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Greenpeace-Mitarbeiter bereiten Salatproben aus verschiedenen Supermärkten in Deutschland für eine Laboruntersuchung auf Pestizide vor. Hamburg, 2010
Doerthe Hagenguth / Greenpeace

Schwarze Liste der gefährlichsten Pestizide

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Greenpeace hat 2010 eine Liste von 451 weltweit eingesetzten Pestiziden veröffentlicht, die besonders gesundheits- und umweltgefährdend sind. Rund ein Drittel davon ist auch in der europäischen Lebensmittelproduktion zugelassen. Für die Studie "Die schwarze Liste der Pestizide" haben zwei unabhängige Experten im Auftrag von Greenpeace alle relevanten international eingesetzten 1150 Pflanzenschutzmittel nach ihrer Gefährlichkeit für Menschen und Umwelt überprüft.

"In der konventionellen Landwirtschaft werden nach wie vor Chemikalien verwendet, die Menschen krank machen und die Natur zerstören können", sagt Manfred Santen, Chemieexperte von Greenpeace. "Sowohl die Anwendung von Spritzmitteln als auch der Verzehr von behandeltem Obst, Gemüse und Getreide birgt gesundheitliche Risiken. Pestizide belasten zudem das Grundwasser, Amphibien, Insekten und Vögel. Nicht nur die Politik sondern auch die Wirtschaft muss dafür sorgen, dass gefährliche Pestizide aus dem Verkehr gezogen werden."

Die Studie identifiziert 17 Spritzmittel, die deutsche Verbraucher besonders häufig durch Lebensmittel aufnehmen. Darunter weiterhin das BASF-Produkt Iprodion auf Kopfsalat, das trotz seiner vermutlich krebserregenden Wirkung eingesetzt wird. Oder das neurotoxisch wirksame Fungizid Cyprodinil von Syngenta, das Greenpeace in Tafeltrauben festgestellt hat. Im Vergleich zur 2008 von Greenpeace publizierten "Schwarzen Liste" hat sich die Zahl der gefährlichen Pestizide von 327 auf 451 erhöht.

Die Pestizid-Studie gibt auch einen Überblick zu den Bemühungen des Lebensmittelhandels, Spritzmittel zu reduzieren. Die hausinternen Pestizidlisten von Edeka und REWE schließen beispielsweise entweder besonders gefährliche Wirkstoffe für den Anbau von Obst und Gemüse aus oder nennen weniger giftige Chemikalien für den Einsatz auf dem Acker.

Zwar zeigen die Pestiziduntersuchungen von Greenpeace seit 2007 einen Trend zu abnehmenden Rückständen in Obst und Gemüse auf. Im Gegenzug verstärkt sich die Tendenz, hohe Konzentrationen einzelner Pestizide durch geringe Dosen mehrerer Wirkstoffe zu ersetzen. So stellen von Greenpeace beauftragte unabhängige Labore immer wieder die Mehrfachbelastung von Obst und Gemüse fest wie etwa 15 verschiedene Pestizide auf einem Salatblatt. Dieser Kopfsalat aus Italien wurde in einem Berliner Supermarkt verkauft.

"Der Verbraucher wird durch mögliche Kombinationswirkungen dieser Chemiecocktails einer Gefährdung ausgesetzt", sagt Santen. "Aus Vorsorgeschutz müssen solche Mehrfachanwendungen sofort verboten werden."

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