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Harpunierter Wal im Walschutzgebiet Antarktis
Kate Davison/Greenpeace

Japan setzt Walfang aus

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Die Entscheidung, während der laufenden Saison keine Wale schießen zu lassen, trifft die japanische Regierung nicht freiwillig. Sie kommt damit dem Urteilsspruch des Internationalen Gerichtshofs in Den Haag nach. Dieses höchste Gericht untersagte im Frühjahr 2014 die Weiterführung des aktuellen japanischen Walforschungsprogramms: Es entspräche keinen wissenschaftlichen Kriterien. Entsprechend sind für die laufende Saison bis Ende März lediglich Sichtungsuntersuchungen und Entnahmen von Gewebeproben geplant – gewöhnlich töten die Walfänger die Tiere unter dem Deckmantel der Forschung.

„Damit verdient das antarktische Walschutzgebiet von 1990 endlich auch seinen Namen“, freut sich Greenpeace-Meeresbiologe Thilo Maack. Obwohl der Erfolg nur von kurzer Dauer ist. Denn die Regierung in Tokio kündigte bereits an, ihr tödliches „Walforschungsprogramm“ fortsetzen zu wollen; einen neuen Zwölf-Jahres-Plan hat sie bei der Internationalen Walfangkommission IWC bereits eingereicht. Danach sollen ab der Saison 2015/16 insgesamt 333 Minkewale harpuniert werden.

Delikatessenhandel statt Forschung

Diese Neuauflage des japanischen Walfangprogramms dürfte auf gerichtlichem Weg nicht so schnell zu stoppen sein – immerhin zog sich allein das Verfahren vom Gerichtshof in Den Haag ganze vier Jahre hin.

Offiziell dienen die Walfänge der Japaner wissenschaftlichen Zwecken. Allerdings ist es kein Geheimnis, dass das Fleisch der Tiere als Delikatesse verkauft wird; den Preis dafür zahlen die japanischen Bürger mit ihren Steuern. Denn der antarktische Walfang ist ein Minusgeschäft. „Allein aus dem Walfleischverkauf würde er sich niemals tragen", so Maack, „Es liegen bereits Subventionsanträge in Höhe von über zwei Milliarden Yen, rund 14 Millionen Euro, vor für die Ausrüstung der Walfangflotte".

Der japanische Premierminister Shinzo Abe unterstützt die Walfangpläne. Und so ist es wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis die Gelder für die brutalen Tötungen wieder fließen und die Fangflotte erneut in See sticht – mit Harpunen. 

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