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Kartoffel mit dem Gesicht von Angela Merkel.
(c) Greenpeace

Amflora-Zulassung

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Laut EU-Recht dürfen keine gesundheitsgefährdenden Pflanzen innerhalb der EU angebaut werden. Eine Rechtsexpertise von Greenpeace hat offengelegt, dass die Genehmigung der Amflora dieses Gesetz bricht. Ihr eingebautes Antibiotika-Resistenzgen kann sich auf Bakterien übertragen, die dann für den Menschen sehr gefährlich werden können.

    Für einige Krankheiten sind Antibiotika die einzige wirkungsvolle Behandlungsmethode. Aber sie helfen nur, wenn der Erreger nicht gegen diese Medizin immun ist. Antibiotika-Resistenzen sind bereits jetzt ein ernst zu nehmendes Problem. Das hier betroffene Antibiotikum Kanamycin gehört zu einer Substanzklasse, die in der Behandlung lebensbedrohlicher Infektionen wie Tuberkulose eine wichtige Rolle spielt, weiß Professor Uwe Frank vom Universitätsklinikum Freiburg. Diese Gefahr hat die EU-Kommission ignoriert, als sie die genveränderte Kartoffel zuließ.

    Dazu kommt, dass die Gen-Pflanze nur fehlerhaft auf ökologische Risiken geprüft wurde. Auch das entpricht nicht den Richtlinien der EU bei der Zulassung neuer Arten. Amflora hätte also gar nicht erst zugelassen werden dürfen. Daraus folgt für Deutschland, dass die zuständigen Politiker - Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU), Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), CSU-Parteichef Horst Seehofer und der FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle - nun zurückrudern müssen. Sie können die Einführung er BASF-Kartoffel nicht länger unterstützen, so wie sie es im Koalitionsvertrag vereinbart haben.

    Menschliche Gesundheit und Umwelt haben im europäischen und deutschen Gentechnikrecht einen hohen Stellenwert. Da auch nach der Zulassung wissenschaftliche Bedenken hinsichtlich der schädigenden Auswirkungen bestehen, muss die Bundesregierung umgehend handeln. Sie muss die zur Verfügung stehenden Rechtsmittel, insbesondere die Schutzklausel, zur Gefahrenvorsorge aktivieren erläuterte die Autorin des Gutachtens, Rechtsanwältin Dr. Michéle John aus Hamburg. Auch Professor Frank teilt diese Ansicht: Eine mögliche Übertragung der Resistenzgene von den Pflanzen auf Bakterien ist nicht auszuschließen. Dieses Risiko sollte man nicht eingehen.

    Dass genveränderte Pflanzen, wie Amflora, während der letzten 13 Jahre nicht erlaubt wurden, hat seinen Grund. Obwohl sie nur als Stärkemittel und für Tierfutter verwendet werden soll, stellt die Knolle eine Gefahr für die Gesundheit des Menschen da. Außerdem darf sie bis zu einem Verschmutzungsgrad von 0.9 Prozent in Lebensmittel gelangen, womit sie schon beim Menschen angekommen ist. Aus welchen Gründen sie überhaupt zur Diskussion steht, bleibt fragwürdig. Die Gen-Kartoffel ist riskant und überflüssig, ihre Zulassung rechtswidrig, sagt eine, die es wissen muss, Barbara Kamradt, Gentechnikexpertin von Greenpeace.

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