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Ein Mädchen in einer Jacke von Lidl freut sich: Der Discounter will giftfrei produzieren.
Greenpeace

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Der zweitgrößte Discounter weltweit veröffentlicht heute eine entsprechende Erklärung und legt  einen glaubwürdigen Fahrplan zur schrittweisen Entgiftung vor. Bis Ende Juni 2016 sollen zum Beispiel Stoffe  aus der Produktion entfernt werden, die hochgiftig für Wasserorganismen sind. Bis 2017 sollen dann die Textilien frei von per- und polyfluorierten Chemikalien sein – einige davon können das Immunsystem und die Fortpflanzung schädigen.

Denn die Abwässer der Textilfabriken verunreinigen Gewässer weltweit. In dem Produktionsland China sind etwa zwei Drittel der Gewässer mit umwelt- und gesundheitsschädlichen Chemikalien kontaminiert, vor allem aus der Textilindustrie. Bis Ende 2015 sollen 80 Prozent der Lieferanten von Lidl ihre Abwasserdaten offenlegen. Ziel ist es, so mehr Transparenz in die Lieferkette von Produkten aus asiatischen Ländern zu bringen.

„Die Ramschpalettenzeit ist vorbei“

Lidl ist der achtgrößte deutsche Modehändler- allein mit dem Bekleidungsgeschäft erwirtschaftet der Discounter einen Jahresumsatz von über einer Milliarde Euro. „Der globale Handelsriese Lidl macht mit dem Entgiftungsplan einen gewaltigen ersten Schritt nach vorne“, sagt Manfred Santen, Chemie-Experte von Greenpeace.

Die Umweltschutzorganisation testete kürzlich Kinderkleidung und Kinderschuhe verschiedener Discounter auf gefährliche Chemikalien (Testergebnisse hier); Lidl schnitt dabei schlecht ab. Nicht nur giftige Kleidung hatte Greenpeace nachgewiesen,  auch Schwächen bei Rohstoffeinsatz, Wiederverwertbarkeit der Textilien und Sozialstandards in der Fertigung.

Als erster Discounter hatte Tchibo auf die Entgiftungsforderungen von Greenpeace reagiert: Das Unternehmen kündigte an, seine Produktion zu entgiften und ein Recycling-Programm aufzusetzen. Jetzt lenkt auch Lidl ein. „Nun müssen auch Aldi, Penny, Tesco, Carrefour und Wal-Mart nachziehen“, fordert Santen. „Die Ramschpalettenzeit ist vorbei. Eine Gegenbewegung zur Ex-und Hopp-Kultur ist bereits sichtbar: weg von Quantität, hin zu Qualität“.

Alle Testergebnisse und weitere Erfolge der Greenpeace-Detox-Kampagne können Sie hier nachlesen. 

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