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Finnwal im sonnendurchfluteten Ozean  im Walschutzgebiet Pelagos nördlich von Korsika/Frankreich, August 2008
Paul Hilton / Greenpeace

Walfleisch zurück beim Absender

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Der Protest gegen den Transport von Walfleisch über den Hamburger Hafen zeigt Wirkung: kündigte die taiwanesische Transportfirma Evergreen Line an, Container mit Finnwalfleisch zurück nach Island zu senden. Kurz darauf verpflichtete sich die isländische Reederei Samskip, zukünftig kein Walfleisch mehr zu transportieren.

Update vom 22. Juli: [Update: 22.7.2013] Die Sechs Container mit Finnwalfleisch sind wieder im Hafen von Reykjavik abgeladen worden. Greenpeace-Mitarbeiter haben den Rücktransport von Hamburg über Rotterdam nach Reykjavik in den jeweiligen Häfen überprüft.

"Das ist ein wichtiges Signal an Islands Walfänger. Sie werden durch den Boykott der Schiffsunternehmen kaum noch Möglichkeiten haben, Walfleisch auf dem Seeweg zu exportieren", sagt Iris Menn, Meeresexpertin von Greenpeace. "So hat die unsinnige Jagd auf die bedrohten Tiere hoffentlich bald ein Ende."

Update vom 17. Juli: Greenpeace-Aktivisten konnten sich im Hafen von Rotterdam überzeugen, dass die Walfleischcontainer mit dem Schiff "Pioneer Bay" weitertransportiert wurden. Das Fleisch soll in etwa vier bis fünf Tagen beim Absender in  Reykjavik / Island ankommen.

Update vom 14. Juli: Die sechs Container mit Walfleisch haben Hamburg mit einem Schiff der Evergreen Line verlassen und sind am Samstag im Hafen von Rotterdam angekommen und zunächst abgeladen worden. Mitarbeiter von Greenpeace-Niederlande waren vor Ort und können dies bestätigen. Der Weitertransport durch die isländische Reederei Samski zurück nach Island ist für Mittwoch geplant. Update Ende

"Unter den Transportfirmen war Samskip bisher maßgeblich in das blutige Geschäft mit dem Walfleisch verwickelt. Dieser Boykott ist ein deutliches Signal an Islands Walfänger, endlich mit der unsinnigen Jagd aufzuhören", sagt Iris Menn, Meeresexpertin von Greenpeace.

"Evergreen Line" wickelt den gesamten Transport der sechs Container ab. Nach eigenen Angaben wussten sie nicht, dass sie Walfleisch transportierten, da es als "frozen fish" deklariert war. Erst die Greenpeace-Aktivisten hätten sie mit ihrer Aktion auf das Finnwalfleisch aufmerksam gemacht.

Menn kommentiert: "Wir begrüßen die Entscheidung von Evergreen, das Walfleisch wieder zurück zum Absender zu schicken. Island muss merken, dass der Handel mit dem bedrohten Tieren weltweit unerwünscht ist.". Die "Evergreen Line" will die Container mit dem Frachtschiff "EverLeading" ab dem 11. Juli nach Rotterdam transportieren.

Ab dort wird "Samskip" den Rücktransport nach Island übernehmen. Gegenüber "Evergreen Line" erklärte die isländische Reederei zukünftig auf Walfleischtransporte zu verzichten. "Die schnelle Reaktion der Frachtunternehmen auf unseren Protest zeigt ganz klar, dass niemand etwas mit Walfang zu tun haben möchte. Jetzt muss Umweltminister Altmaier endlich dafür sorgen, dass auch Deutschland den Walfang und den Handel mit Walfleisch nicht mehr indirekt unterstützt und den Transport von Walfleisch über deutsche Häfen auch gesetzlich verbietet", fordert Menn.

Das Walfleisch, etwa die Menge von zehn Finnwalen, war am 5. Juli mit dem Containerschiff "Cosco Pride" im Hamburger Hafen angekommen. Greenpeace-Aktivisten hatten das Schiff an der Landesgrenze mit Protestbannern empfangen, in den Hafen begleitet und die Behörden informiert. Die Zollfahndung hatte die Container daraufhin zunächst beschlagnahmt. Es fehlten Dokumente und sie waren falsch deklariert. Am 9. Juli gab der Zoll das Walfleisch jedoch wieder frei.

Am 10. Juli hatten sich Greepeace-Aktivisten an die Schiffstaue des Containerschiffes gekettet, welches das Walfleisch weiter in Richtung Japan bringen sollte. Damit wollten sie auf den Transport aufmerksam machen. Daraufhin weigerte sich der Charter "Unifeeder", das Walfleisch zu transportieren, und stornierte den Auftrag.

Island verweigert sich neben Norwegen und Japan sowohl dem internationalen Walfangverbot als auch dem internationalen Handelsverbot mit Walfleisch. In dieser Saison will Island 184 bedrohte Finnwale erlegen. Da es im Land selbst keine Nachfrage für das Fleisch gibt, wird es ausschließlich nach Japan exportiert.

In Japan bleibt das Fleisch getöteter Wale seit Jahren in den Kühlhallen liegen. Tokio sitzt auf einem Berg aus Walfleisch. Um diesen abzubauen, scheint jedes Mittel recht: Walfleisch wird zu Luxus-Hundefutter verarbeitet. Die Hundesnacks werden als "kalorienarm, mit geringem Fett- und hohem Proteingehalt" angepriesen.
 

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