Skip to main content
Jetzt spenden
Plakatmotiv: Hühnchenschenkel auf Teller, Mai 2004.
Jan Kornstaedt / Greenpeace

Verbraucherinformationsgesetz

Nach fast sieben Jahren Bearbeitung tritt am 1. Mai 2008 das Verbraucherinformationsgesetz (VIG) in Kraft. Ein von Greenpeace in Auftrag gegebenes Rechtsgutachten belegt jedoch zahlreiche Mängel.

Schon beim Start ist das VIG somit reformbedürftig. In einer rechtlichen Stellungnahme von Greenpeace werden acht wesentliche Schwächen des Gesetzes angeführt. Dazu zählt zum Beispiel die Beschränkung auf Lebensmittel und einige Produktgruppen wie Kosmetika und Reinigungsmittel. Dienstleistungen und die meisten anderen Waren bleiben vom VIG ausgeschlossen.

Ursprünglich war das Ziel des VIG, die Öffentlichkeit besser zu informieren. Dieses Ziel wurde jedoch verfehlt. Das komplizierte Antragsverfahren behindert den Zugang zu Informationen. Problematisch ist auch die Vielzahl der informationspflichtigen Stellen. Bevor ein Antrag gestellt werden kann, muss der Bürger erst einmal herausfinden, welche Stelle zuständig ist.

Weiterhin müssen Behörden Informationen nur dann von sich aus veröffentlichen, wenn die Gesundheit der Bürger akut gefährdet ist. Besteht keine dringende gesundheitliche Gefährdung, müssen die Behörden nicht tätig werden. Ein vorausschauendes, selbstbestimmtes Handeln der Öffentlichkeit wird so unterbunden.

Die meisten Verbraucherinformationen werden auch in Zukunft unter Verschluss bleiben. Von einem Gesetz, das Verbrauchern einen umfassenden, schnellen und praktikablen Zugang zu allen wichtigen Daten ermöglicht, sind wir weiterhin meilenweit entfernt, bemängelt Martin Hofstetter, Landwirtschaftsexperte bei Greenpeace.

Zurzeit werden die Interessen der Lebensmittelindustrie durch das VIG stärker geschützt als die der Verbraucher. Um das zu ändern, muss das Gesetz möglichst schnell überarbeitet werden. Als Vorbild für eine verbesserte Informationslage könnte Dänemark gelten. Dort müssen die Behörden von sich aus aktiv werden. Alle Untersuchungsergebnisse und Beanstandungen sind von den Behörden regelmäßig im Internet zu veröffentlichen.

Mehr zum Thema

Deforestation for Farming and Agriculture in Chaco Province, Argentina

Handel auf Kosten der Umwelt

  • 11.05.2022

Handelsabkommen setzen wirtschaftliche Interessen über die von Umweltschutz. Nachhaltigkeitsbewertungen sollen das verbessern, doch eine aktuelle Greenpeace-Studie übt Kritik am aktuellen Modell.

mehr erfahren
"NOT FOR SALE” Banner auf einem Plakat  mit der Weltkugel zur Klimaschutzkonferenz 2021 in Glasgow

Rückblick und Ausblick

  • 17.11.2021

Die Klimakonferenz in Glasgow ist zu Ende. Ob sie eine neue Dynamik entwickelt, wird auch die kommende Bundesregierung zeigen.

mehr erfahren
Probenahme auf einem Spielplatz

Auf den zweiten Blick

  • 28.09.2021

Welchen Schadstoffen ist die Bevölkerung nach der Explosion in Leverkusen ausgesetzt? Nach Greenpeace-Analysen kommt die Entwarnung durch das Landesumweltamt verfrüht.

mehr erfahren
Eisbuchstaben mit "Zukunft" schmelzen vor der EZB

Klimakrise gefährdet Preise

  • 15.09.2021

Extremwetter kosten und belasten so die Preisstabilität im Euro-Raum. Eine Greenpeace-Studie zeigt, was die EZB tun sollte, um trotz Klimakrise ihrer Aufgabe gerecht zu werden.

mehr erfahren
Gianna Martini, Greenpeace-Kampagnerin

Zukunft wählen wir zusammen

  • 20.07.2021

Greenpeace will mit „Vote4me“ die Generationen ins Gespräch bringen. Im Interview erklärt Soziologin Gianna Martini, wie man mit Zuhören das Klima rettet.  

mehr erfahren
Demonstration in Berlin for Germany to Join the UN Treaty on the Prohibition of Nuclear Weapons

Nukleare Abrüstung jetzt!

  • 05.07.2021

2021 ist der UN-Atomwaffenverbotsvertrag (AVV) in Kraft getreten. Greenpeace fordert die Bundesregierung auf, diesen Meilenstein des Völkerrechts zu unterzeichnen. 

mehr erfahren