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Hannes Jaenicke
© Jörg Modrow / Greenpeace

Interview mit Hannes Jaenicke über Billigfleisch, Tierleid und Fleischkonsum

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Der Sonntagsbraten war und ist ein gutes Konzept. Im Interview bezieht Schauspieler und Autor Hannes Jaenicke Position zu Fleischkonsum und -produktion.

Hannes Jaenicke ist Schauspieler, Autor – und überzeugter Vegetarier. Es geht ihm nicht nur um den eigenen Teller: In Büchern und Dokumentarfilmen setzt er sich für den Schutz von Tieren und der Umwelt ein. Im Interview erzählt Jaenicke, warum er Vegetarier wurde und welchen Fleischkonsum er für vertretbar hält.

Greenpeace: Sie sind Vegetarier. Wann haben Sie sich dazu entschlossen und was waren die Gründe?

Hannes Jaenicke: Ich habe Mitte der achtziger Jahre mal in einer Geflügelfabrik gedreht und mich danach entschlossen, kein Fleisch mehr zu essen. Abgesehen davon, dass man sich als sogenannter „Omnivore“, also Allesfresser, problemlos ohne tierische Produkte ernähren kann, fühle ich mich besser, fitter und gesünder als mit Fleischkonsum.

Was liegt Ihnen beim Thema Fleisch besonders am Herzen?

Dass die Massentierhaltung in ihrer derzeit praktizierten Form beendet wird. Sie ist grausam, ungesund und miserabel für Umwelt und Klima.

Welche Botschaft möchten Sie den Menschen mitgeben, die nicht ganz auf Fleisch verzichten wollen?

Dass der „Sonntagsbraten“ ein gutes Konzept war und ist. Einmal wöchentlich gesundes, korrekt produziertes Bio-Fleisch zu essen, halte ich für vertretbar.

Was ist Ihr Auftrag zum Thema Billigfleisch an die Politik?

Fleisch sollte ohne Antibiotika, Hormone, Desinfektionsmittel, Pestizide, genmanipulierte Futtermittel, Qualzucht und brutale Tiertransporte produziert werden.

Fleisch ist im Vergleich zu früher sehr billig und damit für die meisten täglich und in größeren Mengen konsumierbar geworden. Woran liegt das und vor allem wie geht das?

Das hat mit der Fleisch- und Agrar-Lobby, ihrem Gekungel mit der Politik und natürlich mit der “Geiz ist geil“-Mentalität der Verbraucher zu tun.

Was sind die Konsequenzen von Billigfleisch im Handel?

Immer giftigeres Fleisch, immer schlimmere Tierquälerei, und ein beschleunigter Klimawandel.

Was können die Verbraucher für einen verantwortungsvollen Fleischkonsum tun?

Entweder ganz auf Fleisch verzichten oder nur noch sauber und korrekt produziertes Bio-Fleisch in kleineren Mengen kaufen unter Berücksichtigung eines ernstgemeinten Tierwohls.

Worauf sollte man achten, um gutes Fleisch von Fleisch aus Massenhaltung zu unterscheiden?

Auf die wenigen ernstzunehmenden Siegel, wie Bio oder Demeter et cetera.

Sie sind Vegetarier, aber gibt es von Ihrer Seite noch weitere Aktivitäten gegen Billigfleisch und Massentierhaltung?

Ich drehe Dokus und schreibe Bücher zu den Themen Umwelt, Natur, Klima, bei allen drei Themen spielt die Fleischproduktion eine tragische Rolle.

Das Interview führte Marisol Rumpf.

 

 

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