Skip to main content
Jetzt spenden
Holz auf einem Anhänger
Greenpeace

Das NAMA-Drama

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Bereits heute stehen die vorhandenen Umweltgesetze einzelner Länder wie auch die multilateralen Umweltabkommen unter dem Damoklesschwert des Streitbeilegungsmechanismus der WTO. Falls ein WTO-Mitglied sich in seinen Handelsinteressen durch eine Umweltmaßnahme eines anderen Mitgliedes beeinträchtigt sieht, steht ihm der Weg der WTO-Gerichtsbarkeit offen. WTO-Recht bricht dabei nationales wie internationales Umweltrecht - und so ist die WTO eine effektive Drohkulisse gegen fortschrittliche soziale und ökologischen Gesetze.

Agrargüter und Dienstleistungen dominierten bisher die Agenda der WTO. Im Rahmen der laufenden Doha-Runde sollen jedoch weitere Wirtschaftssektoren hinzukommen. Non Agricultural Market Access (NAMA), also Marktzugang für nicht-agrarische Güter, heißt das Zauberwort. Dahinter versteckt sich der Versuch, alle gehandelten Güter weltweit dem Liberalisierungsdruck zu unterwerfen.

Viele entwicklungspolitische Nichtregierungsorganisationen und Kommentatoren lehnen die derzeitigen NAMA-Verhandlungen vehement ab. Sie befürchten, dass ein NAMA-Abkommen Armut und Unterbeschäftigung in den Entwicklungsländern erhöhen und dort den Aufbau nationaler Wirtschaftszweige zurückwerfen würde. Die momentanen Verhandlungen erfüllen allein den großen Unternehmen in den Industrieländern den Wunsch nach Öffnung weiterer Märkte.

Die dramatischen und gravierenden Auswirkungen der NAMA-Verhandlungen sind bisher der Öffentlichkeit wenig bekannt. Die für die deutsche Handelspolitik Verantwortlichen im Wirtschaftsministerium sehen nur die Chancen für den Exportweltmeister Deutschland, nicht jedoch die Gefahren für Entwicklung und Umwelt, die mit der forcierten Liberalisierung der Industriegütermärkte, zu denen auch Produkte der Forstwirtschaft und der Fischerei zählen, einhergehen.

In der Studie Das NAMA-Drama werden auch einige der zu erwartenden Umweltauswirkungen dargestellt - Umweltauswirkungen, die in den bisherigen Verhandlungen einfach ignoriert werden und die die deutschen Umweltverbände zu einer eindeutigen Positionierung veranlasst haben. Sie fordern den sofortigen Stopp der Verhandlungen und eine unabhängig durchgeführte Folgenabschätzung für eine weitere Liberalisierung der Märkte für Industriegüter. Der Schwerpunkt der Beiträge liegt jedoch auf den Auswirkungen der NAMA-Verhandlungen auf Entwicklungsländer.

Mehr zum Thema

Zwei Menschen auf Fahrrädern auf einem Radweg

Mobilität bei Greenpeace

  • 23.11.2022

Wie oft und auf welche Weise wir alle uns fortbewegen, hat großen Einfluss auf das Klima.

mehr erfahren
Aktivist:innen pflanzen eine ca. acht Meter hohe Stieleiche an das Ausbauende der umstrittenen A49 in Hessen.  Auf einem Banner steht "Wald statt Asphalt"

Erklärung zur Debatte um die Kriminalisierung von Klimaprotesten

  • 14.11.2022

Gemeinsame Erklärung der Umweltverbände BUND, Campact, DNR, Germanwatch, Greenpeace, Nabu und WWF zur aktuellen Debatte über Formen von Klimaprotest.

mehr erfahren
Deforestation for Farming and Agriculture in Chaco Province, Argentina

Handel auf Kosten der Umwelt

  • 11.05.2022

Handelsabkommen setzen wirtschaftliche Interessen über die von Umweltschutz. Nachhaltigkeitsbewertungen sollen das verbessern, doch eine aktuelle Greenpeace-Studie übt Kritik am aktuellen Modell.

mehr erfahren
Probenahme auf einem Spielplatz

Auf den zweiten Blick

  • 28.09.2021

Welchen Schadstoffen ist die Bevölkerung nach der Explosion in Leverkusen ausgesetzt? Nach Greenpeace-Analysen kommt die Entwarnung durch das Landesumweltamt verfrüht.

mehr erfahren
Gianna Martini, Greenpeace-Kampagnerin

Zukunft wählen wir zusammen

  • 20.07.2021

Greenpeace will mit „Vote4me“ die Generationen ins Gespräch bringen. Im Interview erklärt Soziologin Gianna Martini, wie man mit Zuhören das Klima rettet.  

mehr erfahren
Demonstration in Berlin for Germany to Join the UN Treaty on the Prohibition of Nuclear Weapons

Nukleare Abrüstung jetzt!

  • 05.07.2021

2021 ist der UN-Atomwaffenverbotsvertrag (AVV) in Kraft getreten. Greenpeace fordert die Bundesregierung auf, diesen Meilenstein des Völkerrechts zu unterzeichnen. 

mehr erfahren