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Indien: Frau transportiert Wasser
Subrata Biswas / Greenpeace

Zum internationalen Tag der Menschenrechte: Fluchtursache Klimawandel bekämpfen

„Jeder hat das Recht, in Freiheit und Sicherheit zu leben.“ Das ist ein Menschenrecht. “Jeder darf seinen Aufenthaltsort selber wählen“ auch. Und auch: „Niemand darf willkürlich seines Eigentums beraubt werden.“ Doch die Erderhitzung wird Millionen Menschen dieser Rechte berauben, wenn es der Weltgemeinschaft nicht gelingt, den Klimaschutz so voranzutreiben, wie es angesichts des Klimanotstandes dringend nötig wäre. Heute ist der Internationale Tag der Menschenrechte. Doch auch auf der diesjährigen Klimakonferenz in Madrid fehlt es an echtem Engagement, die drohende Katastrophe noch aufzuhalten.

Dabei warnen Wissenschaftler fast täglich vor Szenarien, die den verheerenden Hurrikan Katrina von 2005 wie Vorgeplänkel eines aus den Fugen geratenen Weltklimas erscheinen lassen. Stürme werden heftiger und häufiger, in Afrika drohen Dürreperioden nie dagewesenen Ausmaßes, der Meeresspiegelanstieg wird Millionen Menschen in Küstenmetropolen mit Sturmfluten bedrohen. 

Immer mehr Klimavertriebene

Im Weltbank-Bericht von 2018 wird geschätzt, dass bis 2050 alleine in den Regionen Lateinamerika, Südasien und Afrika südlich der Sahara über 140 Millionen Menschen ihre Heimat verlassen mussten, weil der Klimawandel ihre Lebensgrundlage vernichtet. In vielen Krisenregionen dieser Welt wirkt die Erderhitzung außerdem als Konfliktverstärker. Krieg um Ressourcen, politische Unruhen und Naturkatastrophen verstärken sich gegenseitig immer weiter. 

Damit umzugehen wird eine weitere Menschheitsaufgabe werden. Wie können Regionen, die besonders schlimm vom Klimawandel betroffen sind, international unterstützt werden? Wie kann die Schuld der Industrienationen in Gelder umgemünzt werden, mit denen ärmere Länder sich besser an die drohenden Auswirkungen anpassen können? Wie kann die internationale Staatengemeinschaft dafür Sorge tragen, dass Menschen, die durch Wetterextreme in die Flucht gezwungen werden, maximale geschützt und unterstützt werden?

Humanitäre Auswirkungen des Klimawandels

Mit diesen Fragen beschäftigte sich im Oktober 2019 auch der internationale Humanitäre Kongress in Berlin. Dort diskutierten zahlreiche Expertinnen und Experten der humanitären Hilfe aus Theorie und Praxis mit über 850 Teilnehmenden über aktuelle Herausforderungen der medizinischen und nichtmedizinischen Nothilfe.

Organisiert wurde der Kongress von Ärzte ohne Grenzen e.V., Ärzte der Welt, Deutsches Rotes Kreuz und der Ärztekammer Berlin. Er fand zum 21. Mal statt, diesmal unter dem Motto „Ein perfekter Sturm - Humanitäre Auswirkungen des Klimawandels“. In diesem Jahr war Greenpeace erstmals offizieller Partner. (Einige Beiträge sehen Sie in diesem Film.)

„Auf all diese großen Fragen gibt es keine einfachen Antworten“, sagt Fawad Durrani von Greenpeace, „es wird aber Zeit, sich dem Thema mit all seinen Facetten anzunehmen.“ Denn der Klimawandel ist ein Bedrohungsmultiplikator, der heute schon große negative Auswirkungen auf die natürlichen Ressourcen in vielen Ländern und Regionen hat, die anfällig für soziale Spannungen, Nahrungsmittel- und Wasserknappheit, Instabilität, Konflikte und anhaltende Armut sind. Eine tiefergehende Analyse zeigt, dass gewalttätige Konflikte in einigen Ländern auch mit den Auswirkungen des Klimawandels zusammenhängen können. Denn dieser spitzt den harten Wettbewerb um knappe natürliche Ressourcen wie Wasser, Ackerland oder andere grundlegende Lebensnotwendigkeiten zu.

Die Klimakrise ist auch eine Gerechtigkeitskrise. Eine engagierte Klimaschutzpolitik ist zugleich Friedenspolitik und für die Einhaltung grundlegender Menschenrechte unverzichtbar.

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