Skip to main content
Jetzt spenden
Ein Schiff fährt auf der Elbe
Bernhard Nimtsch / Greenpeace

Studie zu Pestiziden im Wasser

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Auch in Deutschland sei die Konzentration von Pestiziden oft höher als erlaubt, so das Fazit der Forscher. Insgesamt werteten sie 838 Studien aus 73 Ländern aus. Das Ergebnis: 11.300 Gewässerproben enthalten Rückstände von Pestiziden, die für Insekten und Kleinkrebse giftig sind.

Die Wissenschaftler stützen sich auf Untersuchungen aus den Jahren 1962 bis 2012: In mehr als 50 Prozent der Fälle waren die Konzentrationen höher als von Behörden erlaubt. Dadurch sei die Artenvielfalt massiv bedroht, so die Forscher. Bei neueren Pestiziden gilt das  noch gravierender als bei den älteren.

Besonders brisant ist, dass ein Großteil der Spritzmittel nur an zwei bis drei Tagen nach der Ausbringung nachweisbar ist. Dadurch bleiben viele Gewässerbelastungen unerkannt. Je nach Giftigkeit des Pestizides reichen aber kurzfristige Belastungen aus, um die Gewässerfauna nachhaltig zu schädigen.

Warum schützen Gesetze nicht?

Dass die Forscher kaum Unterschiede zwischen Ländern mit strenger und weniger strenger Gesetzgebung festgestellt haben, klingt irritierend. Das Umweltbundesamt (UBA) vermutet, dass viele Landwirte die Pestizide nicht fachgerecht ausbringen und somit Bestimmungen nicht einhalten. Vor allem würden sie ihre Äcker häufig dicht entlang kleiner Bäche und Tümpel spritzen. Der Wind sorgt dann dafür, dass die Gifte in die Gewässer gelangen.

Neue Untersuchungen aus Brandenburg zeigen aber auch, dass bestimmte Pestizide sich beim Ausbringen weitflächig verbreiten und nur ein geringer Teil tatsächlich dort landet, wo er hin soll. Das haben auch schon Biobauern leidlich zu spüren bekommen: Ihre Produkte wurden dadurch so stark belastet, dass sie unverkäuflich wurden.

„Der Einsatz von gefährlichen Pestiziden muss umfassend und schnell minimiert werden“, sagt Christiane Huxdorff, Umweltwissenschaftlerin und Greenpeace-Expertin für Landwirtschaft. „Das Landwirtschaftsministerium liefert bisher nur Worte und Papier, aber keine erfolgversprechenden Maßnahmen. Seit Jahren steigen die ausgebrachten Wirkstoffmengen. Das Ziel der industriellen Landwirtschaft muss sein, sich aus der Abhängigkeit von Pestiziden zu befreien.“

Der Link zur Studie: Agricultural insecticides threaten surface waters at the global scale

Petition

https://act.greenpeace.de/umsteuern

0% Mehrwertsteuer auf pflanzliche Lebensmittel!

Einkommensschwachen Haushalten helfen und das Klima schützen: Fordern Sie Bundesfinanzminister Lindner auf, die Mehrwertsteuer auf pflanzliche Lebensmittel abzuschaffen!

Jetzt unterzeichnen

0% vom Ziel erreicht

0 haben mitgemacht

0%

Mehr zum Thema

Traktor versprüht Pestizide auf einer Apfelplantage in Deutschland

Pestizide

  • 14.12.2022

Pestizide sind überall – auf Feldern, in Wäldern und in privaten Gärten. Sie stecken sogar in konventionellem Obst und Gemüse. Gift für Ökosysteme, Artenvielfalt und Menschen.

mehr erfahren
Baking Bread with Animal-Feed Wheat in Germany

Aktion Rettungsbrot

  • 11.10.2022

Aus Futtergetreide lässt sich kein Brot backen? Mit fünf Tonnen Weizen und der Hilfe eines Müllers und eines Bäckermeisters hat Greenpeace den Gegenbeweis angetreten.

mehr erfahren
Tisch gedeckt mit vegetarischem Essen

Wie gesunde Ernährung aufs Klima wirkt

  • 07.09.2022

Eine Ernährung mit weniger Fleisch und Milch würde den Flächenverbrauch in der Landwirtschaft um 40 Prozent reduzieren, zeigt eine neue Greenpeace-Studie.

mehr erfahren
Mähdrescher auf einem großen Weizenfeld in der Ukraine, 2021

Knappes Getreide: EU kann Exportausfälle der Ukraine ausgleichen

  • 05.04.2022

Der Krieg in der Ukraine verknappt das Angebot an Getreide und Pflanzenölen auf dem Weltmarkt. EU-Staaten könnten die Exportausfälle ausgleichen.

mehr erfahren
Flugzeug versprüht Petizide auf einem riesigen Soja-Feld in Brasilien

Vergiftete Doppelstandards

  • 16.11.2021

Deutschland lässt den Export und Vertrieb bienengiftiger Pestizidwirkstoffe nach und in Brasilien zu. Teilweise sind sie aufgrund hoher Risiken in der EU nicht mehr zugelassen.

mehr erfahren
Freiwillige helfen einem Landwirt, auf seiner 100 Quadratmeter großen Farm gentechnisch veränderte Papayas zu beseitigen.

Gentechnik

  • 18.06.2021

Neue gentechnische Verfahren in der Pflanzenzucht versprechen ein lukratives Geschäft für die Gentechnik-Industrie. Doch der Einsatz der Agro-Gentechnik birgt unkalkulierbare Risiken.

mehr erfahren