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Portrait von Guido Westerwelle, Angela Merkel und Horst Seehofer auf Kartoffeln.
Greenpeace

Nun aber in echt: Die Amflora wird geerntet

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Seit heute Morgen rollen die Erntemaschinen über den rund 15 Hektar großen Acker der Gen-Kartoffel Amflora in Bütow bei Zepkow, Mecklenburg-Vorpommern. Bereits Ende August läutetete die BASF die Ernte der Gen-Knolle mit großem Tamtam ein.

Ein Monat ist vergangen, seit Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle die Ernte symbolisch mit einem Spatenstich eröffnete. Danach passierte auf dem Acker erst einmal nichts mehr. Ruhig wurde es um die umstrittene Gen-Kartoffel dennoch nicht: Anfang September wurde auf Amflora-Äckern des Agrarkonzerns BASF in Nordschweden die nicht zugelassene Gen-Kartoffel Amadea gefunden. Ein Teil der Amflora-Ernte muss nach Behördenangaben vernichtet werden.

Mecklenburg-Vorpommerns Agrar- und Umweltminister Till Backhaus (SPD) untersagte daraufhin, die hier angebauten Kartoffeln in den Verkehr zu bringen. Sie sollen nach der Ernte erst einmal eingelagert und getestet werden.

BASF behauptet, auf dem Acker bei Zepkow seien bisher keine Vermischungen mit Amadea festgestellt worden. Aus einem aktuellen Report des Unternehmens an die schwedischen Behörden geht allerdings etwas anderes hervor: BASF kann nicht hundertprozentig ausschließen, dass die illegale Gen-Knolle auch in Mecklenburg-Vorpommern ausgebracht wurde.

Greenpeace fordert die Behörden in Mecklenburg-Vorpommern auf, die Amflora-Ernte ebenfalls vernichten zu lassen, damit die illegale Amadea nicht verbreitet wird, sagt Stephanie Töwe, Gentechnikexpertin von Greenpeace.

Amflora und Amadea wurden gentechnisch so verändert, dass sie nur noch sogenannte Amylopektinstärke bilden, die industriell für die Papierproduktion und für Baumaterial eingesetzt werden kann. Die Amflora hat aber auch eine Zulassung als Futtermittel und - eingeschränkt - als Lebensmittel erhalten. Amadea soll laut BASF eines Tages Nachfolgerin von Amflora werden.

Amflora wurde 2010 in Deutschland (15 Hektar) , Schweden (102 Hektar) und Tschechien (150 Hektar) kultiviert. Eine kommerzielle Verwertung für die Stärkeindustrie war nur in Tschechien geplant. An den anderen Standorten werden die Pflanzkartoffeln vermehrt.

Dieser Fall macht deutlich, dass gentechnisch veränderte Pflanzen nicht kontrollierbar sind. Schon bei der Saatgutvermehrung hatte die BASF offensichtlich Probleme mit der Trennung ihrer Gen-Pflanzen. Aber gerade das Saatgut muss rein sein, denn auf dem Acker erzeugt eine Gen-Kartoffel bis zu 15 neue Kartoffeln, sagt Töwe.

Ungarn, Luxemburg und Österreich haben gegen die europäische Zulassung der Amflora Beschwerde beim Europäischen Gerichtshof eingereicht. Bundeslandwirtschaftministerin Aigner darf jetzt nicht länger zögern. Sie muss den Anbau der Gen-Kartoffel hier in Deutschland verbieten und die Klage gegen die rechtswidrige Zulassung unterstützen, fordert Töwe.

  • Gen-Acker in Bütow

    Acker in Bütow

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  • Amflora-Ernte

    Brüderle erntet Gen-Kartoffel

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