Leitung der Umweltschutzorganisation

Die Geschäftsführung des Greenpeace e.V.

Geschäftsführer von Greenpeace Deutschland sind Roland Hipp, Sweelin Heuss und Martin Kaiser. Die Geschäftsführung hat die rechtliche, organisatorische und finanzielle Gesamtverantwortung für den Greenpeace e.V. mit seinen rund 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
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Die Welt wird immer komplexer, das erfahren nicht nur die Menschen in ihrem täglichen Leben, sondern auch Organisationen wie Greenpeace im Einsatz für den Umweltschutz: Es gibt die globalen, extrem komplexen Herausforderungen wie den Klimawandel, denen Greenpeace erfolgreich begegnen will. Aber auch die digitale Gesellschaft und unser aller Konsumverhalten stellen Greenpeace vor neue Aufgaben. Um diese zu lösen, hat Greenpeace die Geschäftsführung neu geordnet und integrierte Verantwortungsbereiche geschaffen.

SWEELIN HEUSS

Sweelin Heuss verantwortet die Arbeitsbereiche Kommunikation, Fundraising und Digitales. Als Sprecherin von Greenpeace nimmt sie öffentliche Auftritte in Talkshows und auf Podien wahr. Als @greensweelin findet man sie auf Twitter. Sweelin Heuss hat chinesische und deutsche Wurzeln. Ihr chinesischer Name Swee-Lin bedeutet „glücklicher Wald“. Als Sprecherin der Organisation spannt sie den Bogen über alle Greenpeace-Kampagnen und zeigt, dass hinter dem Umweltschutz eine soziale Haltung steht. „Gewinne sind meist privat. Für die entstandenen Umweltschäden der Unternehmen müssen aber alle Menschen aufkommen. Dieses alte Muster muss durchbrochen werden“, sagt sie. „Das einseitige Wachstumsdenken von Wirtschaft und Politik führt zu Klimakrisen und entzieht uns die eigenen Lebensgrundlagen.“ Darum ist Umweltschutz für sie auch Menschen- und Verbraucherschutz. Bisher leiden vor allem ärmere Menschen unter den Folgen des Klimawandels. Daher setzt sich Sweelin Heuss für Klimagerechtigkeit ein.

MARTIN KAISER

Martin Kaiser ist seit 1998 bei Greenpeace; seit Oktober 2016 gehört er zur Geschäftsführung. Kaiser hat viele Jahre internationale Klima- und Biodiversitätsprojekte geleitet und kämpft dafür, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu beschränken. Dafür leitete er zahlreiche Kampagnen, war der Greenpeace-Vertreter auf globalen Klimakonferenzen und Politikgipfeln und sorgte für den starken Rückenwind bei dem lange erwarteten Klimaabkommen in Paris. Im Moment macht er im Hinblick auf die Klimaarbeit keine guten Erfahrungen: „Nimmt Kanzlerin Merkel das Abkommen von Paris ernst, muss sie sicherstellen, dass der deutsche Klimaschutzplan konkret Maßnahmen und Klimaziele für jeden Sektor festschreibt“, sagte  Kaiser. „Wir können nicht weiter ‚business as usual‘ machen.“ Für Kaiser prägen Lobbypolitik und der Einfluss der Industrie die Klimapolitik der Regierung, die progressiven Kräfte finden in der politischen Landschaft kein Gehör. „Wir müssen die Treibhausgase in der Landwirtschaft senken, es braucht weniger tierische Produkte, eine Elektromobilität ohne individuelles Auto und so schnell wie möglich einen Ausstieg aus der Kohle als Energieträger.“

ROLAND HIPP

Einen Ausstieg hat Geschäftsführer Roland Hipp schon hinter sich gebracht, sich auf seine Fahnen geschrieben: Den Ausstieg aus der Atomenergie nach dem Unfall in Fukushima. Hipp findet es noch immer bemerkenswert, dass die Bundesregierung 2011 genau die Kraftwerke abgeschaltet hat,  gegen die Greenpeace schon länger wegen Sicherheitsmängeln geklagt hatte. Atomkraft ist das Thema für Hipp. Der gebürtige Baden-Württemberger setzte sich schon als Kampaigner und Bereichsleiter für das Ende der Atomkraft ein. So untersuchte er an den atomaren Wiederaufarbeitungsanlagen im französischen La Hague und britischen Sellafield die Strahlung im Meer, in Böden, Pflanzen und in den Häusern der Anwohner. Er leitete 1995 auch die erfolgreiche Kampagne gegen Shell in Deutschland und die drohende Versenkung der ausgedienten Ölplattform Brent Spar in der Nordsee. Energie wird für Hipp eine zentrale Aufgabe bleiben: „Bei der Energiewende wird Greenpeace am Ball bleiben. Das letzte Atomkraftwerk in Deutschland soll so schnell wie möglich abgeschaltet werden und danach rechtzeitig das letzte Kohlekraftwerk.“

Die drei Geschäftsführer sind sich einig: „Die Umwelt kommt immer mehr unter Druck, in vielen Ländern auch Umweltschützer. Dem müssen wir etwas entgegensetzen – mit unseren Kampagnen und mit einer Vorstellung von einem modernen, zeitgemäßen und nachhaltigen Leben ohne massive Zerstörung und Ausbeutung. Davon wollen wir viele Menschen überzeugen, damit wir gemeinsam eine noch größere Wirkung entfalten. Das ist unsere Aufgabe, und es ist die beste, die wir uns vorstellen können.“