Skip to main content
Jetzt spenden
Kartoffeln
Eberhard Weckenmann/Greenpeace

Aigner genehmigt Gen-Kartoffel Amflora

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner hat heute den Versuchsanbau der Gen-Kartoffel Amflora von BASF genehmigt. Ein großer Fehler, so Stephanie Töwe, Gentechnikexpertin von Greenpeace.

Gen-Pflanzen, welche die menschliche Gesundheit gefährden können, sollten nicht angebaut werden. Die Gen-Kartoffel enthält ein Antibiotika-Resistenzgen, das die Wirksamkeit von lebenswichtigen Antibiotika gefährden kann, warnt Töwe.

Die Amflora enthält das antibiotikaresistente Markergen npt II. Markergene sollen im Labor dafür sorgen, diejenigen Pflanzenzellen zu finden, die das neue Gen aufgenommen haben. Die Nutzung von antibiotikaresistenten Markergenen gilt als veraltet. Sie kann dazu führen, dass Krankheitserreger gegen bestimmte Antibiotika immun werden.

In der EU ist der Anbau von Gen-Pflanzen mit einem Antibiotikaresistenzgen seit 2005 verboten, soweit es den menschlichen Verzehr oder die Fütterung von Tieren betrifft. Die Amflora soll für technische Zwecke angebaut werden, speziell für die Papier-, Garn- und Klebstoffindustrie. Das heißt, es soll beispielsweise Kleister daraus hergestellt werden.

Doch freigesetzt ist freigesetzt. Wie wenig BASF seine Gen-Kartoffel im Griff hat, ist im Herbst 2007 deutlich geworden. Auf den Versuchsfeldern sowie auf öffentlichen Wegen lagen weit nach der Ernte genmanipulierte Kartoffeln herum - für alle zugänglich und ohne ersichtlichen Warnhinweis.

Töwe fordert darum, den Anbau der Gen-Kartoffel aus Vorsorgegründen zu verbieten. Ministerin Aigner sollte die Gefahren ernst nehmen und nicht versuchen, auf diesem Weg die Wogen in der CDU zu glätten, die ihr Verbot des Gen-Maises verursacht hat.

Mehr zum Thema

Obst und Gemüse in einem Verkaufsstand

Obst und Gemüse von der Mehrwertsteuer befreien!

  • 20.01.2023

Pflanzliche Lebensmittel von der Mehrwertsteuer zu befreien, wäre gut für das Klima, die Gesundheit und würde Verbraucher:innen finanziell entlasten.

mehr erfahren
Martin Kaiser vor einem Kalb im Stall

Wir brauchen eine Umverteilung

  • 18.01.2023

Greenpeace-Geschäftsführer Martin Kaiser spricht im Interview vor der Wir-haben-es-satt-Demo über die Bedeutung einer klimagerechten Agrarwende.

mehr erfahren
Cem Özdemir

Starke Worte - schwache Taten

  • 07.12.2022

Nach einem Jahr Landwirtschaftsministerium unter grüner Leitung ziehen wir Bilanz - hat die Agrarpolitik unter Cem Özdemir Fortschritte in punkto Tierwohl, Anbau, und Klimaschutz gemacht?

mehr erfahren
Dirk Zimmermann

Zum Tod von Dirk Zimmermann

  • 09.08.2022

Am 3. August 2022 ist unser Kollege und Freund Dirk Zimmermann viel zu früh, viel zu jung nach schwerer Krankheit gestorben. Ein Nachruf.

mehr erfahren
Organic Meals at Kindergarten in Hamburg

Warum Städte künftig mehr Bio-Essen anbieten wollen

  • 22.02.2022

Den Anteil an Bio-Lebensmitteln in öffentlichen Kitas, Schulen und städtischen Kantinen wollen 20 von 27 Städten in Deutschland mit konkreten Zielen erhöhen. Das ergab eine Abfrage von Greenpeace.

mehr erfahren
GP1SUQSD Urban Ecological Farming in Auckland

Neue Gentechnik: Positionen des Lebensmittelhandels

  • 31.01.2022

Bisher ist die gentechnikfreie Landwirtschaft in Europa eine Erfolgsgeschichte. Doch mit der Freiheit, sich bewusst gegen Gentechnik im Essen entscheiden zu können, könnte es bald vorbei sein.

mehr erfahren