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© Greenpeace (Fotomontage)

Woran erkennt man umweltfreundliches Papier

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Update: Im Frühjahr 2018 hat Greenpeace seine Mitgliedschaft im FSC beendet. Die Gründe dafür und weitere Informationen zum Thema finden Sie hier.

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Siegel, die halten, was sie versprechen

Der Blaue Engel ist in Deutschland das bekannteste Umweltzeichen. Viele Produkte des täglichen Lebens tragen dieses Siegel: Schreibhefte, Kopierpapier und Hygienepapiere wie zum Beispiel Toilettenpapier. Vor allem bei Hygienepapieren, die nicht recycelt werden können, sollte unbedingt auf Recyclingprodukte geachtet werden.

Für die Umwelt ist wichtig, dass der Engel ökologische Standards wie Altpapiergehalt, chlorfreie Bleiche, Einhaltung von Schadstoffgrenzen etc. garantiert.

UWS-Papier ist besonders umweltfreundlich. Im Gegensatz zu herkömmlichem Recyclingpapier wird es ohne De-Inking und Bleiche hergestellt. Dadurch ist original UWS-Papier in der Ökobilanz jedem anderen Papier überlegen. Allerdings ist es gewöhnlich nur in gut sortierten Schreibwarenläden, im Bioladen oder beim Großhandel erhältlich. Man erkennt es an den oben stehenden Markenzeichen.

Ökopa plus ist ein weiteres Siegel, das umweltfreundliches Papier aus 100 Prozent Altpapier garantiert.

Wenn in Ausnahmefällen doch mal Papier benötigt wird, das in der Recyclingvariante nicht zur Verfügung steht, sollte auf das FSC-Siegel geachtet werden. Es findet sich auch auf Holzprodukten. FSC ist das einzige Zertifizierungssystem für Forstwirtschaft, das unter gleicher Beteiligung von Umwelt- und Sozialverbänden sowie der Wirtschaft eine nachhaltige Waldbewirtschaftung anstrebt.

Auch wenn die FSC-Kriterien in einigen Ländern noch nachgebessert werden müssen, ist das Siegel dem PEFC-Label der Holzwirtschaft weit überlegen.

Das PEFC (Program for Endorsement of Forest Certification Schemes) ist ein Siegel, das von den Interessen der Holz- und Forstwirtschaft geprägt ist. Es weist gravierende Schwächen auf. So gibt es nur schwache Zertifizierungsstandards, geringe bis gar nicht existierende Beteiligung von Interessengruppen wie Umwelt- und Sozialverbänden, einen Mangel an Transparenz und ein völlig unzureichendes Beschwerdesystem. Das praktizierte Kontroll- und Monitoring-System kann selbst die Umsetzung dieser sehr schwachen Kriterien nicht gewährleisten.

Pseudo-umweltfreundliche Papiere

Aqua pro Natura Dieses Siegel ist das Papier nicht wert, auf dem es gedruckt ist. Die Vernichtung des tropischen Regenwalds ist ein allgemein bekanntes ökologisches Problem, auf das auch die Verbraucher sensibel reagieren. Gegenüber Versicherungen wie tropenwaldfrei sollte man allerdings misstrauisch sein - denn oft wird der tropische Regenwald abgeholzt und eine Plantage aus schnell wachsenden Bäumen (z.B. Akazie und Eukalyptus) angepflanzt. In der Statistik taucht Holz aus diesen Wäldern als Plantagenholz auf.

Aber selbst wenn Papier wirklich tropenwaldfrei sein sollte, ist es deshalb noch lange nicht umweltfreundlich. Die Urwälder des Nordens (z.B. Kanada, Sibirien) sind ökologisch genauso wertvoll und ebenso gefährdet. Und sie werden größtenteils für Papier kahlgeschlagen.

Holzfrei bedeutet natürlich nicht Holz-frei! Es müsste eigentlich heißen Holzstoff-frei. Holzstoff ist ein Papiergrundstoff, der Papier stärker vergilben läßt, als Zellstoff. Das Wort Holzfrei ist eine Qualitätsbezeichnung für Papier, das nicht so stark vergilbt - und enthält keine ökologische Aussage.

Chlorfrei ist nicht wirklich umweltfreundlich. In den 80er Jahren wurde noch die größte Menge des Zellstoffs mit Chlor gebleicht. Seitens der Industrie war z.B. zu hören, chlorfrei gebleichtes Tiefdruckpapier gäbe es nicht. Greenpeace schaffte es 1990 mit dem Plagiat einer Spiegel-Fälschung auf chlorfrei gebleichtem Papier, das Gegenteil zu beweisen.Der Erfolg der Papier-Kampagne: Heute ist chlorfrei gebleichtes Papier in Deutschland Standard. Allerdings ist dies nur ein Teilsieg, denn in vielen Ländern wird weiterhin mit Chlor gebleicht. Außerdem ist chlorfreies Papier aus folgenden Gründen immer noch ökologisch bedenklich:

  • Chlorfreie Bleiche ist - im Gegensatz zu Recyclingpapier - nur in diesem einen Aspekt ökologisch besser.
  • Sie ändert nichts am Raubbau am Wald, der das Hauptproblem bei der Papierproduktion ist.
  • Chlorfrei  ist nicht gleich chlorfrei. Vielfach wird elementar-chlor-freies Papier (ECF), das mit extrem schädlichem Chlordioxid und/oder Chlorperoxid gebleicht wird, als chlorfrei vermarktet.

Der Slogan chlorfrei erweckt den Eindruck, als erwerbe der Verbraucher ein umweltfreundliches Produkt. Dabei ist es bestenfalls etwas weniger an der Verschmutzung der Gewässer beteiligt - keinesfalls jedoch am Erhalt der Urwälder.

(Stand: Januar 2014)

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