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Meine Damen und Herren,

Clara: Omanie und ich stehen vor Ihnen als Repräsentanten Tausender junger Menschen aus der ganzen Welt, die sich im Greenpeace-Jugendprojekt Kids for Forests engagieren.

Seit mehr als drei Jahren schreiben wir Briefe an unsere Regierungen, malen Bilder, überreichen Petitionen an Minister und wenden uns mit Aktionen an die Öffentlichkeit, um Aufmerksamkeit auf unsere Anliegen zu lenken.

Ganz egal, was wir gemacht haben: Wir forderten Sie damit auf, endlich Maßnahmen zum Schutz der Urwälder und Meere zu ergreifen.

Omanie: Ich heiße Omanie und bin 18 Jahre alt. Ich komme aus Werio - einem Dorf in den Urwäldern von Papua-Neuguinea. Als ich sechs Jahre alt war, rückte eine Holzfirma an und übernahm unser Land. Seit diesem Tag plündert sie unseren Wald auf eine Art und Weise, die ihn für immer zerstören wird.

Der Wald ist mein Leben - Holzfirmen nehmen es mir weg. Der Wald, aus dem wir unsere Arzneien gewinnen, ist verseucht, unsere Begräbnisstätten sind von Bulldozern zerstört.

Die Dorfgemeinschaften profitieren nicht vom Holzeinschlag. Zum Beispiel kümmerten sich die ausländischen Investoren nie um den Bau von Schulen oder die Gesundheitsversorgung - wie sie es uns versprochen hatten.

Unsere Lebensgewohnheiten änderten sich: Die Kinder lernen nicht mehr, wie sie sich mit traditionellen Lebensmitteln aus dem Urwald ernähren können. Nie brauchten wir Geld - jetzt zerstört es das Leben unserer Gemeinschaft.

Sie müssen Ihre Pflicht tun und die Reste unseres tropischen Regenwaldes schützen. Ich habe das erste Mal in meinem Leben mein Land verlassen und einen weiten Weg zurückgelegt, um Ihnen eines zu sagen: Sie müssen endlich handeln.

Clara: Ich heiße Clara, bin 21 Jahre alt und komme aus Deutschland. Einem der Länder also, die jedes Jahr gewaltige Mengen an Papier und Holzprodukten verbrauchen, die aus den letzten existierenden Urwäldern der Erde stammen.

Ich bin mir sicher: Dies ist der falsche Umgang mit dem einzigartigen Leben auf unserem Planeten.

Vor zwei Jahren stand ich Ihnen in Den Haag schon einmal gegenüber. Damals versprachen Sie, die Vernichtung von Leben auf der Erde zu stoppen. Aber nichts hat sich in diesen zwei Jahren geändert.

Ich bin tief enttäuscht - und doch wieder da, weil junge Menschen niemals aufhören werden, für ihre Zukunft zu kämpfen, und weil ich immer noch glaube, dass dies der richtige Platz ist, um diese Welt zu verändern.

Ihr Versprechen ist wertlos, wenn Sie es möglich machen, dass Urwälder zu Papier oder Möbeln verarbeitet werden. Ihr Versprechen ist wertlos, solange es keinen Schrei der Entrüstung in Ihren Reihen gibt, wenn riesige Schiffsflotten die Meere leer fischen - unkontrolliert, undokumentiert und illegal.

Das Artensterben ist unumkehrbar, und die Einrichtung von Schutzgebieten der einzige Weg, Arten vor dem Aussterben zu bewahren.

Dieses Bild ist aus den Schatzkisten, die wir Kinder und Jugendlichen auf der ganzen Welt gefüllt haben. Sie sind ein Symbol für das, was geschützt werden muss: Die letzten Schätze dieser Erde - Urwälder und Ozeane.

30 Kids for Forests aus 12 Ländern werden sich nächste Woche mit uns zusammen tun, um Sie daran zu erinnern, sich für den Schutz des Lebens auf der Erde einzusetzen. Wir leisten unseren Beitrag. Jetzt liegt es in Ihrer Verantwortung, die Weichen für ein globales Netzwerk von Schutzgebieten zu stellen. Lassen Sie die betroffenen Menschen - besonders Indigene wie Omanie - an diesen Entscheidungen mitwirken. Und das Wichtigste überhaupt: Die Industrieländer müssen Geld auf den Tisch legen, um all dies möglich zu machen.

Aber bitte: Reden Sie nicht nur! Halten Sie Ihre Versprechen und machen Sie diese wahr.

Lesen Sie auch unser Internet-Tagebuch: Greenpeace-Mitarbeiter und Ehrenamtliche berichten, wie sie sich für den Erhalt unserer Urwälder und Meere in verschiedenen Gebieten der Welt einsetzen.

Ende der Gallerie

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