Ressource Wasser wird mit den giftigen Stoffen aus den Kleiderfabriken verschmutzt. Die Textilindustrie – so zeigen Greenpeace-Tests – ist eine Industrie, die dringend entgiften muss.

"Einige Label haben sich verbessert, aber noch immer erfüllt keines davon unsere Anforderungen an eine saubere Textilproduktion", sagt Manfred Santen, Chemie-Experte von Greenpeace. Der Internationale Verband der Naturtextilwirtschaft (IVN Best) und das Global Organic Textile Standard (GOTS) schneiden am besten ab - aber auch diese Label sind nicht einwandfrei. Im Rahmen der "Detox-Kampagne".

kämpft Greenpeace gegen umwelt- und gesundheitsschädliche Chemikalien in Kleidung und Textilherstellung.

Der Textilratgeber füllt die Gift-Lücke beim Kleiderkauf: Denn das Etikett eines Kleidungsstücks listet nur Faser, Waschanleitung und Produktionsort auf. Wie viel umwelt- und gesundheitsschädliche Chemie sich in Aufdrucken, Farben oder Zusatzausrüstungen wie "bügelfrei" oder "antimikrobiell" verbergen, steht dort nicht.

Organisationen wie der IVN und GOTS dagegen kontrollieren die gesamte Herstellungskette der Modefirmen – vom Anbau der Biobaumwolle bis zum weitgehend rückstandsfreien Produkt. Risiko-Chemikalien sind verboten. Das Label Bluesign hat auf die Detox-Kampagne von Greenpeace reagiert und einige Grenzwerte für schädliche Chemikalien verschärft. Gleichzeitig zertifiziert Bluesign aber immer noch Textilien, die mit polyfluorierten Chemikalien ausgerüstet werden. Auch die Bewertungskriterien sind nach wie vor unklar. Das Abzeichen Cradle to Cradle hat zwar in Sachen Transparenz nachgelegt, aber auch hier liegen viele Bewertungskriterien im Dunkeln. Der weit verbreitete Öko-Tex-Standard 100 ("Textiles Vertrauen") hat sich kaum verbessert: Die anspruchsvollere Ergänzung Öko-Tex 100 plus läuft aus und ein für Verbraucher nicht erkennbares Produzenten-Zertifikat ist der Nachfolger.

Durchschnittlich 60 Kleidungsstücke kauft ein Deutscher im Jahr

Die Masse an weltweit hergestellter Kleidung verursacht ein massives Umweltproblem: Über 800.000 Tonnen Textilien importiert allein Deutschland jährlich, im Durchschnitt kauft jeder Deutsche 60 Kleidungsstücke pro Jahr. Die Produktion dieser Textilien vergiftet Gewässer und Trinkwasser in Ländern wie China, Pakistan und Mexiko. Mit der Detox-Kampagne hat Greenpeace viele Textilhersteller von Mango über H&M bis Adidas überzeugt, sich bis zum Jahr 2020 auf eine Produktion ohne Risiko-Chemikalien zu verpflichten. Doch an der Umsetzung hapert es oft noch. "Während Firmen wie Mango oder H&M schon die ersten Chemikalien verbannt haben, hinken vor allem die Sportartikelhersteller Adidas und Nike hinterher. Wir erwarten, dass sie ihren Versprechungen schon jetzt erste konkrete Taten folgen lassen", sagt Santen.

Hier können Sie den Textilratgeber ganz einfach online bestellen.

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