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Die umstrittene gentechnisch veränderte BASF-Kartoffel Amflora. Sie wird 2010 auf einem Acker bei Bütow (Mecklenburg-Vorpommern) auf rund 20 Hektar angebaut.
Bente Stachowske/Greenpeace

Neben Umweltschützern, Verbrauchern, Bauern und Industrie schätzen nun auch Staaten wie Österreich und Ungarn die Genkartoffel als zu riskant ein.

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Andere EU-Länder haben die Gesundheits- und Umweltrisiken der Amflora erkannt und die Notbremse gezogen, während Deutschland sie ignoriert. Doch die Amflora ist nicht nur dort ein Risiko für Umwelt, Gesundheit und die gentechnikfreie Landwirtschaft, sagt Stephanie Töwe, Gentechnik-Expertin von Greenpeace.

Ein Rechtsgutachten im Auftrag von Greenpeace zeigt, dass die Anbauzulassung rechtswidrig und gefährlich ist. Zudem wird sich die Gen-Kartoffel der BASF bei Transport, Lagerung und Verarbeitung sehr wahrscheinlich mit anderen Kartoffeln vermischen. Die Mehrheit der Stärkeindustrie will diese Kartoffel daher nicht verarbeiten.

Die Erklärung von Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner, die Förderung der Amflora sei im Koalitionsvertrag vereinbart, ist angesichts der Risiken absurd. Die Agrarminister müssen sich auf ihrer Konferenz in Plön im Interesse der Verbraucher, Landwirte und der gentechnikfreien Landwirtschaft gegen ihren Anbau einsetzen und von Frau Aigner ein Verbot fordern, sagt Töwe.

Marco Contiero, Gentechnik-Experte von Greenpeace in Brüssel sagte: President Barroso und Kommissionsmitglied Dalli wollen genmanipulierte Organismen auf unseren Tellern und Feldern einführen, ohne auf Gesundheits- und Umweltrisiken zu achten. Sie respektieren die Meinung der Bürger, der Mitgliedstaaten und der Experten nicht.

Sogar der Verband der Kritischen Aktionäre von BASF schätzt Amflora als gefährlich ein. Aufgrund des Risikos der Amflora haben die Kritischen Aktionäre für die heutige BASF-Jahreshauptversammlung eine Risiko-Rückstellung von 500 Millionen Euro beantragt. Der Dachverband gibt zur Begründung an, dass BASF mit dem Anbau der Amflora wegen ihrer Antibiotikaresistenzgene enorme Risiken eingehe.

Es sei nicht nachvollziehbar und völlig unverantwortlich, im Jahre 2010 noch gentechnisch veränderte Organismen in die Umwelt freizusetzen. Dadurch würde nicht nur Leib und Leben unserer Bevölkerung aufs Spiel gesetzt. Dieser Umstand könne innerhalb der nächsten Jahre Schadensersatzforderungen in Milliardenhöhe mit sich ziehen, behaupten die Aktionäre.

Es ist nur folgerichtig, dass kritische Aktionäre bei der BASF-Jahreshauptversammlung für die Amflora eine Risiko-Rückstellung von 500 Millionen Euro beantragt haben. resümiert Martin Hofstetter, Agrarexperte von Greenpeace.

Andere EU-Mitglieder sollten dem österreichischen Beispiel folgen, sich gegen die Pro-Genmanipulations-Agenda der Europäischen Kommission entscheiden. Es dürfen keine Gen-Pflanzen zugelassen werden, bevor Gesundheits- und Umweltrisiken nicht abgeklärt sind, bestätigt auch Marco Contiero.

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