Skip to main content
Jetzt spenden

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Wir fliegen über das Flussschiff. Es ankert vor einemEinschlaggebiet. Bis vor kurzem wurde hier noch gearbeitet. Inzwischenhaben sich die Holzfäller aus dem Staub gemacht. Nachts erspähen wiroft Schiffe voller Equipment. Die Holzfirmen bringen ihre Bulldozer undMotorsägen in Sicherheit. Das Holz lassen sie zurück. Wenn die IBAMA,die brasilianische Umweltbehörde, sie beim Holzraub erwischt,beschlagnahmt sie die Maschinen. Den Maschinentransport allein kann dieIBAMA nicht aufhalten, wenn die Werkzeuge registriert sind.

Von oben sehen wir, dass die anderen schon zwei Buchstaben auf die Plattform vor dem Einschlaggebiet geschrieben haben. Auf der Plattformstapeln die Holzfäller normalerweise die Stämme und transportieren sieüber den Fluss ab. C und R steht dort schon; I, M und E folgen noch:CRIME. Wir landen wieder im Einschlaggebiet.

Verantwortlich für den Holzraub ist ein Mann namens Paolo Pombo. Rund 6000 Kubikmeter Tropenholz liegt hier herum. Macaranduba, Copiuba- Holzarten, die zu Bauholz weiterverarbeitet werden sollen. Auf demeuropäischen Markt ist Tropenholz im Einkauf meistens billig. GeklauteWare lässt sich günstig verkaufen. Die Händler machen trotzdem fettenGewinn.

Wir schreiben illegal auf die Holzstämme, auf portugiesisch undauf englisch. Zusammen mit rund 20 anderen Greenpeacern halten wir einriesiges Banner: Amazon Crime - Greenpeace. Wir machen Fotos, teilender Presse unseren Fund mit. Alle sollen wissen, was die Holzfälleranrichten. Und die Holzfäller sollen wissen, dass wir sie erwischthaben.

Jetzt ist die IBAMA wieder am Zug. Sie wird das Holz vermessen undPombo anzeigen. Ein Tropfen auf dem heißen Stein. Aber wir geben dieHoffnung nicht auf. Die Regierung scheint über die Einrichtung einesSchutzgebietes nachzudenken. Gute Neuigkeit.

Heute Nacht sind Gomes und Ribamar in Alarmbereitschaft. Sie sindfür unsere Sicherheit zuständig. Nachdem die Holzfäller bereits dieIBAMA festgesetzt haben (siehe Tagebuch Nr. 9), wissen wir nicht, obsie unsere Aktion stillschweigend hinnehmen werden.

Wenn Sie mehr über die Greenpeace Amazonastour wissen wollen, lesen Sie auch: Amazonas-Reisetagebuch Teil 10.

Mehr zum Thema

Michael Kunkel, Mitgründer der Bürgerbewegung „Freunde des Spessarts“  im Wald

Michael Kunkel über den Spessart

  • 16.03.2022

Der Naturpark Spessart in Nordwest-Bayern ist einer der größten zusammenhängenden Laubmischwälder Deutschlands. Weite Teile stehen als Flora-Fauna-Habitat-Gebiet (FFH) unter Schutz.

mehr erfahren
GE Wind Farm near Petkus

Wie Windenergie und Waldschutz zusammenpassen

  • 22.02.2022

Windenergie und Waldschutz stehen in einem Spannungsfeld. Was es für eine verträgliche Windenergiegewinnung zu beachten gilt.

mehr erfahren
Mühltalwald bei Heidelberg

Waldschutz: Einsatz lohnt sich

  • 17.02.2022

Die Forest Rescue Unit von Greenpeace besuchte im Februar 2022 den Waldkunstpfad bei Darmstadt und den Mühltalwald bei Heidelberg. Die Initiativen vor Ort erzielten bereits Erfolge für den Waldschutz.

mehr erfahren
Protest for More and Better Forest Protection in Stuttgart

Mehr Waldschutz für Baden-Württemberg

  • 08.02.2022

Was den Anteil an geschützten Wäldern angeht, belegt Baden-Württemberg den letzten Platz. Eine Umfrage zeigt: Auch die Menschen wünschen sich mehr Schutz für ihre Wälder.

mehr erfahren
Forest Protection Unit in Ettersberg in Thuringia

Einsatz für den Ettersberger Wald

  • 07.02.2022

Die Buchenwälder auf dem Ettersberg in Thüringen stehen unter Schutz. Trotzdem sind sie von der Forstwirtschaft stark geschädigt. Dagegen setzt sich die Bürgerinitiative „proEttersberg“ ein.

mehr erfahren
Forest Protection Unit in Hainich in Thuringia

Forest Rescue Unit unterwegs

  • 03.02.2022

67% der deutschen Wälder liegen in Schutzgebieten, doch der Schutz lässt zu wünschen übrig. Die Forest Rescue Unit ist für konsequenteren Waldschutz unterwegs. Hier gibt es laufend Updates.

mehr erfahren