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Der größte Schiffsfriedhof der Welt-hier werden europäische Altschiffe unter unmenschlichen Bedingungen abgewrackt
Christoph Engel / Greenpeace

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Jährlich werden mehrere hundert Hochseeschiffe verschrottet. Sie enthalten noch Tonnen an Sondermüll: 1000 Liter Altöl, dutzende Tonnen Asbest und weitere Giftstoffe. Verbaut in den Schiffen wird also auch dieser Sondermüll in Länder wie Indien, Pakistan oder Bangladesch exportiert, wo er nicht ordnungsgemäß entsorgt werden kann.

Greenpeace forderte bereits 1998, damals am Beispiel die  Reederei Hamburg-Süd, Altschiffe nach strengen Umweltstandards abzuwracken. Die Schiffe werden oftmals an asiatischen Stränden unter unhaltbaren Zuständen zerlegt, wie Greenpeace exemplarisch anhand des Falles der Columbus New Zealand von Hamburg-Süd dokumentierte. Ein erster Erfolg stellte sich im Jahr 2000 ein, als Hamburg-Süd auf Grund der Proteste beschloss, in eigener Regie abzuwracken.

„Keine Giftexporte nach Asien“

Mit dieser Forderung machte Greenpeace damals auf die unmenschlichen und umweltgefährdeten Bedingungen der Schiffsabwrackung, vor allem in Indien, aufmerksam. Europäische Reedereien verkaufen ihre Altschiffe zum Abwracken nach Asien. So umgehen sie die hohen europäischen Umweltstandards und erzielen oftmals noch einen guten Preis.

Greenpeace-Mitarbeiter sichteten 1998 einen Containerfrachter von Hamburg-Süd im indischen Alang, dem größten Schiffsfriedhof der Welt. Sie dokumentierten die Zustände und kamen zu erschreckenden Ergebnissen. Nicht nur die Umweltbelastung ist enorm, auch die Bedingungen für die Arbeiter sind skandalös. Todesfälle durch fehlende Sicherheitsvorkehrungen, Explosionen, Brände und das Einatmen giftiger Dämpfe oder Asbeststaub sind an der Tagesordnung.

Traurige Realität

Diese Praktik und Bedingungen sind leider immer noch traurige Realität. Eine gesetzliche Regelung, die alle Reedereien zur umweltschonenden Verschrottung ihrer Schiffe zwingt, gibt es bereits seit 2009 von der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation IMO. Dieses sogenannte Hongkong-Übereinkommen haben allerdings bisher nur Norwegen, Kongo und Frankreich ratifiziert – auch Deutschland lässt auf sich warten.

Immerhin setzt nun Deutschlands führende Linienreederei Hapag-Lloyd auf die Entsorgung nach umweltgerechten Standards in eigenen Abwrackwerften. Bislang hatte das Hamburger Unternehmen seine alten Schiffe auf dem Gebrauchtmarkt verkauft und sich so jeglicher Verantwortung entzogen. Jetzt beschloss der Vorstand, diesen Zuständen nicht länger Vorschub zu leisten.

Der längst überfällige Schritt der Reederei ist zu begrüßen. Es bleibt zu hoffen, dass auch andere Reedereien dem Beispiel folgen.

  • Die Arbeiter müssen unter katastophalen Bedingungen arbeiten

    Traurige Realität

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